
Zugleich endet nach 16 Jahren die Ära von Ministerpräsident Orbán, der in Budapest eine "schmerzliche Wahlniederlage" einräumte und ankündigte, mit seiner Fidesz-Partei die Oppositionsrolle einzunehmen.
Die Wahlbeteiligung in Ungarn erreichte eine Rekordhöhe. Kurz vor Schließung der Wahllokale um 19 Uhr lag sie mit rund 78 Prozent bereits deutlich über der bei der vorangegangenen Wahl vor vier Jahren.
Magyar dankte seinen Wählern und sprach von einer "Befreiung" Ungarns. Er forderte Orbán auf, als scheidender Regierungschef keine wesentlichen Entscheidungen mehr zu treffen. Im Wahlkampf hatte Magyar angekündigt, mit ihm werde Ungarn ein verlässlicher NATO- und EU-Partner sein.
Weber: Die Rechtspopulisten haben ihre Galionsfigur verloren
In der Europäischen Union ist der Wahlsieg der pro-europäischen Kräfte in Ungarn mit Erleichterung aufgenommen worden. Kommissionspräsidentin von der Leyen erklärte, Ungarn sei auf seinen europäischen Weg zurückgekehrt. Die Union werde damit stärker.
Bundeskanzler Merz gratuliert Tisza-Parteichef Magyar zum Wahlsieg. Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit ihm für ein starkes, sicheres und vereintes Europa, sagte der CDU-Vorsitzende. Frankreichs Präsident Macron teilte mit, Frankreich begrüße diesen Wahlsieg, der die Verbundenheit des ungarischen Volkes mit den Werten der Europäischen Union unterstreiche.
Der britische Premierminister Starmer sprach von einem historischen Moment, nicht nur für Ungarn, sondern auch für die europäische Demokratie. Der Chef des christdemokratischen Parteienbündnisses EVP im Europäischen Parlament, Weber, sagte, die Rechtspopulisten in Europa hätten mit Orbán ihre Identifikationsfigur verloren.
Der ukrainische Präsident Selenskyj gratulierte Magyar und erklärte, der konstruktive Ansatz habe gesiegt.
Von der US-Regierung, die Orbán im Wahlkampf unterstützt hatte, liegt bisher keine Reaktion vor.
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Diese Nachricht wurde am 13.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






