Milliardenhilfen gegen Abwanderung
EU-Kommission genehmigt deutschen Industriestrompreis

Deutschland darf seine Industrie mit einem vergünstigten Strompreis unterstützen. Die EU-Kommission genehmigte den geplanten Industriestrompreis, der rückwirkend ab dem 1. Januar für drei Jahre gelten soll. Für die Hilfen hat die Bundesregierung insgesamt 3,8 Milliarden Euro veranschlagt.

    Ein Mann mit Schutzhelm läuft durch eine Wasserstofffabrik
    Die EU-Kommission in Brüssel hat den deutschen Industriestrompreis gebilligt. (imago / Rupert Oberhäuser)
    Die EU-Kommission teilte mit, das Programm solle den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft unterstützen und die Abwanderung von Industrie verhindern. Profitieren sollen Branchen, bei denen ein erhebliches Risiko besteht, dass sie ihre Produktion in ⁠Länder ⁠mit geringeren oder fehlenden ⁠Umweltauflagen verlagern wie etwa die Chemie-, Metall- oder ⁠Zementindustrie.
    Mit der Maßnahme will die Bundesregierung den Strompreis deckeln, den Unternehmen letztlich zahlen, indem sie die Differenz zum Preis am Strommarkt erstattet. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Unternehmen mindestens die Hälfte der Einsparungen in eine klimafreundlichere Produktion investieren.
    Die schwarz-rote Koalition hatte den Industriestrompreis bereits im November grundsätzlich beschlossen, lange bevor der Irankrieg die Energiepreise in die Höhe trieb.
    Diese Nachricht wurde am 16.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.