
Ansonsten könne das gesamte Reformpaket der Alterssicherungskommission scheitern, mahnte Frei. Er sehe nicht, warum Bundestagsabgeordnete oder Ministerpräsidenten jetzt zu klügeren Entscheidungen kommen sollten als die Fachleute in der Rentenkommission.
Mit der Forderung zu einer Beibehaltung der abschlagsfreien Rente für langjährig Versicherte waren die ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten Kretschmer, Schulze und Voigt vorangegangen. Sie verweisen zur Begründung auf ostdeutsche Erwerbsbiografien. Betriebsrenten seien in Ostdeutschland selten, und viele Ostdeutsche hätten in den vergangenen Jahrzehnten nicht ausreichend private Vorsorge betreiben können. Daher sei die gesetzliche Rente oft die einzige Säule der Alterssicherung.
Auch die SPD-Regierungschefinnen des Saarlands und Mecklenburg-Vorpommerns, Rehlinger und Schwesig, forderten die Beibehaltung der Regelung, ebenso wie Bremens Bürgermeister Bovenschulte (ebenfalls SPD). Damit wenden sich nun bereits sieben von 16 Länderregierungschefs gegen das Vorhaben. Für die Umsetzung braucht die Bundesregierung die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat.
Reddig (CDU) für die Abschaffung
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Reddig erläuterte, warum die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren aus seiner Sicht notwendig ist. Reddig war stellvertretender Vorsitzender der von der Bundesregierung eingesetzten Rentenkommission, die im Juni Vorschläge zur Reformierung des Systems vorgelegt hatte. Heute früh
sagte er im Deutschlandfunk
, das Versorgungsniveau in Ost- und Westdeutschland werde durch einen Systemwechsel perspektivisch besser werden. Die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren schaffe Spielraum etwa für die Kapitalrente. Dadurch werde künftig das Rentenniveau auch für Menschen in Ostdeutschland wieder steigen können. Der CDU-Politiker warnte vor Rosinenpickerei. Alle Vorschläge der Rentenkommission hingen zusammen.
Die abschlagsfreie "Rente mit 63" wurde 2014 von der großen Koalition eingeführt. Federführend war damals Bundesarbeitsministerin Nahles (SPD).
Rentenreform:
Vorstoß der Ost-MPs könnte Schwachstelle ausgleichen
Diese Nachricht wurde am 03.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






