Weltwirtschaft
EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen

Die Europäische Union und Australien haben sich nach jahrelangen Verhandlungen auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. In der australischen Hauptstadt Canberra unterzeichneten EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und Regierungschef Albanese ein entsprechendes Dokument.

    Die beiden stehen vor Fahnen beider Seiten und hinter einem Tisch. Sie schütteln sich die Hände und lächeln dabei.
    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der australische Premier Anthony Albanese nach der Unterzeichnung des Freihandels-Abkommens. (Lukas Coch / AAP / dpa )
    Das Abkommen sieht unter anderem den Wegfall von Zöllen vor und soll den Handel mit Dienstleistungen sowie gegenseitige Investitionen erleichtern. Industriebereiche, die besonders von der Vereinbarung profitieren könnten, sind der EU-Kommission zufolge etwa Maschinenbau, Chemie, Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft. Die EU soll zudem einen besseren Zugang zu Australiens strategisch wertvollen Rohstoffen wie seltenen Erden und Lithium bekommen.

    "Starkes Signal an den Rest der Welt"

    Von der Leyen machte deutlich, dass es für die EU wichtig ist, internationale Handelsbeziehungen auszubauen und zu diversifizieren, um Risiken und Abhängigkeiten zu verringern - in einer Zeit, in der die USA mit ihrer aggressiven Zollpolitik ein schwieriger Partner seien. "Wir senden ein starkes Signal an den Rest der Welt, dass in Zeiten der Turbulenzen Freundschaft und Zusammenarbeit das Wichtigste sind", betonte die deutsche Kommissionspräsidentin. Enger zusammenrücken wollen die EU und Australien auch mit einer neuen Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft, die eine stärkere Kooperation gegen Cyber-Risiken, hybride Bedrohungen sowie ausländische Informationsmanipulation und Einmischung vorsieht.

    "Freihandel wird Wirtschaft beider Seiten ankurbeln"

    Premierminister Albanese erklärte, der Freihandel werde die Wirtschaft beider Seiten ankurbeln und damit für mehr Wohlstand sorgen. Für Australien sei der Wegfall von Zöllen auf den Export von Wein und Meeresfrüchten bedeutend. Zudem könnten künftig mehr landwirtschaftliche Produkte wie Rindfleisch in die EU exportiert werden.
    Die EU geht davon aus, dass die Exporte aus den Mitgliedstaaten nach Australien im kommenden Jahrzehnt um ein Drittel auf jährlich bis zu 17,7 Milliarden Euro wachsen könnten. Besonderes Wachstumspotenzial gibt es den Angaben zufolge bei Milchprodukten, Kraftfahrzeugen und Chemikalien. EU-Investitionen in Australien könnten um mehr als 87 Prozent zulegen, heißt es.
    Der Vertrag geht nun in die juristische Überprüfung, die in der Regel mehrere Monate dauert. In der EU muss er zudem in alle 24 Amtssprachen übersetzt werden. Dann ist noch die Ratifizierung durch das europäische und das australische Parlament erforderlich.

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    Diese Nachricht wurde am 24.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.