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StartseiteSport am WochenendeDer "Gute-Laune-Onkel" des DFB01.01.2020

FußballDer "Gute-Laune-Onkel" des DFB

Seit der WM 2018 ist beim DFB viel passiert: drei Führungsspieler wurden aussortiert und Reinhard Grindel musste als DFB-Präsident den Hut nehmen. Sein Nachfolger ist Fritz Keller. Experte Marcus Bark sieht in Keller den "Gute-Laune-Onkel" des DFB, der inhaltlich noch zu Wünschen übrig lässt.

Marcus Bark im Gespräch mit Klaas Reese

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Fritz Keller, Präsident vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), steht unter einem DFB-Logo (dpa / Boris Roessler)
Fritz Keller, frisch gewählter Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (dpa / Boris Roessler)
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"Fritz Keller ist natürlich ein Kandidat, den die Mehrheit erst einmal annimmt", sagt Marcus Bark. Reinhard Grindel sei dagegen eher ein Kandidat gewesen, der abgelehnt wurde. Nichtsdestotrotz ist Fritz Keller laut Sportjournalist Marcus Bark nur ein "gute-Laune-Onkel" des DFB, der sich aber inhaltlich nach Barks Meinung noch zu bedeckt hält: "Wenn ich dann lese, die EM in zwölf Ländern mit 24 Mannschaft trägt zur Einheit Europas bei. Halbfinale und Finalspiel sind in London in England, wir haben den Brexit vor der Tür stehen. Das ist mir zu sehr PR und Wischiwaschi", sagt Bark. In Zeiten von sehr hitzigen Debatten sei Keller viel mehr gefordert: "Ich glaube, er könnte viel mehr bewirken, wenn er in seiner Ansprache und in seinen Worten klarer werden würde."

DFB muss wieder Kontakt zur Basis herstellen

In einem Kicker-Interview gibt Keller zu, dass der DFB Probleme mit dem Fanwesen habe. Deshalb wolle man beispielsweise als Gegenmaßnahme Familien oder Fans mehr entgegenkommen. Erreicht werden soll das unter anderem mit der Wiedereinführung von Stehplätzen. Darin sieht Marcus Bark "ein großes Missverständnis". Dabei erklärt Bark: "Wenn wir uns das Länderspiel-Publikum derzeit ansehen, das unterscheidet sich dermaßen von dem Publikum von Bundesligaspielen. Die Leute, die bei den Bundesligaspielen auf Stehplätze gehen, ich glaube, die hat der DFB in den vergangenen 14 Jahren, seit der WM 2006, das war schon eine erhebliche Zäsur, verloren." Die Wiedereinführung von Stehplätzen reiche laut Bark nicht aus. Um diese Fans zurückzholen, müsse der DFB tiefgreifende Maßnahmen ergreifen.

Trotz der scharfen Kritik sieht Bark in Fritz Keller den richtigen Mann. Zusätzlich sei DFB-Teamchef Oliver Bierhoff ein wichtiger Faktor. Dabei wünscht sich Bark, "dass Oliver Bierhoff an die Basis geht, sich umhört, mal ins Vereinsheime geht, mal bei Amateur-Spielen vorbeikommt und fragt: "Was ist eigentlich euer Problem mit uns?" Und diese Probleme, die ihm dann genannt werden, soll er anpacken und dann kann das gelingen."

 

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