Mittwoch, 17. August 2022

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HFC Falke
"Auf der emotionalen Schiene eine Alternative"

Der HFC Falke hat sich vor zwei Jahren gegründet, als Alternative für enttäuschte HSV-Fans. Qualitativ sei der Fußball des HFC zwar keine Alternative, aber emotional, sagte Falke-Präsidentin Tamara Dwenger im DLF. Der HSV sei für sie heute wie ein Exfreund.

Tamara Dwenger im Gespräch mit Marina Schweizer. | 17.04.2017

    Tamara Dwenger, Präsidentin des HFC Falke, am 26.07.2016 in Hamburg am Rande eines Testspiels gegen den SC Hansa 11.
    Die Präsidentin des Fußballvereins HFC Falke, Tamara Dwenger. (picture alliance/dpa - Daniel Reinhardt)
    Der HFC Falke spielt in der Hamburger Kreisliga 2. Bei aller Liebe zu diesem Spiel sei das, was dort geboten werde, nicht bundesligareif, sagte Tamara Dwenger. Auswärtsreisen gingen maximal bis ans andere Ende der Stadt. Dennoch biete der Verein ihr und anderen etwas, das der HSV nicht mehr bieten konnte.
    Ein Grund, sich vom HSV abzuwenden, sei unter anderem der Umgang auf Mitgliederversammlungen gewesen, wo beide Seiten einander nur noch beschimpft hätten. Am Ende sei es nur noch um "höher, schneller, weiter" gegangen. Ihr missfalle zudem der Gedanke, sich mit Geld Erfolg kaufen zu können.
    Chinareise wichtiger als Heimfans?
    Sie störe, wenn Vereine neue Märkte erschließen und die Mannschaft eine Reise nach China unternehme, aber die Fans zuhause, die im Abstiegskampf unterstützten, dann zu kurz kämen.
    Ihr Verein setze auf Ehrenamt und eine breite Basis, sodass er nicht von einem Sponsoren abhänge. "Sponsoren sind schlecht, wenn sie entscheiden wollen, wann Anstoßzeit ist und welcher Spieler verpflichtet wird." Ein Sponsor, der eine Bandenwerbung kaufe, sei hingegen "herzlich willkommen".
    Zum HSV stehe sie heute so: "Für mich ist das der Exfreund, mit dem man mal auf ein Bier kann, aber ich muss mit dem nicht ständig Zeit verbringen."
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