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StartseiteInformationen am AbendWhistleblowerin will für US-Senat kandidieren14.01.2018

Ex-Wikileaks-Informantin Chelsea ManningWhistleblowerin will für US-Senat kandidieren

Chelsea Manning, die einst Geheimnisse der US-Streitkräfte an die Internetplattform Wikileaks weitergegeben hatte, will in den US-Senat. Die 30-Jährige, inzwischen aus Militärhaft entlassen, tritt im Bundesstaat Maryland an.

Von Gabi Biesinger

Die undatierte Aufnahme zeigt ein am 18.05.2017 über den Instagram-Account von Chelsea Manning veröffentlichtes Portrait von Chelsea Manning. Manning (29), kürzlich frei gelassene Whistleblowerin und Transgender, wird in der Septemberausgabe der "Vogue" zu sehen sein. (Tim Travers Hawkins/Courtesy of Chelsea Manning/AP/dpa)
Chelsea Manning, Whistleblowerin und Transgender, will in die Politik und tritt im US-Bundesstaat Maryland an. Unterstützt wird sie von einer Non-Profit-Organisation, die sie schon während der Haft betreut hatte. (Tim Travers Hawkins/Courtesy of Chelsea Manning/AP/dpa)
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Wie aus den Bundeswahlunterlagen hervorgeht, hat Chelsea Manning ihre Kandidatur für die Wahlen im November eingereicht, um für die demokratische Partei im Senat den Bundesstaat Maryland zu vertreten. Der "Washington Post" zufolge strebt die 30-Jährige an, den Sitz des renommierten Demokraten Ben Cardin zu übernehmen. Der 74-Jährige sitzt seit elf Jahren für Maryland im Senat und stellt sich zur Wiederwahl.

Gefühle für Kandidaten wichtiger

Manning, die laut Washington Post zu ihrer Kandidatur keine Stellung nehmen wollte, werden nur geringe Chancen eingeräumt. Allerdings zitiert die Post einen Politikprofessor, der erklärte, in den USA könne man derzeit beobachten, wie die bestehenden Regeln der Politik über Bord geworfen würden. Gefühle für Kandidaten würden wichtiger und Qualifikation und Erfahrung in den Hintergrund drängen.

Die Non-Profit Organisation "Fight For The Future", die Manning während ihrer Haft betreut hatte, begrüßte ihre Kandidatur. Manning hat in Artikeln und bei Vorträgen immer wieder darauf gedrängt, die Mächtigen für ihr Handeln zur Verantwortung zu ziehen.

750.000 vertrauliche Dokumente zugespielt

Als Nachrichtenoffizier der US-Armee hatte Manning 750.000 vertrauliche Dokumente über die Kriege im Irak und in Afghanistan von Militärrechnern heruntergeladen und 2010 der Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt. Damals war sie - noch männlichen Geschlechts - als Obergefreiter Bradley Manning in der Nähe von Bagdad stationiert gewesen.

Im Mai 2010 war Manning festgenommen und später zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Während der Haft unterzog Manning sich einer Geschlechtsumwandlung und nannte sich fortan Chelsea Manning. Aufgrund eines Gnadenerlasses des damaligen demokratischen US-Präsidenten Barack Obama kam Manning nach sieben Jahren im Gefängnis vorzeitig frei. Seitdem schreibt sie für verschiedene Zeitungen, unter anderem den britischen Guardian, auch über Transgender-Themen.

Trump bezeichnete Manning als "Verräterin"

US-Präsident Donald Trump hatte Manning als "Verräterin" bezeichnet, die das Gefängnis "niemals" hätte verlassen dürfen. Trump hatte außerdem vergeblich versucht eine Regelung von Obama zu kippen, die die Aufnahme von Transgender-Menschen ins US-Militär seit Jahresbeginn erlaubt.   

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