Europa heute 

Portugals Migrationspolitik in CoronakriseBleiberecht gilt nicht für alle

Eduardo Cabrita, Innenminister Portugals gibt ein Interview in Lissabon am 16.01.2020 (imago / Orlando Almeida)

Die Maßnahme hat internationales Lob hervorgerufen: Auf dem Höhepunkt des Corona-Ausbruchs hatte Portugal ein vorläufiges Bleiberecht für Immigranten angekündigt, damit sie Zugang zu Gesundheitsversorgung und Sozialleistungen erhalten. Doch nicht für alle Immigranten gilt diese Regelung.

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Corona-Pandemie in PolenKohlebergwerke als Infektionsherd

Kommentare über ihre angeblich zu laxe Einstellung sind für die Bergleute unangenehm. Nun fürchten sie auch um ihre Arbeitsplätze. (picture-alliance / dpa / Koszowski)

Während in Polen strikte Corona-Maßnahmen galten, haben polnische Bergbauer weiter in Stollen gearbeitet. Schlesische Kohlebergwerke wurden so zum Infektionsherd für das Corona-Virus. Die Regierung in Warschau steht nun in der Kritik: Sie hätte zu spät gehandelt – und die Lage unterschätzt.

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Coronakrise in GroßbritannienJunge Menschen leiden verstärkt unter Einsamkeit

Ein Schild am West Wittering Beach in West Sussex. Durch den Coronavirus-Lockdown ist in Großbritannien das öffentliche Leben weitgehend zum Erliegen gekommen. (dpa / MATRIXPICTURES)

Junge Menschen fühlen sich in Großbritannien laut einer Studie derzeit besonders isoliert. Das erst vor zwei Jahren geschaffene Einsamkeitsministerium müsse hier noch aktiver werden, fordert die Autorin der Studie. Zusätzliche Gelder an lokale Organisationen reichten allein nicht aus.

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Leere Airbnb-Wohnungen in BarcelonaChance für erschwinglichen Wohnraum?

Rosa angemalte Häuser in Barcelona. (Unsplash / Annika Ibels)

In Barcelona gibt es unzählige Airbnb-Wohnungen. Das Unternehmen gilt vielen als mitverantwortlich für Gentrifizierung. Nun stehen die Ferienwohnungen leer, den Hosts fehlt das Einkommen. Regulär vermieten wollen sie trotzdem nicht.

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Ilisu-Wasserkraftwerk geht in BetriebAnkara flutet kulturelles Erbe

Die Antike türkische Stadt Hasankeyf vor der Überflutung (dpa / picture alliance / EPA / Tolga Bozoglu)

Am türkischen Nationalfeiertag wird das Ilisu-Wasserkraftwerk eingeweiht. Gegen das Megaprojekt gibt es seit Jahren Widerstand, weil dem Stausee historische Kulturstätten zum Opfer fallen. Türkische Aktivisten sind auch von Europa enttäuscht.

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80 Jahre Bombardierung Rotterdams"Das alte Weh ist fast verheilt"

"De Verwoeste Stad": Die Skulptur des russischen Bildhauers Ossip Zadkine im Zentrum von Rotterdam zeigt einen Mann, der seinen Kopf in den Nacken gelegt hat, sein Mund ist aufgerissen, die Arme gen Himmel gerichteten. Da, wo andere ihr Herz haben, klafft ein riesiges Loch. (picture alliance/ imageBROKER)

Mit der Bombardierung Rotterdams zwang Deutschland die neutralen Niederlande im Mai 1940 zur Kapitulation. Das historische Zentrum der Hafenstadt wurde völlig zerstört, 800 Menschen starben. Heute ist die verwüstete Stadt eine moderne Metropole und die Erinnerung an die deutschen Besatzer verblasst.

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Verdrängte GeschichteDas Schicksal der "Moffenkinder" in den Niederlanden

Die niederländische Historikerin Monika Diederichs hält in ihrem Wohnzimmer in Haarlem eine gerahmte Schwarz-Weiß-Fotografie ihrer Eltern in der Hand (Deutschlandradio/ Kerstin Schweighöfer)

Als "Moffenhuren" wurden sie nach Kriegsende beschimpft und gedemütigt: Niederländerinnen, die während der deutschen Besatzung mit Wehrmachtssoldaten zusammen waren. Auch "Moffenkinder" wie Monika Diederichs haben unter ihrer Abstammung gelitten – manche tun es bis heute.

