Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
Merz: USA haben keine Strategie für künftige iranische Führung

+++ Bundeskanzler Merz: USA haben keine Strategie für künftige iranische Führung +++

    US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz unterhalten sich bei ihrem Treffen in Washington.
    US-Präsident Trump und Bundeskanzler Merz (dpa / Guido Bergmann / Presse- und Informationsamt )
    Ayatollah Chamenei soll in seiner Geburtsstadt Maschhad beigesetzt werden. +++ Nach dem Drohnenangriff auf Zypern verstärken Großbritannien und Frankreich ihre Präsenz in der Region. +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog.

    Dienstag, 3. März

    +++ Bundeskanzler Merz hat Zweifel, ob die US-Militärschläge im Iran auch zu einem politischen Wechsel in dem Land führen.

    Merz sagte nach einer Unterredung mit Präsident Trump im Weißen Haus in Washington, der Plan sei nicht ohne Risiko. Die USA hätten derzeit keinen Plan, wer das Führungsvakuum im Iran füllen könnte. Auch hätten die Vereinigten Staaten keine wirklich ausformulierte Strategie über die zukünftige zivile Führung im Iran. Die USA hätten von Anfang an gesagt, sie zerstörten die militärische Infrastruktur und überließen es dann dem iranischen Volk, sein Schicksal wieder selbst in die Hand zu nehmen.

    +++ Der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) liegen keine Belege dafür vor, dass der Iran eine Atombombe baut.

    Dies teilte IAEA-Chef Rafael Grossi mit. Die großen Vorräte an fast waffenfähigem Uran und die Weigerung der Regierung in Teheran, den Inspektoren vollen Zugang zu gewähren, seien jedoch Anlass zu großer Sorge. Solange der Iran nicht bei der Klärung offener Fragen helfe, könne die IAEA nicht bestätigen, dass das Atomprogramm des Landes ausschließlich friedlichen Zwecken diene.

    +++ Frankreich zieht angesichts des Irankrieges seinen Flugzeugträger "Charles de Gaulle" aus der Ostsee ab und schickt ihn ins Mittelmeer.

    Präsident Macron erklärte, das Kriegsschiff werde von einem Luftgeschwader und Fregatten eskortiert und solle die verbündeten Streitkräfte im Nahen Osten schützen. Als Grund für die Verlegung nannte er den Angriff auf einen britischen Luftwaffenstützpunkt auf Zypern. Zypern sei EU-Mitglied und habe kürzlich eine strategische Partnerschaft geschlossen. Deshalb habe er beschlossen, zusätzliche Luftverteidigungsmittel dorthin zu schicken.

    +++ In Dubai ist in der Nähe des US-Konsulats nach einem Drohnenangriff ein Feuer ausgebrochen.

    Wie Korrespondenten unter Berufung auf Anwohner melden, wurde der Brand unter Kontrolle gebracht. Zuvor habe es eine Explosion gegeben.

    +++ US-Präsident Trump will festsitzenden Öltankern notfalls Geleitschutz geben.

    "Falls nötig, wird die US-Marine so schnell wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren", schrieb Trump am Dienstag in seinem Onlinedienst Truth Social. Die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman ist derzeit effektiv gesperrt. Sie gilt als Nadelöhr für den globalen Container- und Tankerverkehr.

    +++ Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben

    einen Gebäudekomplex im Iran zur Entwicklung von Atomwaffen

    angegriffen.

    Die Anlage habe dazu gedient, "notwendige Fähigkeiten" dafür bereitzustellen. Belege liefert die Armee zunächst nicht. Eine Stellungnahme des Irans liegt nicht vor.

    +++ Der bei den US-israelischen Luftangriffen getötete iranische Führer Ayatollah Ali Chamenei soll in seiner Geburtsstadt Maschhad beigesetzt werden.

    Das berichtete die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars. Ein Datum für die Beisetzung in der heiligen Stadt wurde nicht genannt. Die ostiranische Pilgerstadt Maschhad ist die zweitgrößte Stadt des Iran.

    +++ Nach dem Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt auf Zypern verstärken Großbritannien und Frankreich ihre Präsenz in der Region.

    Großbritannien entsendet Hubschrauber zur Drohnenabwehr und ein Kriegsschiff. Der britische Premierminister Starmer sagte, sein Land setze sich uneingeschränkt für die Sicherheit Zyperns und der dort stationierten Briten ein. Frankreich unterstützt Zypern nach offiziellen Angaben mit Raketen- und Drohnenabwehrwaffen und einer Fregatte. Zuvor hatte Griechenland bereits Schiffe und Kampfjets entsandt. Der Drohnenangriff in der Nacht zum Montag wird der Hisbollah-Miliz aus dem Libanon zugerechnet. Verletzt wurde niemand.

    +++ Der türkische Außenminister Fidan kritisiert die iranischen Angriffe auf Golfstaaten als Reaktion auf das militärische Vorgehen der USA und Israels.

    Dies sei eine "unglaublich falsche Strategie", sagt Fidan dem Sender TRT Haber. Teheran verfolge das Prinzip: "Wenn ich untergehe, reiße ich die Region mit."

    +++ Erstmals seit Beginn des Iran-Kriegs hat die proiranische Hisbollah-Miliz aus dem Libanon wieder Raketen auf den Großraum der israelischen Großstadt Tel Aviv gefeuert.

    Die israelische Armee teilte nach Sirenengeheul in der Küstenmetropole mit, es seien mehrere Geschosse identifiziert worden, die vom Libanon aus nach Israel geflogen seien. Die Luftabwehr habe die meisten davon abgefangen. Ein Geschoss sei auf offenem Gebiet niedergegangen.
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    Diese Nachricht wurde am 03.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.