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Fußball
Keine personalisierten Tickets für Frankfurt-Fans

Das DFB-Sportgericht hat die gegen Eintracht Frankfurt verhängte Strafe zurückgenommen. Die Tickets für Fans von Eintracht Frankfurt werden bei kommenden Auswärtsspielen nicht personalisiert. Der Effekt ist ohnehin umstritten.

Von Ludger Fittkau | 19.12.2016

    Fans von Eintracht Frankfurt zünden Bengalos und Feuerwerkskörper.
    Fans von Eintracht Frankfurt zünden Bengalos und Feuerwerkskörper. (picture alliance / dpa / Oliver Mehlis)
    Große Erleichterung heute Abend bei einer Veranstaltung der Koordinationsstelle Fanprojekte in Frankfurt am Main. Erleichterung darüber, dass das DFB-Schiedsgericht die gegen Eintracht Frankfurt verhängte Personalisierungsauflage für Auswärtstickets aufgehoben hat.

    Henning Schwarz, Vorstand der Fanabteilung der Eintracht: "Ja, brandaktuell natürlich. Wir sind eigentlich ganz froh und begrüßen die Entscheidung vom DFB, das Urteil zurückzunehmen. Es ist nicht sinnhaft, eine komplette Auswärtsfahrer-Fanszene daran zu hindern, im Prinzip auswärts zu fahren. Es würde nicht zu einem Ergebnis führen, dass der Sicherheit irgendwie genüge getan würde. Wir hatten höchste Sicherheitsbedenken und deswegen begrüßen wir es, dass der DFB noch zur Einsicht gekommen ist."
    "Personalisierung trägt nicht zur Sicherheit bei"
    Ganz ähnlich sieht das Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte, die Organisatorin der heutigen Diskussionsveranstaltung in Frankfurt am Main zur Personalisierung des Ticket-Verkaufs: "Unsere Erfahrung zeigt, dass die Personalisierung nicht zur Sicherheit beiträgt, sondern das es eher zu einer Kundenunzufriedenheit einerseits beträgt und das Verhältnis zwischen Fans und Vereinen unter Spannung setzt."
    Daniela Wurbs, ehemalige Geschäftsführerin der größten europäischen Fan-Organisation von Football-Supporters Europe, verweist darauf, dass es etwa in Ungarn oder Polen bereits seit Jahren einen personalisierten Ticketverkauf gibt.
    Gewalt ist nicht reduziert worden
    Die Gewalt auch in den Stadien seit damit dort nicht reduziert worden: "Ich glaube, man muss nicht viel mehr dazu sagen, dass es in Polen und Ungarn relativ offensichtlich ist, dass man da angesichts der Vorfälle, die auch hier so in den Medien dokumentiert sind durchaus sehen kann, wie wenig solche Systeme bringen."
    Henning Schwarz, vom Vorstand der Fanabteilung der Eintracht hofft nun, dass auch die Innenministerkonferenz dem Urteil des DFB-Schiedsgerichts folgt. Die Politik neige bisher zu Kollektivstrafen für gewalttätige Fans - ein Mittel, das Vereine und Fanorganisationen grundsätzlich sehr kritisch betrachten.