
38 Sportler - darunter der Schwimmer Marius Kusch und der Sprinter Mike Bryan als die beiden einzigen deutschen Teilnehmer - haben acht Wochen lang unter medizinischer Begleitung Dopingmittel wie Testosteron, Wachstumshormone oder Steroide zu sich genommen. Wer welche Wirkstoffe und in welcher Menge eingenommen hat, gaben die Veranstalter nicht bekannt. Die Sportler treten in den Disziplinen Schwimmen, Leichtathletik und Gewichtheben gegeneinander an. Wer einen Weltrekord bricht, soll dafür neben dem Antrittsgeld eine Million US-Dollar als Prämie erhalten.
Fred Kerley ohne Doping am Start?
Zu den prominenten Teilnehmern zählt der US-Sprinter Fred Kerley. Der 100-Meter-Weltmeister von 2022 sagt, er habe auf die Einnahme von Dopingmitteln verzichtet und sei lediglich für die medizinischen Untersuchungen und das Training im Enhanced-Games-Trainingslager in Abu Dhabi dabei gewesen. Kerley ist derzeit für zwei Jahre für die Teilnahme an regulären Leichtathletik-Wettkämpfen gesperrt, weil er mehrfach Dopingkontrollen verpasst hat.
Wer steckt hinter den Enhanced Games?
Gründer der Spiele ist der frühere Leistungsschwimmer und Unternehmer Aron D'Souza. Er sieht sich laut der Deutschen Presse-Agentur auf einer Mission, "eine neue Supermenschheit zu schaffen". Der ehemalige Investmentbanker und Milliardär Christian Angermayer wird als Mitbegründer geführt. Zu den Investoren der Enhanced Games sollen auch Paypal-Gründer Peter Thiel und US-Präsidentensohn Donald Trump Jr. gehören.
Hinter den Enhanced Games stehen auch wirtschaftliche Interessen. Im offiziellen Online-Shop des Turniers werden für Erwachsene ab 18 Jahren etwa Testosteron oder Sermorelin, ein Wachstumshormon, angeboten. Der Verkauf und die Entwicklung von Medikamenten gehören zum Konzept.
Kritik vom Deutschen Olympischen Sportbund
Der Deutsche Olympische Sportbund lehnt die Enhanced Games ab. Wer sich gesundheitsgefährdenden Projekten wie den Enhanced Games anschließe, nehme in Kauf, sich damit außerhalb der Gemeinschaft des Sports zu positionieren, zitiert die dpa den DOSB.
Diese Nachricht wurde am 24.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