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Sühnearbeit in den Niederlanden"Das kann man nicht wiedergutmachen"

Johanna Elfers in der Gedenkstätte Hollandsche Schouwburg in Amsterdam (Deutschlandradio/ Kerstin Schweighöfer)

In einem ehemaligen Theater in Amsterdam wurden zur Zeit der deutschen Besatzung niederländische Jüdinnen und Juden eingesperrt und später deportiert. Die Bremerin Johanna Elfers leistet in der heutigen Gedenkstätte Freiwilligendienst. Die Begegnung mit Zeitzeugen beeindruckt sie besonders.

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Judenverfolgung in den Niederlanden"Nach dem Krieg wurde vieles unter den Teppich gekehrt"

Aufschrift "Voor Joden verboden" -  Niederländisch für "Für Juden verboten"  (Imago/ Ann Ronan Picture Library)

Während der deutschen Besatzungszeit wurden in den Niederlanden fast 75 Prozent der jüdischen Bevölkerung in Vernichtungslager deportiert. Entscheidend dafür waren Effizienz und Folgsamkeit der dortigen Behörden. Lange hat es gedauert, bis das Land sich mit der eigenen Rolle auseinandergesetzt hat.

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Deutsche Besatzung in den NiederlandenVom Befreiungstag zum Tag der Freiheit

Parade zum Tag der Befreiung von den deutschen Besatzern am 5. Mai in Wageningen/ Niederlande  (picture alliance/ NurPhoto)

Die Niederlande haben lange und stark gelitten unter der deutschen Besatzung. Umso größer war der Jubel nach der Kapitulation der Wehrmacht. Der 5. Mai wurde zum Befreiungstag und wird bis heute groß gefeiert – besonders in Wageningen. Doch der Blick richtet sich inzwischen auch nach vorn.

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Ex-Verfassungsrichter in PolenStandhafter Kritiker der PiS-Regierung

Der ehemalige Präsident des polnischen Verfassungsgerichts, Jerzy Stepien (Imago/ Eastnews)

Die rechtskonservative polnische Regierungspartei PiS wollte Jerzy Stepien die Beamtenpension streichen, nachdem er die Justizreform kritisiert hatte. Doch der ehemalige Präsident des polnischen Verfassungsgericht lässt sich den Mund nicht verbieten.

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Tiefe Spaltung in PolenJunge Rechte und alte Kommunisten

Jungpolitiker Jan Strzezek beim Wahlkampf in der Fußgängerzone von Radom (Deutschlandradio / Florian Kellermann)

Die Justizreform in Polen sichert der rechtskonservativen PiS-Regierung ein Mitbestimmungsrecht bei der Wahl neuer Richter. Jungpolitiker und Jura-Student Jan Strzezek findet das gut. Politiker genössen gesellschaftliches Vertrauen. Und das Justizsystem habe sich seit dem Kommunismus noch kaum verändert.

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Erfahrung mit polnischen GerichtenWarum Aktivist Jan Spiewak eine Justizreform befürwortet

Der polnische Aktivist Jan Spiewak bei einer Demo in Warschau (picture alliance/ NurPhoto/ Mateusz Wlodarczyk)

Von den Kommunisten enteignete Immobilien wurden in Warschau jahrelang ohne genaue Prüfung an findige Geschäftsleute abgegeben. Aktivist Jan Spiewak kämpft dagegen an - und ist deswegen Dauergast vor Gericht. Das Justizsystem hält er für reformbedürftig - nur anders als von der Regierung umgesetzt.

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Resignierte RegierungsgegnerProtest gegen polnische Justizreform ebbt ab

Ein Plakat mit der Aufschrift "Free Courts - Free People - Free Europe" bei einem Protestmarsch von Richterinnen und Richtern gegen die umstrittene Justizreform im Januar 2020 in Warschau (picture alliance/ NurPhoto/ Aleksander Kalka)

Zu Beginn zog die umstrittene Justizreform in Polen Tausende auf die Straße. Heute sind viele Demonstranten müde – und enttäuscht. Zwar konnten sie verhindern, dass die rechtskonservative Regierungspartei PiS das Land noch radikaler umkrempelte. Doch deren Popularität ist ungebrochen.

