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Die Lage im Iran

Der Iran erlebt die heftigsten regimekritischen Proteste der letzten Zeit. Auch für heute Abend werden wieder Demonstrationen erwartet. Die Führung in Teheran hat eine harte Reaktion angedroht und das Internet blockiert. Wir halten Sie mit einem Nachrichtenblog auf dem Laufenden.

    Das Bild zeigt viele Demonstranten im Dunkeln in einer Fußgängerzone. Im Vordergrund sitzt ein maskierter junger Mann in einem Einkaufswagen und steckt alle Arme und Beine von sich.
    Kundgebung am 8.1.2025 in der iranischen Hauptstadt Teheran gegen das Mullah-Regime. (IMAGO / Middle East Images / Kamran)

    +++ Von der Leyen fordert Freilassung festgenommener Demonstranten

    EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hat die sofortige Freilassung aller festgenommenen Demonstranten im Iran und die vollständige Wiederherstellung des Internetzugangs in dem Land gefordert. In sozialen Medien schrieb sie, Europa stehe fest an der Seite der Menschen im Iran, die Freiheit forderten und verurteile die gewaltsame Unterdrückung der legitimen Demonstrationen auf das Schärfste. Man verlange, dass die Grundrechte in dem Land endlich geachtet würden.

    +++ Berichte über neue Proteste

    Nach Berichten von Aktivisten haben sich ungeachtet der Drohungen des Regimes wieder Menschen auf den Straßen von Teheran versammelt. Auf Videos in sozialen Medien waren große Menschenmengen zu sehen, die durch die Hauptstadt zogen. Ähnliche Bilder gab es unter Anderem aus Rascht im Norden des Iran, aus Täbris im Nordwesten und Schiras im Süden. Die Echtheit der Videos ließ sich zunächst nicht überprüfen.

    +++ Schah-Sohn ruft zu landesweitem Streik im Iran auf

    Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hat aus seinem Exil in den USA zu landesweiten Streiks im Iran aufgerufen. Arbeiter und Angestellte von Schlüsselbranchen wie der Öl-, Gas- und Energieindustrie sollten ihre Arbeit niederlegen, erklärte Pahlavi auf der Plattform X. Ziel sei es, die finanziellen Lebensadern zu schwächen und den Unterdrückungsapparat in die Knie zu zwingen. Er rief zudem für Samstag und Sonntag erneut zu Demonstrationen auf.

    +++ Iranische Staatsführung verschärft Drohung gegen Demonstranten

    Im Iran droht das Regime seinen Bürgern mit harten Repressalien im Fall von weiteren Protesten. Der Generalstaatsanwalt sagte im Staatsfernsehen, jeder, der an den Demonstrationen teilnehme, könne als "Feind Gottes" angesehen werden. Auch jene, die Unruhestiftern Hilfe leisteten, drohe unter diesem Tatvorwurf eine Anklage. Im Iran können sogenannte "Feinde Gottes" mit dem Tod bestraft werden.

    +++ Solidaritätskundgebungen in mehreren europäischen Städten

    Rund hundert Exil-Iraner haben am Brandenburger Tor in Berlin ihre Solidarität mit landesweiten Protesten gegen das herrschende Regime zum Ausdruck gebracht. Mit iranischen Flaggen und Schildern demonstrierten sie gegen die Niederschlagung von Protesten und für einen Regimewechsel in ihrem Heimatland. Auch in Stockholm und anderen europäischen Städten gab es Demonstrationen.

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    Warum die Menschen im Iran erneut auf die Straße gehen und welches Potential die Proteste diesmal haben - ausführliche Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel: Iran: Wie gefährlich sind die Proteste für das Mullah-Regime?
    Diese Nachricht wurde am 10.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.