Montag, 06. Dezember 2021

DossierKlimakrise

Rekordhitze, steigende Meeresspiegel, Not und Elend durch Wetterkatastrophen – die Folgen des Klimawandels werden immer deutlicher spürbar. Die Weltgemeinschaft sucht nach Wegen, wie die 2015 in Paris vereinbarten Klimaziele doch noch erreicht werden können.

16.06.2019

Abgebrochener Eisberg in Qaqortoq/Grönland
Abgebrochener Eisberg in Grönland: Der Klimawandel ist allgegenwärtig - doch es wird wenig dagegen getan (Joe Raedle/Getty Images)
Aktuelle Zahlen und Perspektiven
Die Front des Thwaites-Gletschers mit Eis unter der Wasseroberfläche im Südwesten der Antarktis im Oktober 2012.
Argument der Klimawandelleugner entkräftet
Klimawandelskeptiker behaupten gerne, das Klima habe immer schon geschwankt. Aber Forscher haben jetzt nachgewiesen: Das aktuelle Geschehen weicht massiv von den Schwankungen der vergangenen Jahrtausende ab.
14.08.2018, Brandenburg, Jacobsdorf: Am Rande eines Maisfeldes stehen verkümmerte Pflanzen, die keine Kolben gebildet haben. Unter der anhaltenden Trockenheit leiden besonders die Maispflanzen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB | Verwendung weltweit
Treibhausgase auf Rekordniveau
Die USA, China und Indien sind für 70 Prozent des weltweiten Anstiegs der Treibhausgase im vergangenen Jahr verantwortlich. Auch in der EU ist die Trendwende noch nicht geschafft - obwohl die Emissionen zuletzt sanken.
Hitzewelle 2018 und die Landwirtschaft
Der Europäische Klimabericht bestätigt: Hitze und Trockenheit sind 2018 in Mitteleuropa "ungewöhnlich lange stabil" gewesen. Das Phänomen könnte häufiger auftreten und Folgen für die Nahrungsmittel-Versorgung haben.
Wetterextreme als Bedrohung 
Die wärmsten Jahre seit Beginn der Klima-Aufzeichnungen, der Meeresspiegel mit neuem Rekordstand und immense Schäden aufgrund von wetterbedingten Extremereignissen: Der Bericht der Weltwetterorganisation WMO für das Jahr 2018 gibt Anlass zu großer Sorge.
Satellitenbild von Dorian vom 31. August 2019
Tropenstürme werden stärker und dauern länger In Zukunft werden Wirbelstürme wir Hurrikan "Dorian" nach Einschätzung von US-Klimaforschern wohl noch stärker werden. Untersucht wird nun, wie groß der menschengemachte Anteil an den Veränderungen ist.
Klimawandel als Sicherheitsthema
US-Präsident Donald Trump bestreitet die Existenz des Klimawandels. Das amerikanische Militär dagegen stuft den Klimawandel bereits seit 2003 als Bedrohung der nationalen Sicherheit ein. Auch für die Bundeswehr ist das ein Thema.
Interviews
Demonstranten mit einem farbenfrohen Schild auf dem steht: "Das Klima aussichtsloser als unser Mathe-Abi". Gesehen auf der Demonstration von Schülerinnen und Schüler unter dem Motto FridaysForFuture beim Schulstreik für einen Ausstieg aus der Kohlepolitik.
"Die Zukunft der jungen Generation"
Für die "Fridays for Future"-Bewegung gehen viele Schüler lieber auf die Straße als in den Unterricht. Zu Recht, sagt Carl-Friedrich Schleussner von der Denkfabrik Climate Analytics.
"Mangel an politischem Willen"
Klimaaktivistin Luisa Neubauer kritisiert das zögerliche Verhalten von CDU/CSU und SPD in der Klimakrise. Es sei ein Ignorieren und Hinhalten, sagte sie im Dlf. Für sie ist es höchste Zeit, dass nicht nur die junge Generation für den Klimaschutz auf die Straße geht.
"Die Zeit für Symbole ist vorbei"
In der Klimaschutzpolitik sei in den vergangenen Jahren zu wenig passiert, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Sie setzt auf das geplante Klimaschutzgesetz.
Der Moderator und Meteorologe Jörg Kachelmann
"Kein Zweifel, dass das Klimawandel ist"
Nach dem Hitzesommer 2018 schon wieder ein Ausnahmesommer – statistisch sei das unwahrscheinlich, sagte Meteorologe Jörg Kachelmann im Dlf. Die Temperaturen seien nur mit dem Klimawandel zu erklären.
 Das Forschungsschiff "Polarstern" liegt bei einer seiner Reisen in der Antarktis an einer Eiskante. 
"Wir müssen die Arktis besser verstehen"
Atmosphärenforscher Markus Rex bricht zu einer einjährigen Expedition in die Arktis auf. Sie sei das Epizentrum des Klimawandels, sagte Rex im Dlf. Gleichzeitig gebe es noch riesige Unsicherheiten in der Klimaprognose für die Arktis.
Hintergrund
Der Domfelsen in der Elbe in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) ist bei Niedrigwasser (55 cm) und an haltener Trockenheit vom Westufer aus zurzeit betretbar.
