Dlf-Interview
Deutscher Islamrat verurteilt nach CSD-Anschlag und verteidigt Haltung gegenüber Homosexualität

Der Deutsche Islamrat hat den Terroranschlag auf den Berliner Christopher Street Day verurteilt.

    Burhan Kesici, Vorsitzender des Deutschen Islamrats, vor dem Deutschen Bundestag mit einem Mikro in der Hand.
    Burhan Kesici, Vorsitzender des Deutschen Islamrats (Archivbild) (picture alliance / AA / Abdulhamid Hosbas)
    Der Ratsvorsitzende Kesici sagte im Deutschlandfunk, Menschen könnten leben wie sie wollten und dürften solche Veranstaltungen feiern. Die Haltung vieler Muslime gegenüber Homosexualität müsse differenziert betrachtet werden. Es gebe gewisse Wertevorstellungen, man müsse aber auch mit Vielfalt umgehen können. Kesici verteidigte seine Aussage in einem Fernsehinterview, dass Homosexualität - Zitat - "abnormal" sei. Dabei sei es nicht um die Menschen an sich gegangen, sondern um die Theologie. Kesici lobte die Arbeit muslimischer Gemeinden. Dort werde viel getan, um besonders junge Menschen vor Radikalisierung zu schützen.
    An den Stellungnahmen von Islamverbänden zum Terroranschlag in Berlin hatte es Kritik gegeben. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, die Schwulen- und Queerfeindlichkeit des islamistischen Angreifers nicht benannt zu haben.
    Diese Nachricht wurde am 01.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.