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Mobbing aus politischen GründenPolnische Richter verklagen ihr eigenes Gericht

Strafrichter Marcin Swierk an seinem von Akten bedeckten Schreibtisch (Deutschlandradio/ Florian Kellermann)

Die umstrittene Disziplinarkammer am Obersten Gericht in Polen musste auf Anordnung des EuGH ihre Tätigkeit einstellen. Sie konnte unliebsame Richter sanktionieren. Doch politischen Einfluss kann die Regierungspartei PiS auch subtiler nehmen. Strafrichter wie Marcin Swierk wehren sich dagegen.

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TschechienDer Weg in die Schuldenfalle

Ein Pfandleihhaus in Tschechien - viele Bürger dort sind hoch verschuldet (Deutschlandradio/ Kilian Kirchgeßner)

Im Norden Tschechiens steckt fast ein Fünftel der Bevölkerung in der Zwangsvollstreckung. In der Stadt Usti nicht weit von Dresden ist sichtbar, wie Armut und Verschuldung zusammenhängen. Wichtige Gründe für Überschuldung sind immer noch mangelnde Bildung - und Naivität.

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Hilfe bei ÜberschuldungDer Schreck der tschechischen Kredithaie

Tschechische Kronen (Imago/Erwin Wodicka)

Anwalt Petr Nemec prozessiert gegen private Kreditanbieter und Gerichtsvollzieher in Tschechien. Nach eigenen Angaben hat er inzwischen mehr als 3.000 Zwangsvollstreckungen gestoppt. Viele Tschechen sind hoch verschuldet und haben sich auf dubiose Kreditverträge eingelassen.

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TschechienVom Manager zum Schuldner-Aktivisten

Der ehemalige Manager Radek Habl spricht vor einem Kamerateam (Deutschlandradio/Kilian Kirchgeßner                                                                                                                                                                                                                                                       )

Als eine Freundin sich Geld bei ihm leihen wollte, begann der damalige Manager Radek Habl, sich mit privater Verschuldung und Zwangsvollstreckungen in Tschechien zu beschäftigen. Er machte die Dimension des Problems öffentlich und wurde so zum Wegbereiter für neue Regeln zur Privatinsolvenz.

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Verschuldung in TschechienWenn plötzlich das Konto gepfändet ist

Eine Frau hebt Geld an einem Bankautomaten in Tschechien ab (Imago/ Karo)

Die Überschuldung von Privathaushalten ist in Tschechien ein großes Problem. Wer in Zwangsvollstreckungen steckt, fällt aus dem gesellschaftlichen Leben heraus. Aus Verzweiflung nehmen viele Bürger immer neue Schulden auf, auch bei dubiosen Anbietern zu immensen Zinsen.

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Hilfe für Albaniens FrauenEine App gegen gewalttätige Männer

Die App "Entdecke deine Stimme", die Hilfestellungen gegen häusliche Gewalt für Frauen in Albanien bündelt (Deutschlandradio / Leila Knüppel)

Vorschriften, Handykontrolle, Gewalt durch den Partner sind für viele Frauen in Albanien Alltag. Um Frauen in Bedrängnis zu unterstützen, haben drei Mädchen eine App namens "Entdecke deine Stimme" programmiert, die Strategien und Anlaufstellen aufzeigt.

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Scheidung für Frauen in AlbanienOft nur auf dem Papier gleichberechtigt

Ilda Cadra (l.) und die Juristin Elona Saliaj (Deutschlandradio / Leila Knüppel)

Bei einer Scheidung zu ihrem Recht zu kommen, ist für Frauen in Albanien oft ein steiniger Weg. Laut den Gesetzen herrscht zwar schon seit Jahren Gleichberechtigung. Aber in der Praxis merken die Anwältin Elona Saliaj und ihre Klientin Ilda Cadra nicht viel davon.