Schifffahrt: Wenn die Elbe nur noch knietief ist
Zwei Dürrejahre in Folge belasten auch die Binnenschifffahrt, die Flüsse haben Niedrigwasser. Die Elbe ist einen Großteil des Jahres nicht mehr befahrbar. Doch die Bundesregierung setzt weiter auf den Ausbau eines Verkehrwegs, der schlichtweg austrocknet.
Flugreisen: Steuerfreie Klimasünde
Fliegen bleibt billig und beliebt – trotz Klimawandel und sich ausbreitender Flugscham. Umweltschützer kritisieren unter anderem, dass Kerosin nicht besteuert wird. Gibt es hier langsam ein Umdenken?
Australien: Die Folgen der Erderwärmung
Verheerende Buschfeuer in Tasmanien und Springfluten an den Küsten: Nie waren die Folgen des Klimawandels sicht- und spürbarer. Ganze Landesteile könnten auf Dauer unbewohnbar werden.
New Jerseys Küsten: Vom Meer bedroht
Der Meeresspiegel steigt, regelmäßig wird der US-Bundesstaat New Jersey von Hochwasserfluten geschädigt. Deshalb sollen nun Küstenbewohner ins sichere Landesinnere umgesiedelt werden – doch viele wehren sich dagegen.
Südamerika: Kehrseite der E-Mobilität  
Im Dreiländereck Bolivien, Chile, Argentinien sollen 70 Prozent der weltweiten Lithium-Vorkommen lagern. Der Rohstoff wird gebraucht, um Batterien für Elektro-Autos herzustellen. Der massive Abbau zerstört die Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung.
Ausblick
23.07.2019, Baden-Württemberg, Meersburg: Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg (Grüne,l) und Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident (CSU) tragen sich in die Bücher der Stadt und des Landes ein. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa | Verwendung weltweit
Klimaschutzkonzepte: Was Union und Grüne eint und was sie trennt
Ein bisschen öko, aber nicht zu viel. Klimaschutz nur, solange er das Wirtschaftswachstum nicht bremst. Hellgrün - so stellt sich CSU-Chef Markus Söder konservative Klimaschutzpolitik vor.
Bundeskanzlerin Angela Merkel, der dänische Premierminister Anders Fogh Rasmussen und Umweltminister Sigmar Gabriel besuchten im August 2007 den Eis-Fjord bei Ilulissat.
Angela Merkel und der Kampf gegen die Erderwärmung
Mal Heilsfigur, mal Pragmatikerin: Das Thema Klimapolitik zieht sich seit Mitte der 1990er-Jahre durch den politischen Lebensweg von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wird sie als Klimakanzlerin in die Geschichte eingehen?
Herbstwald im Morgennebel am Tombeau du Geant, Belgien, Ardennen
Kann Aufforstung das Klima retten?
Milliarden neuer Bäume könnten das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid aus der Luft filtern - soweit das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie aus Zürich. Wie realistisch ist dieser Vorschlag?
Ein Bauarbeiter schaufelt Kies am 01.07.2015 in Berlin. 
"Wir müssen das Arbeitsrecht neu denken"
Der Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel fordert angesichts der neuen Hitzesommer, das Arbeitsrecht zu reformieren. Es müsse über ein Recht auf Hitzefrei nachgedacht werden, sagte er im Dlf. Und über Modelle wie Siesta und Sommerausfallgeld.
"Elektroautos sind keine Wunderwaffe"
Mit Elektroautos könnten bis zum Jahr 2050 mehr als 60 Prozent Kohlendioxid eingespart werden, sagte der Klimaforscher Felix Creutzig im Dlf. Voraussetzung sei aber, dass der Strom für die Fahrzeuge emissionsfrei produziert werde.
CO2-Schleudern und Hitzeproduzenten
In deutschen Städten würden mehr als 60 Prozent des CO2-Ausstoßes verursacht - gleichzeitig seien sie ein wichtiger Teil der Lösung, sagt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Sie fordert den Schulterschluss der Kommunen.
Was der Einzelne tun kann
Eine Radfahrerin fährt auf der Promenade entlang, im Hintergrund steht der Schriftzug «Münster», aus Blumen gefertigt. Der ADFC-Fahrradklima-Test 2018 ist eine Befragung mit dem Ziel der vergleichbaren Erfassung von Radfahrbedingungen in Staädten und Gemeinden. Die Datenerhebung zum ADFC-Fahrradklima-Test 2018 erfolgte vom 1.9.2018 bis zum 30.11.2018. Deutschlandweit wurden Radfahrer gebeten, ihre Einschätzung zum Radverkehr in ihrer Stadt abzugeben. Mit Denkfabrik-Stempel.
Beispiel 1: Umweltfreundlich pendeln - Stadtalltag ohne Auto
Seit sieben Jahren verzichtet eine Familie aus Münster auf das eigene Auto. Das klappt gut, die Nachteile sind kaum spürbar. Die Vorteile – besonders für das Gewissen – überwiegen.

