Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland
Pistorius: "Abzug war absehbar"

Bundesverteidigungsminister Pistorius hat angesichts der Ankündigung der US-Regierung, 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen, die gemeinsamen Ziele beider Staaten betont. Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland sei in unserem Interesse und im Interesse der USA, sagte Pistorius in Berlin. Zugleich machte der SPD-Politiker deutlich, dass die Entscheidung nicht unerwartet komme.

    Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius spricht in Berlin.
    Bundesverteidigungsminister Pistorius (SPD) (IMAGO / Andreas Gora / IMAGO / Andreas Gora)
    Dass Washington Truppen aus Europa und auch aus Deutschland abziehen würde, sei absehbar gewesen.

    Hardt (CDU) sieht Abschreckungsnarrativ unterminiert

    Der CDU-Politiker und außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hardt, zeigte sich beunruhigt. Hardt sagte im Deutschlandfunk, damit werde das gemeinsame Abschreckungsnarrativ, dass man als NATO-Parter in Europa zusammenstehe, ein Stück weit unterminiert. Perspektivisch müssten amerikanische Truppen durch europäische ersetzt werden, er glaube jedoch, dass die Entscheidung von US-Präsident Trump innenpolitisch motiviert sei. Man bediene sich der Legende, alles Böse, was Amerika widerfahre, komme von außen. Das Land schade sich damit selbst. Das sei vielen in den USA bewusst - auch auf republikanischer Seite. Die Drehscheibe Ramstein sei etwa für amerikanische Einsätze sehr wichtig, betonte Hardt.
    US-Verteidigungsminister Hegseth hatte am Abend den Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland angeordnet. Das teilte der Sprecher des Pentagon, Parnell, mit. Demnach soll der Abzug der Soldaten in den nächsten sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein. Ein Truppenabzug war Anfang der Woche von Trump angekündigt worden. Zuvor hatte sich Bundeskanzler Merz kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert. Trump drohte allerdings schon mehrfach mit dem Abzug von Soldaten aus Europa. Unter anderem kritisierte er NATO-Mitgliedstaaten für fehlende Unterstützung im Irankrieg.
    Im März hingegen hatte Trump Bundeskanzler Merz nach dessen Angaben bei einem Besuch in Washington zugesagt, dass die USA an ihrer Truppenpräsenz in Deutschland festhalten wollten. Trump wollte schon in seiner ersten Amtszeit Tausende Soldaten aus Deutschland abziehen, sein Nachfolger Biden stoppte die Pläne.
    Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert – davon rund 39.000 in Deutschland. In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte. Bei den weltumspannenden Einsätzen der Amerikaner sind sie von großer Bedeutung: Hier sind Truppen, Waffen, Schiffe und Flugzeuge stationiert, es werden Drohnen gesteuert und Verletzte versorgt. In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz. Weitere wichtige Stützpunkte unterhalten die USA in Italien und in Großbritannien.

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    Diese Nachricht wurde am 02.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.