Sonntag, 22. Mai 2022

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Doping in Russland
"Sport will Dopingproblem gar nicht lösen"

Die ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping" hat unter der Woche zu den ersten personellen Konsequenzen geführt. Im Deutschlandfunk appellierte Filmautor Hajo Seppelt an weitere Whistleblower sich zu melden, um Druck auf die Sportverbände auszuüben.

Hajo Seppelt im Gespräch mit Astrid Rawohl | 13.12.2014

Ein Mann vor einer Doping-Kontrolle in Sotschi während der Olympischen Winterspiele 2014.
Die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA soll positive Tests vertuscht haben. (picture alliance / dpa - Michael Kappeler)
Aus Russland werde zurzeit "aus allen Kanälen" geschossen, sagte Hajo Seppelt im Deutschlandfunk.
Außerdem habe man ihm und der ARD mit Klage gedroht, erzählte der Dopingexperte. Es gebe aber Audios und Videos, die "an Klarheit nichts zu wünschen übrig lassen", deshalb gehe er davon aus, dass Russlands Leichtathletik-Chef Valentin Balachnitschew dauerhaft von seinem Amt zurücktreten müsse und es nicht nur vorübergehend ruhen lassen kann.
Der organisierte Sport sei nicht in der Lage das Dopingproblem in den Griff zu kriegen. "Ich glaube auch nicht, dass er das immer will. Die vielen uneffektiven Dopingproben seinen dafür das beste Beispiel, sagte Seppelt. Es bestehe ein Interessenskonflikt zwischen den Sportverbänden, die die Dopingproben in ihren Sportarten selbst organisieren.
Whistleblower seien deshalb weiter aufgefordert sich bei Journalisten zu melden, die außerhalb des Sport stehen. "Bitte nicht nur aus Russland", fügte Seppelt explizit hinzu. "Es hilft nur Öffentlichkeit und Transparenz, um Druck bei den Sportverbänden herzustellen.