Donnerstag, 24.06.2021
 
Seit 14:30 Uhr Nachrichten
StartseiteSternzeitRegiomontanus, viel Einfluss und die Pest 05.06.2021

Ein vergessener Superstar der Astronomie Regiomontanus, viel Einfluss und die Pest

Morgen vor 585 Jahren kam in Königsberg bei Würzburg Johannes Müller zur Welt, besser bekannt als Regiomontanus. Schon 1447, da war er erst elf, begann er sein Studium in Leipzig. Einige Jahre später wechselte der auffallend begabte Mathematiker nach Wien.

Von Dirk Lorenzen

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Der Astronom und Mathematiker Regiomontanus (1436-1476)  (Brühl)
Der Astronom und Mathematiker Regiomontanus (1436-1476) (Brühl)

Gemeinsam mit dem Astronomen Georg von Peuerbach beobachtete er sorgsam den Himmel. Beide stellten große Abweichungen zum in alten Tafelwerken berechneten Lauf der Planeten fest. Regiomontanus entwickelte bessere Winkelmessgeräte, um die Positionen am Firmament noch genauer bestimmen zu können – Teleskope gab es damals noch nicht.

Er berechnete die damals genauesten Mond- und Planetentafeln, die unter anderem Christoph Columbus und Amerigo Vespucci als Navigationshilfe bei ihren Expeditionen dienten. Regiomontanus übersetzte eine griechische Handschrift des Almagest ins Lateinische und ergänzte sie um kritische Anmerkungen und neuere Beobachtungen. Der Almagest war das Hauptwerk des Ptolemaeus und galt anderthalb Jahrtausende als Grundpfeiler der Astronomie.

Regiomontanus und Georg von Peuerbach (Purbach) sind bis heute Nachbarn – auf dem Mond  (NASA / LRO )Regiomontanus und Georg von Peuerbach (Purbach) sind bis heute Nachbarn – auf dem Mond (NASA / LRO )

Auch Nikolaus Kopernikus nutzte eine Almagest-Ausgabe von Regiomontanus und wurde vermutlich durch sie zu seinen revolutionären Gedanken über den Aufbau der Welt angeregt.

Regiomontanus beschäftigte sich im Auftrag des Papstes auch mit einer Reform des alten Julianischen Kalenders, dessen Schaltregel zu ungenau war. Diese Kalenderarbeit konnte er aber nicht vollenden. Er starb 1476 bei einer Pestepidemie in Rom im Alter von nur 40 Jahren.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk