
Das Robert-Koch-Institut lässt keinen Zweifel daran: In Deutschland wird es durch den Klimawandel heißer - und das hat erhebliche Folgen für Wohlbefinden und Gesundheit:
"Hitze kann bestehende Beschwerden wie Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Atemwege oder der Nieren verschlimmern und bei bestimmten Medikamenten teils schwerwiegende Nebenwirkungen auslösen. In Hitzeperioden ist ein teils deutlicher Anstieg bei der Gesamtzahl von Sterbefällen zu beobachten.“
Auch dem gesamten Gesundheitssystem drohen wegen teils fehlender Klimatisierung und möglicher Überlastung bei Hitzewellen große Probleme.
Mehr Hitzetage und Tropennächte
Nicht nur das Umweltbundesamt hat es errechnet: Die Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad steigt kontinuierlich an. Mindestens genauso gefährlich ist, dass es zunehmend Tropennächte gibt. Davon spricht man, wenn die Temperatur auch nach Mitternacht nicht unter 20 Grad fällt. Wir alle finden dann nachts weniger Erholung.
Besonders hoch ist die Belastung für ältere Menschen, Kleinkinder und für Menschen mit Vorerkrankungen und Übergewicht. Es kommt aber auch darauf an, wo man lebt. Gibt es Rückzugsräume mit Bäumen und Schatten oder lebt man in den Bergen, dann ist die Hitze besser auszuhalten als in Betonwüsten der Städte.

Behörden und Medien warnen
Eine wichtige Rolle in der Prävention spielt der Deutsche Wetterdienst, der in zwei Stufen Warnungen herausgibt: Vor einer "starken Wärmebelastung" wird gewarnt, wenn die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag etwa 32 Grad überschreitet. Im Frühsommer liegt die Grenze manchmal etwas niedriger und im Hochsommer etwas höher, weil der Faktor Gewöhnung mit eingerechnet wird. Überschreitet die gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag einen Wert von 38 Grad, dann warnt der DWD vor einer "extremen Wärmebelastung".
"Gefühlt“ meint übrigens die Temperatur, wie sie von unseren Körpern tatsächlich wahrgenommen wird. Bei über 25 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit können wir Schweiß nicht mehr gut verdunsten, weshalb unsere Umwelt deutlich heißer und drückender wirkt, als es das Thermometer anzeigt.

Die Nachrichten des Deutschlandfunks geben die Warnungen des Wetterdienstes und anderer zuständiger Einrichtungen weiter. Das gehört zu unseren wichtigen Aufgaben. Wir alle können aber selbst auch einiges tun, um die Risiken in Hitzephasen durch angemessenes Verhalten zu reduzieren. Übersichten finden sich unter anderem beim Deutschen Wetterdienst und beim Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit.
Hier einige der wichtigen Verhaltensempfehlungen:
Meiden Sie die Hitze und gehen Sie nicht in die direkte Sonne. Achten Sie darauf, dass Kinder, Ältere und andere besonders gefährdete Menschen vor der Sonne geschützt sind. Unterlassen Sie große Anstrengungen. Verschieben Sie körperliche Aktivitäten im Freien auf die frühen Morgenstunden!
Halten Sie Ihren Körper kühl und trinken Sie genug. Essen Sie leicht und ausgewogen, mit viel frischem Obst und Gemüse, das ist wichtig für die Mineralstoffe. Meiden Sie Alkohol.
Tragen Sie luftige, helle Kleidung und eine Kopfbedeckung. Eine kühle Dusche oder ein kühles Bad wirken entlastend, aber auch kalte Arm- und Fußbäder.

Versuchen Sie, die Wohnung kühl zu halten. Lüften Sie dann, wenn es draußen kühler ist als drinnen. Schützen Sie die Räume vor direkter Sonneneinstrahlung.
Wenn sich bei Ihnen selbst oder bei anderen Menschen ungewöhnliche Gesundheitsprobleme wie zum Beispiel Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen oder Verwirrtheit einstellen, suchen Sie Schatten auf, lagern Sie den Oberkörper hoch und trinken Sie etwas. Kontaktieren Sie im Zweifel einen Arzt oder den Notruf 112.
