Mittwoch, 17. August 2022

Fußball und Klimaschutz
DFL veranstaltet erstes Nachhaltigkeitsforum

Die Fußball-Bundesliga will nachhaltiger werden. Deswegen hat die Deutsche Fußball-Liga im Mai verpflichtende Nachhaltigkeitsziele für die Vereine verabschiedet – jetzt hat die DFL zum ersten Mal ein Nachhaltigkeitsforum ausgerichtet.

Von Maximilian Rieger | 26.07.2022

DFL-Chefin Donata Hopfen
DFL-Chefin Donata Hopfen (IMAGO/Nico Herbertz)
Schon der Ort hat Symbolkraft: Die DFL veranstaltet ihr erstes Nachhaltigkeitsforum im Futurium in Berlin, dem selbsternannten Haus der Zukünfte. Die Botschaft ist klar: Die Deutsche Fußball Liga nimmt das Thema Nachhaltigkeit ernst. Das betont auch DFL-Chefin Donata Hopfen in ihrem Grußwort: "Wir erkennen, dass wir täglich Millionen Menschen bewegen und erreichen und sehen es als unsere Pflicht an, die Verantwortung zu übernehmen, gesellschaftliche Themen in die Zukunft zu tragen und voranzugehen."
In ihrem Grußwort verkündet Hopfen zudem, dass das DFL-Präsidium beschlossen hat, eine Kommission für Nachhaltigkeit zu gründen. Diese Kommission soll in Zukunft die DFL-Gremien und Klubs beraten, um die neuen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

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Neue Abteilung für Nachhaltigkeit beim VfL Bochum

Die DFL hatte im Mai 39 Mindestkriterien verabschiedet. Unter anderem müssen die Vereine ihren CO2-Fußabdruck messen und einen Nachhaltigkeitsbeauftragten einstellen. Der VfL Bochum hat zum Beispiel eine komplett neue Abteilung für Nachhaltigkeit aufgebaut, berichtet Geschäftsführer Ilja Kaenzig: "Was für den VfL Bochum schon ein Kraftakt ist. Und bereiten uns darauf vor, diese Richtlinien nicht nur umzusetzen, sondern noch viel wichtiger, darüber zu berichten in einer Form, die verständlich ist und die die Bevölkerung erreicht, sodass es nachvollziehbar ist, was wir tun. Weil ansonsten wäre das alles umsonst."
Auch der TV-Sender Sky will sich beteiligen. Der Sender gibt auf dem Nachhaltigkeitsforum bekannt, alle Emissionen zu kompensieren, die bei der Übertragung der Bundesliga entstehen.
Konkrete Maßnahmen, um die Emissionen zu senken, müssen die Vereine erst ab der Saison 2024/25 ergreifen. Und sollten sie die Kriterien nicht erfüllen, drohen bis auf weiteres auch keine Geldstrafen oder Punktabzüge.

Fan-Netzwerk übt Kritik

Anna-Maria Hass vom Fan-Netzwerk „Zukunft Profifußball“ kritisiert daher am Rande des Forums, dass die Ziele nicht ambitioniert genug sind. "Das liegt einerseits daran, dass es leidglich darum geht, Mindeststandards zu erfüllen, die in freier Wirtschaft ganz normal sind. Oder Reporting zu machen, aber nur zu reporten, was passiert, ohne tatsächlich wissenschaftlich fundierte Ziele dahinter zu setzen. Und das ist, was wir sagen, muss passieren: Nicht nur Berichte schreiben, nicht nur reporten, sondern tatsächlich Mindeststandards erfüllen, die wissenschaftlich fundiert sind."

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Die Fan-Vertreter sind mit ihrer Kritik nicht alleine. In den Diskussionen auf den Panels wird klar, dass sich auch Sponsoren konkretere und messbarere Zielvorgaben gewünscht hätten. Und auch St. Pauli, Werder Bremen und Hoffenheim ist das Tempo nicht hoch genug - sie konnten sich aber nicht gegen die Mehrheit der 36 Profi-Clubs durchsetzen.