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StartseiteInterviewDetjen: Alle sind eingeladen, an der Diskussion teilzunehmen09.02.2012

Detjen: Alle sind eingeladen, an der Diskussion teilzunehmen

DLF-Chefredakteur zum Start der Debatten-Webseite von Deutschlandradio

Die neue Diskussionsplattform beschäftige sich mit der Frage, wie sich politische Kommunikation im Zeichen von Digitalisierung verändert, sagt DLF-Chefredakteur Stephan Detjen. Heute startet das Portal mit Aufsätzen des Bloggers Christian Heller und des Rechtswissenschaftlers Thomas Hoeren.

Stephan Detjen im Gespräch mit Jasper Barenberg

"Welche Möglichkeiten bietet das Internet, die dramatischen Veränderungen in der Politik (...) im Zeichen globaler oder übernationaler Krisen zu beobachten und zu begleiten." (Stock.XCHNG / Brad Martyna)
"Welche Möglichkeiten bietet das Internet, die dramatischen Veränderungen in der Politik (...) im Zeichen globaler oder übernationaler Krisen zu beobachten und zu begleiten." (Stock.XCHNG / Brad Martyna)
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Jasper Barenberg: Der Ort des Politischen in der digitalen Welt, über dieses Thema haben im Deutschlandfunk Anfang Januar Politiker, Wissenschaftler und Journalisten diskutiert – auf einer Konferenz hier im Kölner Funkhaus. Unmittelbarer Anlass: 50 Jahre Deutschlandfunk als nationales Hörfunkprogramm. Die Konferenz ist vorbei, die Debatte aber wollen wir fortsetzen. Dafür wird heute eigens ein neues Portal mit dem Titel "Diskurs@Deutschlandfunk" freigeschaltet. Unter der Adresse www.diskurs.dradio.de werden Essays, Aufsätze und Interviews veröffentlicht, auch und gerade mit dem Ziel, mit Ihnen, mit unseren Hörerinnen und Hörern also, ins Gespräch zu kommen, im Gespräch zu bleiben über die Zukunft von Politik, Medien und Öffentlichkeit in Zeiten der Digitalisierung. – Frage an Deutschlandfunk-Chefredakteur, an Stephan Detjen: Welche Themen und welche Fragen sollen denn im Mittelpunkt stehen?

Stephan Detjen: Herr Barenberg, wir wollen uns mit der Frage beschäftigen, wie sich Politik, politische Kommunikation im Zeichen von Digitalisierung verändert, also welche neuen Formen von Partizipation, von Mitwirkung in der Demokratie, von politischer Kommunikation eröffnen sich durch die Möglichkeiten, die Kommunikationsmöglichkeiten des Internets. Aber wir beschäftigen uns auch mit der Frage, welche Möglichkeiten bietet das Internet, die dramatischen Veränderungen in der Politik, die wir erleben, die Veränderungen von politischen Handlungsformen in der Globalisierung, im Zeichen globaler oder übernationaler Krisen zu beobachten und zu begleiten.

Barenberg: Wie können sich unsere Hörerinnen, unsere Hörer im Netz denn an dieser Debatte beteiligen?

Detjen: Wir stellen auf dieser neuen Diskussionsplattform im Internet - Diskurs.dradio.de ist die Adresse – Essays, Überlegungen, Aufsätze zur Diskussion. Heute veröffentlichen wir zwei Texte von dem Blogger und Autor Christian Heller und dem Rechtswissenschaftler Thomas Hoeren, die sich mit der Frage beschäftigen, wie sich unser Verständnis von Privatheit, von Schutz von Persönlichkeitsrechten, von Privatsphären im Internet verändert. Alle sind eingeladen, an der Diskussion darüber teilzunehmen über Kommentarfunktionen, wir nehmen Anregungen, die wir von den Usern im Internet, von unseren Hörerinnen und Hörern auf diesem Wege bekommen, auf, auch weitere Themen zur Diskussion zu stellen. Wir haben eine ganze Reihe von Autoren, von Medienwissenschaftlern, von Journalisten, von Netzaktivisten gebeten, uns Diskussionsbeiträge zur Verfügung zu stellen, die wir da in den nächsten Wochen immer wieder veröffentlichen werden. Wir werden das auch in unserem Programm begleiten, heute Abend und künftig immer Donnerstags um 19:15 Uhr in unserer Sendung "DLF-Magazin" zum Beispiel. Da gibt es dann Reportagen, die die Themen, die wir da zur Diskussion stellen, sozusagen akustisch illustrieren. Heute eine Reportage, die sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt, Privatheit, Privatraum im Internet, am Beispiel der Politikerin der Piratenpartei, Marina Weisband und ihrem Umgang mit ihrer Persönlichkeit, mit ihrer Privatsphäre im Internet.

Barenberg: Das Debattenportal wurde gestern Abend schon vorgestellt, auf einer Veranstaltung in der Humboldt-Universität in Berlin. Haben Sie da schon Anregungen mitgenommen für den weiteren Verlauf der Debatte im Netz?

Detjen: Ja, wir haben da intensiv diskutiert mit Netzaktivisten, mit Studierenden der Humboldt-Universität, über die Frage, wie sich etwa unsere Rolle als Journalisten im Internet verändert, was professioneller Journalismus in Zukunft noch bedeutet. Ich glaube, die Rolle des professionellen Journalismus, so wie wir ihn in öffentlich-rechtlichen Medien betreiben, wird einen ganz eigenen Platz auch in der digitalen Welt neben allen anderen Formen der Publizistik, des öffentlichen Diskurses behalten und auch die Notwendigkeit behalten, das haben wir auch durchaus kontrovers diskutiert mit Bloggern, mit Internet-Nutzern. Diese Diskussion wird im Internet weitergehen. Übrigens diese Diskussion, die wir da gestern Abend in Berlin an der Humboldt-Uni geführt haben, sie ist dokumentiert, wir haben sie live gestreamt auf www.diskurs.dradio.de.

Barenberg: www.diskurs.dradio.de, das ist auch die richtige Adresse, wenn Sie sich einen Eindruck von diesem Projekt machen möchten, wenn Sie sich an der Debatte beteiligen möchten. Danke an Chefredakteur Stephan Detjen für diese Erläuterungen.

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