Donnerstag, 09. Dezember 2021

Geniale Idee, aber kein Erfolg Das aufblasbare Modul für die Raumstation

Seit 2016 ist BEAM Teil der Internationalen Raumstation. Die englische Abkürzung steht für Bigelows Ausdehnbares Aktivitätsmodul. Nach der Montage an einen Stutzen der ISS wurde es buchstäblich aufgeblasen.

Von Dirk Lorenzen | 17.06.2021

Ganz schön aufgeblasen: Das Modul BEAM an der ISS
Ganz schön aufgeblasen: Das Modul BEAM an der ISS (Animation / NASA / Bigelow)
Es klingt ganz einfach: Module starten zusammengefaltet und werden erst im All zu voller Größe gebracht – ähnlich wie das Aufblasen eines Gummibootes.
BEAM ist rund vier Meter lang und hat gut drei Meter Durchmesser. Es dient vor allem als Test für aufblasbare Strukturen im All. Die Außenhülle ist mit Sensoren ausgestattet, die die Einschläge von Mikrometeoriten und Teilchen des Weltraumschrotts registrieren. Es gab schon Treffer, aber noch keiner ist bis zu den besonders festen Schichten der Modulwand vorgedrungen.
NASA-Astronaut Randy Bresnik inspiziert im Juli 2017 das gerade installierte BEAM-Modul auf der ISS 
NASA-Astronaut Randy Bresnik inspiziert im Juli 2017 das gerade installierte BEAM-Modul auf der ISS (NASA)
BEAM dient vor allem als Stauraum. Es hat sich so bewährt, dass es bis 2028 in Betrieb bleiben soll – fast zehn Jahre länger als ursprünglich geplant. Doch der Firma Bigelow hat das Modul wenig Glück gebracht. Vor über einem Jahr wurden alle knapp hundert Mitarbeiter entlassen – offiziell wegen der Auswirkungen der Pandemie. Doch Beobachter waren von der Entwicklung nicht überrascht. Denn noch fehlt der NASA das Zutrauen, wirklich wichtige Komponenten aufblasbar zu konzipieren. Beim Bau des Lunar Gateway, einer Art Raumstation in der Mondumlaufbahn, kam Bigelow nicht zum Zuge.
Frühere Ideen, eine aufgepumpte Raumstation für Touristen zu bauen, ließen sich nicht umsetzen. So charmant die Idee ist – aus den aufblasbaren Modulen ist irgendwie die Luft raus.