Trotz Ablehnung des Wehrdienstes
Bundeswehr lädt hunderte junge Männer zu Musterungen ein

Die Bundeswehr hat schon jetzt hunderte junge Männer zu Musterungen vorgeladen, die nach eigenen Angaben kein Interesse an einem Wehrdienst haben.

    Bundeswehrsoldaten stehen zum Appell
    Soldaten der Bundeswehr beim Appell (picture alliance / dpa / Sina Schuldt)
    Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums sagte dem Deutschlandfunk, bis Ende Juli hätten etwa 470 Männer diese Aufforderung erhalten. Die Männer hätten zuvor einen Wehrdienst abgelehnt. Die Musterung ist laut Verteidigungsministerium schon jetzt verpflichtend. Allerdings fehlt in vielen Teilen Deutschlands die Infrastruktur dafür. Aktuell errichtet die Bundeswehr 24 Musterungszentren. Ab dem 1. Juli 2027 sollen dann alle Männer eines Jahrgangs nach Vollendung des 18. Lebensjahres auf ihre körperliche und psychische Eignung für den Dienst in der Truppe untersucht werden. Wer gemustert wurde, kann den Wehrdienst im Anschluss trotzdem verweigern.
    Seit Beginn der neuen Wehrerfassung waren bis Ende Juni fast 300.000 Fragebögen an junge Männer und Frauen verschickt worden. Von ihnen verpflichteten sich bislang 530 Freiwillige für den Wehrdienst, wie aus einer Auswertung des Bundesverteidigungsministeriums hervorgeht. 96 Prozent der angeschriebenen Männer füllten den Fragebogen aus. In den übrigen Fällen werde nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren geprüft. Bei den Frauen betrug die Quote rund vier Prozent. Für sie ist eine Antwort nicht verpflichtend.
    Diese Nachricht wurde am 08.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.