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StartseiteWirtschaft am MittagUSA und China brauchen beide einen Deal07.01.2019

Handelskonflikt USA und China brauchen beide einen Deal

Seit Juli 2018 überziehen sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt mit Sonderzöllen. Heute sind Unterhändler beider Länder in Peking zu zweitägigen Verhandlungen zusammengekommen. Handfeste Ergebnisse werden noch nicht erwartet, aber beide Seiten brauchen die Entspannung.

Blick auf den Frachthafen von Shanghai (AP)
Der Frachthafen von Shanghai (AP)
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Sowohl die USA als auch China leiden unter einer schwächelnden Konjunktur und brauchen dringend einen funktionierenden Deal, glaubt Carsten Brzeski, Chef-Volkswirt der ING Diba.

US Präsident Donald Trump müsse seinen Wählern einen Erfolg präsentieren, der dafür sorgt, dass das Wirtschaftswachstum in den USA weitergeht. Auch in China könne sich die schwächelnde Konjunktur und die Inlandsnachfrage erst wieder mit einer Einigung im Handelskonflikt erholen und mehr Wachstum möglich werden.

Kampf um die Vormachtstellung in der Welt

Weltweit betrachtet, sei der Handelskonflikt zwar der entscheidende Risikofaktor in 2019. Letztendlich gehe es aber um die Vormachtstellung in der Welt. Können die USA es noch schaffen, den Vorsprung auf dem Gebiet der Technologie zu bewahren oder werden sie den Aufstieg Chinas zur führenden Wirtschaftsmacht nicht mehr aufhalten können?

Nach Ansicht des Ökonomen hätte der US Präsident intelligenter handeln und die Zusammenarbeit mit Europa suchen müssen. Statt sich abzuschotten, müsse das intellektuelle Eigentum und der Vorsprung an Wissen in den USA und Europa gemeinsam bewahrt werden. Denn auch wenn man in Europa den freien Handel möge, sei man doch Übernahmen chinesischer Unternehmen gegenüber viel empfindlicher geworden.

Trumps Strategie hat Erfolg

Allein auf den Handelskonflikt bezogen, sei die Lage heute besser als vor einem Jahr. Trumps Strategie, zu drohen und Handelspartner vor den Kopf zu stoßen, um sie danach wieder an einen Tisch bringen, funktioniert nach Ansicht Brzeskis sehr wohl. Insofern geht er von positiven Signalen der Gespräche aus, etwas, worauf die Märkte dringend warten. Weniger positiv ist sein Blick auf andere potentielle Brandherde in 2019. Ruhig in die Zukunft schauen, das könne man nicht.

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