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StartseiteSport am Wochenende"Wer könnte in der Situation sorglos sein?"13.04.2019

Dopingverdacht beim Eisschnelllauf"Wer könnte in der Situation sorglos sein?"

Im Zuge der Enthüllungen der Erfurter Dopingaffäre, ist auch ein deutscher Eisschnellläufer in Verdacht geraten. Athletensprecher Moritz Geisreiter kritisiert die Medien in diesem Zusammenhang, denn "alles, worüber wir jetzt reden, sind Medienberichte, die für meinen Geschmack sehr frühzeitig herausgehauen wurden."

Moritz Geisreiter im Gespräch mit Matthias Friebe

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Schlittschuhe eines Eisschnellläufers beim Start  ( imago/Kosecki )
Die DESG hat "mit großer Sorge" auf die mediale Bekanntgabe des Namens und den erhobenen Doping-Verdacht gegen einen Eisschnellläufer reagiert. ( imago/Kosecki )
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Die Tatsache, dass jetzt auch ein deutscher Athlet verdächtigt wird, habe den Athletenvertreter der Deutschen Eisschnellläufer Moritz Geisreiter nicht so sehr überrascht, sagte er im Dlf. "Natürlich trifft es mich sehr hart, dass es jetzt einer aus meinem eigenen Lager sein soll." Das klänge vielleicht naiv, aber die DESG sei eine kleine Familie und "unser Verband ist überschaubar und man kennt sich einfach" erklärt der Athletenvertreter.

Keine Angst, aber Sorge

Geisreiter habe in diesem Zusammenhang keine Angst vor der Zukunft, aber er befände sich natürlich in großer Sorge, "denn wer könnte in der Situation sorglos sein, der sich verbunden mit dem Verband fühlt." Der Verdacht sei allerdings bislang nur von den Medien erhoben worden. Man warte innerhalb des Verbands auf eine Reaktion der offiziellen Stellen wie der NADA und der Staatsanwaltschaft. 

Kritik an den Medien

"Alles, worüber wir jetzt reden, sind Medienberichte, die für meinen Geschmack sehr frühzeitig herausgehauen wurden." Das sei nach Geisreiter Auffassung bislang als reine Spekulation zu werten und daher unseriös.  

Moritz Geisreiter lächelt in die Kamera.  (imago sportfotodienst)Aktivensprecher Moritz Geisreiter trifft es sehr hart, dass ein Sportler aus seinen Reihen unter Dopingverdacht steht. (imago sportfotodienst)

Auf positive Entwicklungen blicken

"Ein Dopingfall im Verband ist immer fatal und wirft ein schlechtes Licht auf den Verband", erklärt Geisreiter zusammenfassend. Gerade nachdem innerhalb des Verbandes eine Umstrukturierung mit neuen Trainern und vielen neuen sportlichen Ansätzen stattgefunden hat, wäre es "sehr sehr schade und nicht gerechtfertigt, wenn der Blick auf einen Dopingverdachtsfall jetzt diese ganzen positiven Entwicklungen plötzlich in den Hintergrund drängen sollte." Man müsse sehen, "dass im DESG viel passiert und auch viel passieren musste. Aber da tut sich was und ich würde mir wünschen, dass das im Vordergrund bleibt."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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