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StartseiteWirtschaft und GesellschaftKleine Unterschiede mit großer Wirkung03.11.2015

DieselmotorenKleine Unterschiede mit großer Wirkung

3.0 Liter, 2,0, 1,6. Bis vor kurzem waren das für viele Autofahrer nur Zahlen, grobe Angaben, wie leistungsstark ihr Auto ist. Doch für Besitzer eines VW-Diesel-Autos bekommen diese Zahlen eine neue Relevanz. Je nach Größe können die schummelnden Motoren nämlich mit einfachen Mitteln nachgerüstet werden - oder eben auch nicht.

Von Azadê Peşmen

Ein Dieselmotor eines VW Golf 2.0 TDI (dpa / picture-alliance / Patrick Pleul)
Ein Dieselmotor eines VW Golf 2.0 TDI (dpa / picture-alliance / Patrick Pleul)
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Das Kraftfahrbundesamt hat Volkswagen angewiesen, die betroffenen Fahrzeuge nachzurüsten. Millionen Fahrzeuge müssen in die Werkstatt, weil die eingebaute Software Abgaswerte manipuliert und damit nicht den Abgasnormen in den USA und Europa entspricht. Die Nachbesserungen werden ab Januar 2016 durchgeführt. Dabei ging es bisher um Vierzylindermotoren mit einem Hubraum von 1,6 Litern und 2,0 Litern. Die amerikanische Umweltbehörde EPA wirft VW nun aber vor, dass auch 3-Liter-Motoren manipuliert waren – und damit weitere Modelle. Die Liter-Angaben sind umgangssprachlich, denn eigentlich wird die Größe eines Motors in Kubikzentimetern gemessen. Generell gilt: Je größer der Hubraum, desto leistungsstärker der Motor. Mithilfe der Größe eines Motors wird auch die Kfz-Steuer berechnet.

Das ist ein 1,6-Liter-Motor - mit einem vergleichsweise  geringen Volumen von 1600 Kubikzentimetern. Dieses Volumen verdrängen die Kolben in den Brennräumen der Zylinderbei jedem Hub. Die 1,6-Liter- und 2-Liter-Motoren sind vor allem in den Volkswagenmodellen Golf VI, Polo V und Passat B7 verbaut.

2-Liter-Motoren sind einfacher nachzurüsten

VW hat bereits angekündigt, dass bei 1,6 Liter-Motoren eine Änderung der eingebauten Software nicht ausreicht. Hier müssen zusätzliche Teile eingebaut werden. Allerdings ist mit einer Lösung erst ab 2016 zu rechnen. Bei Motoren, die einen Hubraum von 2,0 Litern umfassen, ist die Nachrüstung einfacher: Sie benötigen lediglich eine Softwarekorrektur und keine mechanische Nachrüstung.

Nach der Umrüstung könnte aber der Kraftstoffverbrauch steigen. VW hat angekündigt, Regelungen für Kunden zu finden, deren Fahrzeuge nach dem Update eine schlechtere Leistung bringen oder mehr Kraftstoff verbrauchen sollten.

Nun könnten also auch die 3-Liter-Autos betroffen sein – und damit leistungsfähigere Modelle: Die VW-Premiumklasse. Laut der US-Umweltbehörde EPA geht es dabei um die Geländelimousinen VW Touareg, Porsche Cayenne und Audi Q5 sowie die Limousinen Audi A6 Quattro, Audi A7 Quattro und den Audi A8. Im Gegensatz zu den kleineren Modellen kommen die großen Motoren nicht aus dem sogenannten Baukasten-System: Audi beispielsweise stellt sie für seine Fahrzeuge selbst her. Insgesamt könnten rund 10.000 Autos betroffen sein. VW bestreitet bislang die Vorwürfe.

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