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"Schwurjungfrauen" in AlbanienLeben wie ein Mann, um frei zu sein

Eine der letzten "Schwurjungfrauen" Albaniens, Duni Grishaj, beim Holzhacken (Deutschlandradio / Leila Knüppel)

Im Dorf Lepush in den Bergen Nordalbanien dürfen Frauen nicht viel. Das mündlich tradierte Gewohnheitsrecht "Kanun" setzt ihrer Freiheit enge Grenzen. Die 55-jährige Duni hat sich daher entschieden, als "Schwurjungfrau" zu leben - ehelos, aber dafür mit allen Vorrechten eines Mannes.

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Selektive Abtreibung in AlbanienÄrztin: "Es ist Mord"

Ultraschallbild eines zwölf Wochen alten Kinds im Mutterleib (imago / YAY Images)

Gezielte Abtreibung weiblicher Föten ist auch in manchen Ländern Europas üblich - selbst wenn es illegal ist. Die Krankenhausärztin Rubena Moisiu aus Tirana beobachtet seit vielen Jahren das Phänomen der sogenannten "geschlechterselektiven Abtreibung".

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Privatisierung in SerbienDer Kampf der Arbeiter von "Jugoremedija"

Branislav Markuš vor dem Firmengelände von Jugoremedija (Deutschlandradio / Dirk Auer)

Die serbische Arzneimittelfirma "Jugoremedija" wurde 2002 privatisiert. Doch den Arbeitern gelang es, die Kontrolle über ihr Unternehmen zurückzugewinnen und die Produktion neu zu organisieren, selbstverwaltet und ohne Chef. Das Experiment dauerte fünf Jahre - und endete am Ende doch mit einer Niederlage.

Zwangsräumungen in SerbienGanze Siedlungen werden privatisiert und verkauft

Nemanja Pantović vor dem Arbeitermuseum „Trudbenik“ (Deutschlandradio / Dirk Auer)

Aufstieg und Fall des ehemaligen Baukombinats Trudbenik ist seit kurzem in einem Arbeitermuseum nachzuerleben. Gewürdigt werden vor allem die Arbeiter, die unzählige Wohnblöcke, Krankenhäuser und Schulen gebaut haben. Und denen wegen Privatisierung des Unternehmens nun die Zwangsräumung droht.

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Frauenorganisation RozaEin würdevolles Gehalt für jede Frau

Milica Lupšor (re.) mit Volontärinnen (Deutschlandradio / Dirk Auer)

In Serbien arbeiten vor allem Frauen unter prekären Bedingungen, oft ohne Arbeitsvertrag und Krankenversicherung. Einige Arbeiterinnen machen mit Broschüren und Theaterstücken auf ihre Situation aufmerksam. Ein erster Schritt auf dem Weg zu einer gerechten Bezahlung.

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Postzusteller in SerbienDas Geld reicht kaum zum Leben

Postbote Branko Perišić bei der Arbeit (Deutschlandradio / Dirk Auer)

Postzusteller in Serbien verdienen rund 330 Euro im Monat. Kredite abbezahlen und Schulden gehören zu ihrem Alltag. Die letzte Lohnerhöhung liegt schon 18 Jahre zurück. Auch deshalb gingen die Postler im vergangenen Jahr auf die Straße. Es war der größte Streik in der Geschichte der serbischen Post.

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Billiglohnland SerbienMarodes Gesundheitssystem

Die Erste-Hilfe-Abteilung eines Krankenhauses in Serbien (imago / Pro Photo)

Misswirtschaft, Krieg, Korruption: Serbiens Gesundheitssystem ist marode und kaputtgespart. Das zeigt sich deutlich während der Covid-19-Pandemie. Und auch das Pflegepersonal und die Ärzte kehren dem Land den Rücken. Sie zieht es angesichts niedriger Gehälter und schlechte Arbeitsbedingungen ins Ausland.

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Zypern-KonfliktWie ein Nord-Süd-Paar mit der Grenze umgeht

Eno und Kaan küssen sich (Deutschlandradio/ Manfred Götzke)

Zwischen Nord- und Südzyprern gibt es Freundschaften und Liebesbeziehungen. Aktuell sind allerdings die Grenzen weitgehend geschlossen. Die Menschen befürchten, dass das so bleibt. Denn während sie sich mehr Nähe wünschen, wachsen die Spannungen zwischen beiden Teilen der Insel.

