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StartseiteInterview"Die Beteiligung wird wahrscheinlich miserabel sein"26.05.2019

Europawahl"Die Beteiligung wird wahrscheinlich miserabel sein"

Der französische Publizist Alfred Grosser rechnet nicht damit, dass sich viele Menschen an der Europawahl beteiligen. Europa sei nicht sehr populär, sagte er im Dlf. Vieles sei zu selbstverständlich geworden und werde nicht mehr wahrgenommen - etwa die offenen Grenzen.

Alfred Grosser im Gespräch mit Benedikt Schulz

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Der französische Publizist und Politikwissenschaftler Publizist Alfred Grosser (imago stock&people/epd-bild/HeikexLyding)
Der französische Publizist und Politikwissenschaftler Publizist Alfred Grosser (imago stock&people/epd-bild/HeikexLyding)
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Der 1925 geborene Publizist und Politologe ist bezüglich der Wahlbeteiligung bei der Europawahl nicht sehr optimistisch. "Die Beteiligung wird wahrscheinlich miserabel sein bei dieser Europawahl", sagte er im Dlf. Die EU könnte mit ein bisschen mehr Energie gerettet werden. "Der Präsident ist sehr europäisch eingestellt und spricht auch sehr europäisch, die Frage ist, inwieweit auf den Präsidenten auch gehört wird."

Vielen Leuten sei nicht bewusst, dass die europäische Lösung die "einzige aufbauende Lösung überhaupt" sei. Das liege daran, dass "Europa nicht populär ist." Vieles sei zu selbstverständlich geworden, so Grosser. "Dass es keine Grenzen gibt, ist total selbstverständlich, dass man überall hinreisen kann ohne Pass, ohne Visum - völlig selbstverständlich. Europa ist so selbstverständlich geworden, dass die meisten Leute gar nicht merken, dass es so ein Europa gibt." Es gebe durchaus eine europäische Identität, aber sie sei nicht spürbar, "weil sie nicht als solche auftritt."

"EU-Parlament wird kaum wahrgenommen"

Das EU-Parlament, so Grosser, habe schon eine Menge getan - trotzdem würden die Wahlen wohl kaum wahrgenommen, "weil man gar nicht weiß, was dieses EU-Parlament alles kann und alles tut."

In Frankreich bestehe die Gefahr, dass viele Mitglieder der Partei Rassemblement National ins Parlament gewählt würden, "weil sie sich mobilisieren - die anderen mobilisieren sich nicht."

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