Altersvorsorge
DGB will Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge

Der Deutsche Gewerkschaftsbund schlägt zur Absicherung der Altersvorsorge eine verpflichtende Betriebsrente vor. Die DGB-Vorsitzende Fahimi sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, eine solche Alterssicherung müsse zusätzlich sein und von den Arbeitgebern mindestens mitfinanziert werden.

    Yasmin Fahimi, DGB-Chefin, spricht an einem Rednerpult. Dahinter eine Wand mit dem Logo "Stärker mit uns".
    Yasmin Fahimi, DGB-Chefin. (picture alliance/dpa/Fabian Sommer)
    Ihren Angaben zufolge haben etwa 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland keine betriebliche Altersvorsorge – in der Regel, weil sie in Betrieben ohne Tarifbindung beschäftigt sind. Die Gewerkschaften stünden bereit, dies kollektiv für alle Beschäftigten zu regeln, und zwar auf Basis von Tarifverträgen, so Fahimi. Bei Unternehmen ohne Tarifbindung sei es denkbar, die Beschäftigten in bestehende Modelle aufzunehmen.

    Nicht "einseitig zu Lasten der Arbeitnehmer"

    Details des Vorstoßes will der DGB laut Fahimi Ende des Monats präsentieren. Sie forderte, dass die betriebliche Altersvorsorge nicht einseitig zu Lasten der Arbeitnehmer gehen dürfe. Sie lehne es ab, "die Beschäftigten dazu einseitig zu verpflichten und sie in die Arme der Versicherungswirtschaft zu treiben."
    Fahimi nahm den zu erwartenden Protest gleich vorweg. Sie könne sich vorstellen, dass der Aufschrei groß sein werde und die Kritik komme, dass noch mehr Beiträge fällig werden, sagte sie. Aber in den meisten Ländern Europas liege der verpflichtende Rentenbeitragssatz bei 20 Prozent oder mehr und damit deutlich über den deutschen Sätzen. Oft sei der Arbeitgeberanteil dabei sogar höher als das, was die Arbeitnehmer zahlten. Ganz "irrsinnig" könne dieser Ansatz also nicht sein, betonte die DGB-Chefin.
    Diese Nachricht wurde am 07.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.