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Geteiltes ZypernUnterwegs in der Geisterstadt Famagusta

Ein Schild mit der Aufschrift "Verbotene Zone" vor einer Absperrung am Strand, dahinter sind die verfallenen Hotels des ehemaligen Touristenviertels Varosha in Famagusta zu sehen (Getty Images/ Sean Gallup)

Zypern ist seit 1974 geteilt, etliche Versuche der Wiedervereinigung zwischen dem türkischen Norden und dem griechischen Süden sind gescheitert. Eine Initiative will in der Sperrzone wenigstens die ehemalige Touristenhochburg Famagusta wiederbeleben - mit einer "Wiedervereinigung light".

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Von der Türkei in die EUImmer mehr Flüchtlinge landen auf Zypern 

Geflüchtete aus Nigeria und Kamerun bei der Caritas in Nicosia (Deutschlandradio/ Manfred Götzke)

Kein anderes EU-Land nimmt pro Kopf so viele Flüchtlinge auf wie Zypern. Viele kommen aus Syrien, doch seit einigen Monaten gelangen auch immer mehr Menschen über die Türkei in den türkischen Norden der Insel. Ihr Ziel ist jedoch der Süden - die EU. Doch ihre Situation dort ist oftmals prekär.

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EnergiepolitikUmweltschützer kritisieren Zyperns Pläne zur Gasförderung

Ein Bohrschiff vor der zyprischen Küste bei Limassol (Getty Images/ Athanasios Gioumpasis)

Billionen Kubikmeter Erdgas vermuten Forscher vor der Küste Zyperns. Der Süden der Insel will dieses Gas fördern lassen, der Norden wurde nicht gefragt. Umweltschützer auf beiden Seiten fordern, dass der sonnenreichste Ort Europas besser auf Solarenergie oder auch Windkraft setzen sollte.

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Coronakrise verschärft KonfliktDer Süden Zyperns schließt Grenzübergänge

Absperrgitter am geschlossenen Checkpoint an der Ledra Straße in Nicosia im Süden Zyperns (Deutschlandradio/ Manfred Götzke)

In ganz Europa sind Grenzen wegen der Corona-Krise plötzlich geschlossen worden, ohne Protest. Auch auf der geteilten Insel Zypern haben Grenzübergänge dicht gemacht, etwa in Nicosia - der letzten geteilten Hauptstadt Europas. Doch hier protestierten die Menschen, denn sie vermuten andere Gründe.

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Laizität in FrankreichEin Instrument der Freiheit

Nicole Yardeni steht vor der "Mauer der Gerechten" in Toulouse (Deutschlandradio / Birgit Kaspar)

Rassistische, antisemitische, antichristliche und anti-islamische Akte haben in Frankreich zugenommen. Präsident Macron spricht von einer zunehmenden Zersplitterung der Gesellschaft. Aufrufe zur Gewalt sind lauter als die Stimmen der Vernunft, die sich für Toleranz und Respekt einsetzen. Doch die gibt es auch.

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IslamophobiePolemik um das Kopftuch

Menschen versammelten sich gegen Islamophobie auf dem Hauptplatz von Toulouse, der Capitole. Ein Mann zeigt eine Zeitung mit dem französischen Motto "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit".   (picture-alliance / NurPhoto / Alain Pitton)

Die Laizität und das islamische Kopftuch sind in den französischen Medien ein Dauerthema. Rechtspopulisten nutzen den Schleier, um vor einer Islamisierung der Gesellschaft zu warnen. Für junge Musliminnen ist er nicht nur Ausdruck der Glaubensfreiheit, sondern Symbol des laizistischen Prinzips.

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Laizität in FrankreichEin Imam ruft zur Versöhnung auf

Muslime verlassen die Moschee in Bordeaux (AFP / Mehdi Fdedouach)

Nach den Katholiken sind Muslime die zweitgrößte Glaubensgruppe in Frankreich. Wenige von ihnen sind radikalisiert, dennoch prägen die gewaltbereiten unter ihnen das Bild des Islams. Um eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern, ergreifen auch reformorientierte Imame jede Gelegenheit zum Gespräch.

