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Reaktion auf Medienrecherchen
Cyberexperte Atug sieht Gefahr von "Kollateralschäden" durch russische Hackerangriffe

Der Cyberexperte Manuel Atug von der Arbeitsgruppe Kritische Infrastrukturen sieht eine steigende Gefahr von Kollateralschäden durch russische Cyberangriffe auch in Deutschland. Atug sagte im Deutschlandfunk, einen größeren Fall habe man bei der Attacke auf den US-Anbieter Viasat im vergangenen Jahr gesehen, bei dem nicht nur Satellitentelefone in der Ukraine ausgeschaltet worden seien, sondern auch hunderte Windkraftanlagen in Deutschland ausfielen.

03.04.2023
    Das Foto zeigt die Tastatur eines Laptops
    Wie hoch ist die Gefahr russischer Cyberangriffe in Deutschland? (imago images / epd)
    Mit Blick auf mögliche gezielte Angriffe gegen Deutschland meinte Atug, man müsse sich die Frage stellen, warum Russland ausgerechnet deutsche Infrastruktur explizit angreifen sollte.Derartige Attacken würden eine Eskalation nach sich ziehen, durch die ein NATO-Bündnisfall entstehen könne.
    Zuletzt hatten mehrere internationale Medien - darunter "Der Spiegel", das ZDF und die "Süddeutsche Zeitung" - nach einer gemeinsamen Recherche berichtet, russische Geheimdienste planten offenbar zusammen mit einer Moskauer IT-Firma weltweite Hacker-Einsätze. Möglich seien auch Angriffe auf die Infrastruktur wie etwa auf Computersysteme im Bahn- oder Flugverkehr. Die Journalisten werteten nach eigenen Angaben tausende Seiten interner Unterlagen der IT-Firma "NTC Vulkan" aus, die dem Team kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zugespielt worden seien.

    Weiterführende Informationen

    In unserem Newsblog zum Krieg in der Ukraine und seinen Auswirkungen finden Sie einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen.
    Diese Nachricht wurde am 01.04.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.