Herzförmige Gurkenscheiben
Beispiel 2: Ernährung - Veganes Leben als CO2-Spartipp
15 Prozent des CO2-Verbrauchs eines durchschnittlichen Bundesbürgers entfallen auf die Ernährung. Die Kölnerin Maxi Ganser spart sich rund die Hälfte davon - weil sie seit vier Jahren vegan lebt.
Arbeiter installieren Solarzellen auf einem Dach, aufgenommen am 06.03.2012 in Igersheim.
Beispiel 3: Strom - Bessere Klimabilanz durch Solarstrom vom eigenen Dach
Der Stromverbrauch ist im Schnitt für gut sieben Prozent des CO2-Fußabdrucks eines Bürgers in Deutschland verantwortlich. René Keller bezieht ihn über Solarpaneele auf dem Dach - und spart so monatlich über 100 Euro.
Ein Flugzeug fliegt über dem brandenburgischen Sieversdorf (Oder-Spree) scheinbar ganz nah am Mond vorbei. 
Beispiel 4: Mobilität & Flug - CO2 sparen durch bewusstes Fortbewegen
Die Mobilität ist für 20 Prozent der CO2-Emissionen eines durchschnittlichen Deutschen verantwortlich. Die fünfköpfige Berliner Familie Beese verzichtet etwa aufs Fliegen - und konnte ihren CO2-Fußabdruck um 1,4 Tonnen senken.
Dachdecker dämmen das Dach eines Hauses in Cottbus mit Glaswolle
Beispiel 5: Wärmedämmung - Eigenheim energetisch sanieren Wärmedämmung und eine bessere Heizung: Die Sanierung eines Altbaus lohnt. Eine Familie aus Buchholz bei Hamburg etwa darf nach der energetischen Sanierung ihres Reihenhauses mit 84 Prozent weniger CO2-Ausstoß rechnen.
Heizungsthermostat mit CO2-Preisschild
Beispiel 6: Mieter machen Öko-Strom Mieter, die das Klima schützen möchten, haben zwar wenig Einfluss auf die Heizenergiekosten, auf ihren Heizenergieverbrauch hingegen schon. Sie können Ökostrom beziehen, oder den Strom gleich selber produzieren – mit Solar-Modulen für den Balkon.
Verkehrswende
Öffentlich nutzbarer Ladepunkt für Elektroautos
Zukunft der Elektroautos - Auf dem Weg Richtung Systemwechsel und Energiewende
Bis 2022 sollen eine Million E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Bei aktuell knapp 100.000 Elektro-Kfz ist das wohl recht ambitioniert. Damit Elektromobilität auch wirklich das Klima schont, braucht es zusätzlich die Energiewende.
Berlin: Zwei E-Scooter Fahrer fahren auf dem Fahrradweg an der Karl-Liebknecht Straße hinter einem BVG-Bus
Verkehrswende - An Ideen fehlt es nicht
Die Bundesregierung will, dass mehr Menschen E-Autos fahren. Daneben gibt es weitere Möglichkeiten, nachhaltige Mobilität zu fördern: einen gut ausgebauten ÖPNV. Ideen gibt der Mobilitätsatlas vom Verkehrsclub Deutschland und der Heinrich-Böll-Stiftung.
E-Ladestation vor einer Behoerde in Freiburg (Baden-Württemberg) . Foto: Winfried Rothermel | Verwendung weltweit
Ergebnisse des Autogipfels - Höhere Kaufprämien und schnell mehr Ladestationen für E-Autos
Bis 2030 sollen in Deutschland sieben bis zehn Millionen E-Autos fahren. Das sind die ambitionierten Ziele der Bundesregierung. Zum Ausbau der Ladeinfrastruktur will die Wirtschaft ihren Anteil leisten.