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Startseite@mediasres"Jeder macht ein bisschen was, aber keiner so richtig"22.09.2020

Forderung nach "Bundeszentrale" für Digitales"Jeder macht ein bisschen was, aber keiner so richtig"

Eine "Bundeszentrale für digitale Aufklärung"? Das ist die Idee von Dorothee Bär. Aktuell sei das Angebot von Ministerien und anderen „fragmentiert“, sagte die Digitalstaatsministerin im Deutschlandfunk. Das sehen die Landesmedienanstalten anders.

Dorothee Bär im Gespräch mit Christoph Sterz

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Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitales, bei der Präsentation der offiziellen Corona-Warn-App. (picture alliance/Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa)
Dorothee Bär (CSU), Staatsministerin für Digitales (picture alliance/Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa)
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"Jeder macht ein bisschen was, aber keiner so richtig", so Bär. Es müsse darum gehen, "das Angebot effizienter zugänglich zu machen". Eine Homepage wäre der CSU-Politikerin zufolge "ein erster Schritt", das müsse "hochskaliert werden im Laufe der Jahre". Langfristig könne es beispielsweise "digitale Botschafterinnen" geben.

Inhaltlich sich stellt Bär ein Angebot vor, das verschiedene Zielgruppen mit unterschiedlichem Wissen erreichen soll: "Die einen wollen sich detailliert über die Herausforderungen mit 5G auseinandersetzen, die anderen wissen nicht, was ein Router ist, beziehungsweise, was digitale Bildung leisten soll." Außerdem solle es darum gehen, über gezielte Desinformationen, wie etwa die zu Corona, aufzuklären.

In einem Gastbeitrag für die Wirtschaftswoche hatte Bär vergangene Woche geschrieben, in der Masse an Daten, die heute zur Verfügung stünden, sei vielen Bürgerinnen und Bürgern die Fähigkeit abhandengekommen, Wahrheit und Unwahrheit zu unterscheiden. Eine Bundeszentrale solle dabei helfen, zu einer digitalen Mündigkeit zu kommen. Wie teuer das Projekt werden könne, schreibt Bär nicht, betont aber, es könne bereits mit "überschaubaren" Haushaltsmitteln Wirkung entfalten.

Landesmedienanstalten: Projekte vor Ort stärken

Bei den "allermeisten Landesmedienanstalten" gebe es bereits einen gesetzlichen Auftrag, Medienkompetenz zu vermitteln, sagte Wolfgang Kreißig, Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, im Deutschlandfunk. Die Landesmedienanstalten verfügten darin über "jahrzehntelange Erfahrung". 

"Am Ende des Tages müssen solche Projekte vor Ort wirken", so Kreißig. "Und das heißt, dass hier die Vernetzung der Landesmedienanstalten mit den lokalen Strukturen sehr wichtig ist." Das sei auf die Schnelle nicht möglich mit einer Bundeszentrale. "Meines Erachtens wäre es klüger, die lokalen Strukturen zu stärken."

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