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Ebola-EpidemieNotstand in Westafrika

Afrikaner hat ein Tier aus dem Busch gefangen.  (dpa / Ahmed Jallanzo)
Die WHO warnt davor, Tiere aus dem Busch zu essen. Sie könnten Überträger des gefährlichen Ebola-Virus sein. (dpa / Ahmed Jallanzo)

Bisher waren alle Mühen vergebens: Die Ebola-Epidemie in Westafrika ist nicht zu kontrollieren. Neben Guinea und Liberia sieht nun auch Sierra Leone seine nationale Sicherheit bedroht und ruft den Notstand aus. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in die Region ab.

Sierra Leones Präsident Ernest Bai Koroma will die Seuche mit einem Vorsorgepaket in den Griff bekommen. So sollen ganze Gebiete im Osten des Landes unter Quarantäne gestellt werden. "Die Lage ist außer Kontrolle", sagt Mariano Lugli, Koordinator von Ärzte ohne Grenzen in Genf. Das Virus sei nicht zu stoppen, lokale Gesundheitsbehörden seien überfordert. In Sierra Leone wurden größere Menschenansammlungen verboten. Die Sicherheitskräfte seien angewiesen worden, die Anordnungen durchzusetzen.

Kritik an der WHO

Koroma kritisierte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) scharf. Als der Staatschef am Donnerstagmorgen das Landesbüro der Behörde in Freetown besuchen wollte, habe er dieses geschlossen vorgefunden, "ohne Rücksicht darauf, dass wir es in unserem Land mit einem Notfall zu tun haben", hieß es in einer Mitteilung. Das WHO-Zentrum in Sierra Leone müsse "24 Stunden am Tag in vollem Einsatz sein", sagte der Präsident.

Das Nachbarland Liberia hatte bereits am vergangenen Wochenende den Notstand ausgerufen und seine Grenzen geschlossen. Ausnahmen sind lediglich zwei Flughäfen und drei andere Grenzpunkte, an denen aber Zentren eingerichtet wurden, um Ein- und Ausreisende auf eine mögliche Erkrankung zu prüfen. Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf hatte die Schließung aller Schulen des Landes angeordnet. Auch sollen die Märkte in Grenzregionen geschlossen werden.

Schwerster Ausbruch der Krankheit seit 1976

Erste Ebola-Fälle waren in Guinea im März registriert worden. Rasch wurden auch Liberia und Sierra Leone erfasst. Es handelt sich um den schwersten Ausbruch der Krankheit seit ihrer Entdeckung im Jahr 1976. Auch ist es die erste Epidemie mit dem gefährlichen Zaire-Ebolavirus in Westafrika. Die Seuche führt in 60 bis 90 Prozent der Fälle zum Tod. Sie wird über alle Körperflüssigkeiten oder Ausscheidungen eines erkrankten Menschen übertragen - bis hin zu Schweiß und Tränenflüssigkeit. Ebola verursacht hohes Fieber, Erbrechen und Durchfall.

Bislang 730 Menschen an Ebola gestorben

Etwa 730 Menschen sind dem Erreger nach WHO-Daten bis zum 27. Juli zum Opfer gefallen - mehr als jeder zweite erfasste Infizierte. Es gibt noch keine zugelassene Impfung gegen Ebola und keine Therapie.

Die einzigen Gegenmittel sind bisher Aufklärung der Bevölkerung, Isolierung der Kranken und die hartnäckige Überwachung aller Menschen, die mit Patienten Kontakt hatten. Die WHO will nun 100 Millionen Dollar für die Bekämpfung des Virus zur Verfügung stellen. Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Westafrika ab.

(tzi/tön)

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