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StartseiteSternzeitHimmlische Skandalgeschichten 23.01.2021

Griechische Sternbildsagen Himmlische Skandalgeschichten

Wer in die Welt der antiken griechischen Sternbildsagen eintaucht, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Griechen des Altertums keine besonders hohe Meinung von ihren Göttern hatten. Vor allem Zeus, der Götterboss, nahm sich alle Freiheiten heraus und brach so ziemlich alle Tabus.

Von Hermann-Michael Hahn

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So stellte der italienische Maler Jacopo Tintoretto im 16. Jahrhundert die mythologische Erklärung der Griechen zur Entstehung der Milchstraße dar (National Gallery)
So stellte der italienische Maler Jacopo Tintoretto im 16. Jahrhundert die mythologische Erklärung der Griechen zur Entstehung der Milchstraße dar (National Gallery)

Wann immer Zeus einer schönen oder mächtigen Frau begegnete, stillte er sein unbändiges Verlangen und ließ das Opfer nicht selten in Schmach und Schande zurück.

Manche dieser vermeintlichen Abenteuer und ihre Folgen haben Spuren am Himmel hinterlassen, angefangen bei den Sternbildern Stier und Zwillinge auf der Ekliptik über die Große Bärin, hinter der sich die von Zeus geschwängerte Tempeldienerin Kallisto verbirgt, bis hin zur Milchstraße.

Der untere der beiden Zwillinge, Pollux oder Polydeukes, war nach der griechischen Mythologie von Zeus in Gestalt eines Schwans gezeugt worden und galt daher unsterblich (Stukely)Der untere der beiden Zwillinge, Pollux oder Polydeukes, war nach der griechischen Mythologie von Zeus in Gestalt eines Schwans gezeugt worden und galt daher unsterblich (Stukely)

Über ihren Ursprung berichtet der Sagenkreis um den tragischen Helden Herakles, der seinen Anfang ebenfalls mit einer der zahlreichen Ausschweifungen des Zeus nimmt. Diesmal war die schöne Alkmene von Mykene das Opfer des niederträchtigen Verführers.

Weil Zeus seinem Sohn trotz dessen sterblicher Mutter dennoch zur Unsterblichkeit verhelfen wollte, legte er das Kind an die Brust seiner hintergangenen Gattin, der schlafenden Hera. Herakles sollte so die Unsterblichkeit gleichsam mit der Muttermilch aufsaugen.

Doch sog Herakles offenbar zu gierig, so dass Hera erwachte und ihn fortstieß. Reste der Milch aus Heras Brust spritzten über den ganzen Himmel und verteilten sich dort zur Milchstraße. Bis heute ist sie von einem dunklen Ort aus als schimmerndes Band am Firmament zu erkennen.

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