Krankenkassen
Gemischte Reaktionen auf Kommissions-Empfehlungen

Die Vorschläge der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung stoßen auf ein geteiltes Echo. Während die Einen das Einsparpotenzial der Maßnahmen begrüßen, warnen die Anderen vor Einschnitten für Patientinnen und Patienten. Bundesgesundheitsministerin Warken will jetzt schnell Entscheidungen treffen.

    Mehrere Gesundheitskarten verschiedener Krankenkassen liegen auf einem Tisch.
    Eine Expertenkommission hat Vorschläge für Einsparungen bei den Krankenkassen vorgelegt. (picture alliance / Jens Kalaene / dpa-Zentralbild / dpa / Jens Kalaene)
    Arbeitgeberpräsident Dulger begrüßte den Mut und die Entschlossenheit des Gremiums. Nun müssten Union und SPD beweisen, dass ihre Reformankündigungen belastbar seien. Auch der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen lobte die Empfehlungen: Sie könnten für eine Stabilität oder sogar Senkung der Beiträge im kommenden Jahr sorgen, hieß es.
    Kritik kam unter anderem von der Pharmaindustrie. In einer gemeinsamen Erklärung warnten mehrere Verbände vor Kürzungen bei Arzneimitteln und sprachen von einem "Irrweg". Die Kassenärztliche Bundesvereinigung erklärte, viele Arzttermine würden wegfallen, wenn die Vergütung der Mediziner begrenzt werde. Auch der Paritätische Gesamtverband sieht die Vorschläge kritisch. Eine Erhöhung der Zuzahlungen und eine Streichung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern beispielsweise belasteten Menschen gleich mehrfach zusätzlich.

    Warken kündigt "sozialverträgliches" Gesamtpaket an

    Die Expertenkommission hatte in Berlin 66 Maßnahmen vorgestellt, mit denen die gesetzlichen Krankenkassen finanziell entlastet werden sollen. Zu den Empfehlungen gehören die Streichung der kostenfreien Mitversicherung für Ehepartner, höhere Zuzahlungen für Medikamente und eine stärkere Besteuerung von Tabak, Alkohol und zuckerhaltigen Getränken.
    Bundesgesundheitsministerin Warken kündigte eine Prüfung der Empfehlungen an. Sie sei dankbar, dass die Kommission einen "gut gefüllten Werkzeugkasten" vorgelegt habe. Die Bundesregierung werde zeitnah ein Maßnahmenpaket vorstellen, das "sozialverträglich und wirtschaftlich tragfähig" sei.

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    Diese Nachricht wurde am 31.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.