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Marode Kirchen in FrankreichDas Unbehagen der Katholiken

Außenansicht der Kirche in Belloc (Deutschlandradio / Birgit Kaspar)

Messen und Beerdigungen ohne Priester, kaputte Glocken und Bänke: Frankreichs Kirchen auf dem Land verfallen. Ein Das nutzen vor allem rechte und rechtsextreme Politiker aus, um Wähler an sich zu binden.

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Französische WerteFreiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und Laizität

Schüler bei einer Prüfung in Lille (imago /  CrowdSpark / Thierry Thorel)

In Frankreich sind Kirche und Staat getrennt. Daher gibt es keinen Religionsunterricht in den öffentlichen Schulen. Ihr Auftrag ist vielmehr, republikanische Werte zu vermitteln. Damit Kinder das laizistische Prinzip verstehen, hängt in jedem Klassenzimmer die „Charta der Laizität“.

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Ausgangssperre in FrankreichFlüchtlinge und Obdachlose von Versorgung abgeschnitten

Agathe Nadimi kümmert sich um unbegleitete minderjährige Ausländer, die in Paris auf der Straße leben müssen. Sie unterstützt  auch den 15-jährigen Thierno aus Guinea. (Deutschlandradio / Bettina Kaps)

In Frankreich schlagen Hilfsorganisationen Alarm: Asylbewerber und Migranten in Notlagern sowie Obdachlose sind besonders von der Corona-Pandemie bedroht. Versorgung und Hygienebedingungen werden wegen der Ausgangssperre noch schlechter. Ein Lager in Paris wird jetzt aufgelöst.

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Britisches GesundheitssystemSchleichende Privatisierung

Schwangeres Paar bei der Ultraschalluntersuchung (imago / Monkeybusiness Panthermedia)

Viele Briten sind alarmiert: Sie fürchten, der überforderte staatliche Gesundheitsdienst NHS könnte privatisiert werden. Denn immer mehr Briten lassen sich privat versichern und entziehen damit dem staatlichen Dienst Ressourcen.

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Der Brexit und der NHSNotfallpläne für Medikamente und Medizintechnik

Lastwagen im Stau auf der französischen A16 in Richtung Ärmelkanal (AFP / Denis Charlet)

Der Brexit stellt den britischen Gesundheitsdienst NHS vor ganz neue Probleme: Die Versorgung mit Medikamenten und Medizintechnik. Damit die Pharmabranche weiterhin liefern kann, haben viele Firmen Doppelstrukturen geschaffen - Labore auf dem europäischen Festland.

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ZukunftspläneNeue Technologien für den NHS

Handschlag einer menschlichen und einer Roboterhand, auf dem Tisch darunter liegt ein Stethoskop (imago / Andrey Popov)

Der britische Gesundheitsdienst NHS braucht Geld. Die Regierung von Boris Johnson hat umgerechnet 280 Millionen Euro für den Einsatz neuer Technologien versprochen. Mithilfe künstlicher Intelligenz sollen Wartezeiten verkürzt, das Personal entlastet und somit Geld gespart werden.

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Der NHS als ArbeitgeberHarter Alltag im Krankenhaus

Hektik auf dem Krankenhausflur - der britische National Health Service leidet unter Personalmangel (picture alliance / PA Wire / empics / Peter Byrne)

Zu wenig Ärzte, zu wenig Pfleger - dem britischen Gesundheitsdienst fehlt vor allem Personal. Viele NHS-Mitarbeiter haben dem Dienst den Rücken gekehrt, weil die Arbeitsbedingungen schlecht sind. Das schreckt neue Bewerber ab. Der Brexit könnte die Lage verschärfen.

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Ausgangssperre und SolidaritätSpanien in der Coronakrise

Der amtierende sozialistische Regierungschef Pedro Sánchez bei seiner Rede, nach der Unterzeichnung des Regierungvertrages mit der linken Partei Podemos (Madrid 30. Dezember, 2019)  (AFP / Gabriel Boys)

Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez hat aufgrund der hohen Infektionsrate eine landesweite Ausgangssperre verhängt um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Diese Maßnahme stößt bei den meisten Spaniern auf Verständnis.

