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StartseiteUmwelt und VerbraucherStaatengruppe will Klimaschutz voranbringen17.11.2014

G20-GipfelStaatengruppe will Klimaschutz voranbringen

Australiens Premierminister, Tony Abbot, gilt als Klimaskeptiker. Auf dem Gipfel der G20 in Brisbane hatte das Gastgeberland versucht, das Thema Klimaschutz klein zu halten. Ohne Erfolg. Denn die USA, China wie auch die Europäer wollten darüber sprechen.

Von Benjamin Hammer

Weiterführende Information

G20-Gipfel - Ergebnisse trotz Putin
(Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 17.11.2014)

Klimaziele der USA und Chinas - Nur auf den ersten Blick beeindruckend
(Deutschlandfunk, Themen der Woche, 15.11.2014)

Klimapolitik - Neue Klimaziele für Washington und Peking
(Deutschlandfunk, Aktuell, 12.11.2014)

US-Präsident Obama wusste genau, womit er die Australier packen würde. Um zu veranschaulichen, wie bedrohlich der Klimawandel sei, sprach er über so etwas wie das nationale Heiligtum der Australier: das Great Barrier Reef. Das Korallenmeer ist durch den Klimawandel bedroht.

"Ich habe diesmal keine Zeit, zum Great Barrier Reef zu fahren. Ich will aber zurückkommen. Ich will, dass meine Töchter dort hinfahren können. Auch noch in 50 Jahren."

Obama sprach am Rande des G20-Gipfels vor Studenten. Einen großen Teil seiner Rede nutzte er für einen Appell für mehr Klimaschutz. Die Studenten waren begeistert, die australische Regierung wohl weniger. Premierminister Tony Abbot gilt als Klimaskeptiker. Einst hatte er den Klimawandel als "Mist" bezeichnet. Kurz nach seinem Amtsantritt 2013 schaffte er eine CO2-Steuer seiner Vorgängerin wieder ab. Und so fragten sich die Beobachter: Würde das Thema auf dem Gipfel besprochen? Die australische Regierung klang genervt, wenn sie darauf angesprochen wurde. Natürlich sei das wichtig, sagte etwa Finanzminister Joe Hockey.

Dennoch hatte Australien versucht, das Thema auf dem Gipfel klein zu halten. Ohne Erfolg. Im Abschlusskommunikee des G20-Gipfels heißt es nun: "Wir unterstützen einen starken Kampf gegen den Klimawandel. Wir wollen zusammenarbeiten um ein Protokoll, ein anderes rechtliches Instrument oder eine Vereinbarung mit rechtlicher Verbindlichkeit in Paris 2015 zu verabschieden."

Kllima-Deal zwischen den USA und China

Wenige Tage vor dem G20-Gipfel in Brisbane hatten die USA und China einen Klimadeal geschlossen. So will China spätestens im Jahr 2030 den Höhepunkt seines CO2-Ausstoßes erreichen, die USA wiederum wollen bis zum Jahr 2025 den Ausstoß von Treibhausgasen um rund 27 Prozent im Vergleich zu 2005 reduzieren. Wenn sich China und die USA einigen könnten, dann könne die Welt das auch, erklärte Obama dazu in Brisbane.

Bis zu einem Kompliment der Kanzlerin dauerte es auf dem Gipfel nicht lange:

"Hier ist es sehr erfreulich, dass die Vereinigten Staaten von Amerika und China beide Erklärungen abgegeben haben, die uns voran bringen auf dem Weg zu der Klimakonferenz in Paris. Der französische Präsident hat noch einmal die Bedeutung dieser Konferenz hervorgehoben."

Hervorgehoben haben die Staats- und Regierungschefs auch ihr Engagement für den Klimafonds der Vereinten Nationen. Er soll Entwicklungsländer bei Projekten für den Klimaschutz unterstützen. Die USA kündigten in Brisbane eine Zahlung von drei Milliarden US-Dollar in den Fonds ein, Japan 1,5 Milliarden und Deutschland eine Milliarde US-Dollar.

Weitere Zusagen könnten folgen. Am Donnerstag findet in Berlin eine Geberkonferenz für den Klimafonds statt.

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