Waffenruhe im Iran-Krieg
Bundesregierung: Iran muss Straße von Hormus nun wie angekündigt öffnen

Nach der angekündigten Waffenruhe hat die Bundesregierung den Iran aufgefordert, die Straße von Hormus "nun wie angekündigt zu öffnen". Teheran dürfe den internationalen Seeverkehr nicht weiter bedrohen, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Hille in Berlin.

    Vereinigte Arabische Emirate: Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf, gesehen von Khor Fakkan.
    Merz: Deutschland werde "in geeigneter Weise" dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten (Archivbild). (Altaf Qadri / AP / dpa / Altaf Qadri)
    Das Land müsse zudem von weiteren Angriffen auf Israel und die Staaten am Golf absehen. Bundeskanzler Merz hatte zuvor die Einigung auf eine Waffenruhe im Iran-Krieg begrüßt. Die Bundesregierung danke Pakistan für die Vermittlung dieser wichtigen Vereinbarung, hieß es in einer Mitteilung. Ziel müsse nun sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln. Dies werde sich nur auf diplomatischem Weg erreichen lassen. 
    Entsprechende Verhandlungen dienen laut Merz dem Schutz der iranischen Zivilbevölkerung und der Sicherheit in der Region. Sie könnten eine schwere weltweite Energiekrise abwenden. Die Bundesregierung unterstütze daher die diplomatischen Bemühungen und stehe dazu in engem Austausch mit den USA und anderen Partnern. "Deutschland wird in geeigneter Weise dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Hormus-Straße zu gewährleisten“, ergänzte der Bundeskanzler.

    Deutsche Reeder prüfen Durchfahrt der Straße von Hormus

    Die deutschen Reeder haben sich zurückhaltend bezüglich einer Wiederaufnahme von Fahrten durch die Straße von Hormus geäußert. Ihr Verband VDR erklärte, angesichts der weiterhin unklaren Lage und fehlender verlässlicher Sicherheitsgarantien würden die Reeder mögliche Durchfahrten sehr sorgfältig abwägen. Grundsätzlich sei die Waffenruhe aber ein wichtiges Signal für die im Persischen Golf festsitzenden Seeleute. Laut dem Verband sind insgesamt mehr als 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten betroffen, darunter mindestens 50 Schiffe deutscher Reedereien. 
    Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation IMO erklärte, sie arbeite mit den Konfliktparteien zusammen, um eine sichere Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen. Die IMO ist eine Unterorganisation der Vereinten Nationen.

    Weiterführende Informationen

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    Diese Nachricht wurde am 08.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.