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Die Briten und ihr NHSEine große Liebe, aber keine blinde

Der britische Liedermacher Martyn Joseph (Marten Hahn)

Für viele Briten ist der National Health Service mehr als nur ein staatlicher Gesundheitsdienst. Der Liedermacher Martyn Joseph geht sogar so weit, seine Liebe zum NHS künstlerisch zu verarbeiten. Doch von dem einstigen Glanz ist wenig übrig. Die aktuelle Bedrohung heißt COVID-19.

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Tempolimit 100 auf niederländischen AutobahnenAuf die Bremse treten für die Umwelt

Ein Verkehrsschild weist auf die Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h hin. (dpa / Lars Halbauer )

In den Niederlanden werden die Warnschilder für ein Tempolimit 100 km/h aufgestellt: Es soll auf allen Autobahnen landesweit und von morgens bis abends gelten. Das Tempolimit ist eine von mehreren Maßnahmen aus einem Notfallpaket der Regierung für die Umwelt.

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Kampf gegen ArbeitslosigkeitDigitale Nachhilfe für Frankreichs Norden

Die Computerexperten Dylan und Malcolm im "Lab" von Fourmies (Deutschlandradio/ Bettina Kaps)

Fourmies war einmal Industriezentrum für Wollspinnerei, doch heute ist die nordfranzösische Stadt von vielem abgehängt, die Arbeitslosigkeit ist enorm. Jetzt hat das Rathaus die Digitalisierung entdeckt: Junge Experten sollen den Bürgern mit digitaler Technik neue Perspektiven bieten.

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Strukturwandel in NordfrankreichVorbild Ruhrgebiet

Sonnenaufgang über dem Nordfranzösischen Kohlerevier, im Vordergrund ein altes Fördergerüst (AFP/ Philippe Huguen)

Die Unesco zeichnete 2012 große Teile des nordfranzösischen Kohlereviers als Weltkulturerbe aus. So sollen Touristen und Investoren angelockt und der Stolz auf die Industriekultur in der strukturschwachen Region geweckt werden. Auch zum deutschen Ruhrgebiet besteht enger Kontakt.

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SpanienDie Konservativen und die Konkurrenz von rechts

Wahlkampf in Spanien: Unterstützer der rechtsextremistischen Partei Vox. (picture alliance / NurPhoto)

Sinkende Umfragewerte, der Umgang mit Rechtsaußen, die Frage nach dem politischen Kurs: Die spanische Volkspartei PP stand vor einem Jahr vor großen Herausforderungen – und orientierte sich selbst nach rechts. Ein Vorbild für die CDU, die sich in einer ähnlichen Lage befindet?

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Kunstmuseum Louvre-LensKultur ist die Hoffnung für Frankreichs Norden

Das Louvre Lens mit seiner markanten Pyramidenoptik (picture alliance/ MAXPPP/ Thierry Thorel)

In Lens, 200 Kilometer nördlich von Paris, hat das Louvre-Museum einen Ableger: Der "Louvre-Lens" soll die Krisenregion aufwerten, die immer noch mit dem Ende des Bergbaus kämpft. Dazu braucht das Museum die Menschen vor Ort – und das sind keine Bildungsbürger.

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Kommunalwahlen in FrankreichEine Kleinstadt wagt die Öko-Demokratie

Blick auf Loos-en-Gohelle im Nordfranzösischen Kohlerevier - Unesco-Weltkulturerbe seit 2012 (AFP/ Philippe Huguen)

In vielen früheren Bergarbeiterstädten in Nordfrankreich regiert der Frust, weil der Strukturwandel dort nicht gelingt. In Loos-en-Gohelle dagegen setzt ein grüner Bürgermeister auf Ökologie und Bürgerbeteiligung - bislang erfolgreich: Zu den Kommunalwahlen gibt es keine Gegenkandidatur von rechts.

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Russische VerfassungsreformAuf der Zielgeraden

Der russische Präsident Putin steht auf einer Bühne und applaudiert. Vor ihm stehen viele Menschen. (AP POOL/Alexander Zemlianichenko)

Der Gesetzentwurf zur russischen Verfassungsreform wird am Dienstag und Mittwoch im Parlament wohl die letzten Hürden nehmen. Nach einer Volksabstimmung im April könnten die Änderungen in Kraft treten. Die geben dem russischen Präsidenten mehr Macht und Kompetenzen.

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