Samstag, 25.01.2020
 
Seit 20:05 Uhr Studio LCB
StartseiteForschung aktuellMeldungen aus der Wissenschaft14.01.2020

Erforscht, entdeckt, entwickeltMeldungen aus der Wissenschaft

Die Weltmeere verzeichnen Rekordtemperaturen +++ Geoforschende entdecken das älteste je auf der Erde gefundene Material +++ Eine Maschine hält eine Spenderleber eine Woche am Leben +++ Forscher entwickeln neuartige Roboter aus lebendem Gewebe +++ Ginkgos bleiben ausgeglichen und dadurch jung +++ Impfungen werden positiver gesehen +++

Von Michael Stang

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Neues aus der Wissenschaft - Die Wissenschaftsmeldungen aus "Forschung aktuell" (Deutschlandradio)
Mehr zum Thema

Erforscht, entdeckt, entwickelt Meldungen aus der Wissenschaft

Erforscht, entdeckt, entwickelt Meldungen aus der Wissenschaft

Erforscht, entdeckt, entwickelt Meldungen aus der Wissenschaft

Die Weltmeere verzeichnen Rekordtemperaturen

Die Erwärmung der Ozeane hat seit Beginn der globalen Erfassung einen neuen Höchststand erreicht. Die Meerestemperatur bis in zwei Kilometer Tiefe hat im vergangenen Jahr um etwa 0,075 Grad über dem Durchschnitt von 1981 bis 2010 gelegen. Das berichtet ein amerikanisch-chinesisches Forschungsteam im Fachblatt Advances in Atmospheric Sciences. Zudem beschleunigt sich die Erwärmung der Ozeane durch den Klimawandel. Die vergangenen zehn Jahre haben die höchsten Temperaturen der Meere seit den 1950er-Jahren gebracht, wobei die jüngsten fünf Jahre die jeweils wärmsten waren. Seit 1970 sind demnach mehr als 90 Prozent der Erderwärmung in die Ozeane geflossen, während nur vier Prozent die Landfläche und die Atmosphäre erhitzt hätten.

Quelle: Advances in Atmospheric Sciences


Geoforschende entdecken das älteste je auf der Erde gefundene Material

Vor rund 4,6 Milliarden Jahren entstand die Erde. Dennoch finden sich auf und in ihr teilweise noch ältere Materialien, die durch Meteoriten auf den Planeten gelangt sind. Einen neuen Rekordhalter hat nun ein internationales Forschungsteam in Australien ausgemacht. Im Fachblatt PNAS beschreiben die Wissenschaftler einen Meteoriten, der bis zu sieben Milliarden Jahre alte Körnchen Sternenstaub enthält. Analysen zufolge stammt das Material ursprünglich aus dem interstellaren Medium und entstand in nahen Sternen. Als sich später das Sonnensystem entwickelte, wurde der Sternenstaub von Meteoriten eingeschlossen und konnte in einer Art Zeitkapsel bis heute nahezu unverändert überdauern, so die Studienautoren.

Quelle: PNAS


Eine Maschine hält eine Spenderleber eine Woche am Leben

Bislang konnten Lebern nur für wenige Stunden außerhalb des menschlichen Körpers aufbewahrt werden. Ein Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Zürich hat nun eine Perfusionsmaschine entwickelt, die die Überlebensdauer einer Spenderleber auf sieben Tage verlängern kann. Wie die Mediziner im Fachblatt NATURE Biotechnology schreiben, imitiert die Maschine den menschlichen Körper, um einem Spenderorgan möglichst optimale Bedingungen zu bieten. Dabei dient eine Pumpe als Herzersatz, ein Oxygenator imitiert die Lungen und eine Dialyseeinheit die Nieren. Zudem übernehmen Hormon- und Nährstoffinfusionen die Funktionen des Darms und der Bauchspeicheldrüse. Wie das Zwerchfell im menschlichen Körper bewegt die Maschine zudem die Leber im Takt der menschlichen Atmung.

Quelle: NATURE Biotechnology | Uni Zürich


Forscher entwickeln neuartige Roboter aus lebendem Gewebe

Ein US-Wissenschaftlerteam hat in einer Machbarkeitsstudie erstmals vollständig biologische Maschinen kreiert. Wie die Forscher im Fachblatt PNAS schreiben, haben sie die sogenannten Xenobots aus unbeweglichen Hautzellen und kontrahierenden Herzzellen von Fröschen zusammengesetzt. Mithilfe künstlicher Intelligenz und eines Supercomputers hatten sie zuvor errechnet, welche Gebilde sich aus diesen Bausteinen herstellen lassen, die ein bestimmtes Verhalten ermöglichen, etwa eine zielgerichtete Fortbewegung. Aus den vielversprechendsten Designs wählten die Wissenschaftler einige Strukturen für erste Tests aus, die der Studie zufolge erfolgreich verliefen. Künftig könnten hochentwickelte Xenobots etwa in der Medizin oder dem Umweltschutz zum Einsatz kommen, hoffen die Studienautoren.

Quelle: PNAS


Ginkgos bleiben ausgeglichen und dadurch jung

Bislang war unklar, weshalb Ginkgobäume (Ginkgo biloba) über 1.000 Jahre alt werden können. Ein chinesisch-amerikanisches Botanikerteam hat den Stoffwechsel der Bäume untersucht und herausgefunden, dass die Ginkgos älter werden ohne zu altern. Wie die Botaniker im Fachblatt PNAS schreiben, produzieren die Bäume unabhängig vom Alter den Stoff Kambium, der für das Dickenwachstum des Stammes zuständig ist. Bei genetischen Analysen des Kambiums sahen die Studienautoren, dass die Zellen von alten Bäumen die Herstellung von Stoffen erhöhen, die die Ginkgos bei der Abwehr von Schädlingen schützen und die Bäume vor vorzeitiger Keimung, Trocken- oder Kältestress bewahren. Demnach können die Bäume die Genexpression und die Aktivität des Kambiums steuern und damit die Balance zwischen Wachstum und Altern halten.

Quelle: PNAS


Impfungen werden positiver gesehen

Das geht aus neuen Studiendaten hervor, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung heute vorstellte. Demnach haben immer mehr Menschen in Deutschland eine positive Einstellung zum Impfen. Für die Ergebung wurden bundesweit mehr als 5.000 Menschen im Alter von 16 bis 85 Jahren befragt. Demnach ist der Anteil der Erwachsenen, die Impfungen befürworten beziehungsweise eher befürworten, von 61 Prozent im Jahr 2012 auf 77 Prozent im Jahr 2018 gestiegen. Das persönliche Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt ist für nahezu alle Befragten (97 Prozent) die bevorzugte Informationsquelle für Impfungen. Die überwiegende Mehrheit der befragten Eltern erachtet Impfungen ebenfalls als wichtig. Dies gilt speziell auch für den Impfschutz von Kindern gegen Masern. Fünf Prozent der Befragten stehen Impfungen ablehnend gegenüber.

Quelle: BzgA 

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk