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StartseiteSport am Wochenende"Mussten nicht viel Überzeugungsarbeit leisten"25.09.2021

Hohe Impfquote in der BBL"Mussten nicht viel Überzeugungsarbeit leisten"

Mit einer Impfquote von 99 Prozent ist die Basketball-Bundesliga in die neue Saison gestartet. "Wir mussten nicht viel Überzeugungsarbeit leisten", sagte Marco Baldi, Geschäftsführer von Alba Berlin im Dlf. Schwierig sei aber noch, ein einheitliches Zuschauer-Konzept zu finden.

Marco Baldi im Gespräch mit Maximilan Rieger

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Basketball Berlin 23.09.2021 1. Bundesliga / easyCredit BBL Saison 2021 / 2022 Alba Berlin - Telekom Baskets Bonn Zuschaer in der Arena Alba Fans Fanblock Mercedes Benz Arena Sportstätte *** Basketball Berlin 23 09 2021 1 Bundesliga easyCredit BBL Season 2021 2022 Alba Berlin Telekom Baskets Bonn Spectators in the Arena Alba Fans Fanblock Mercedes Benz Arena Sports Venue (IMAGO / camera4+)
3G statt 2G: 3.700 Fans sahen den BBL-Auftakt zwischen Alba Berlin und den Baskets Bonn (IMAGO / camera4+)
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Die Basketball-Bundesliga ist in die neue Saison gestartet – und das mit einer bemerkenswerten Impfquote. 99 Prozent der Spieler, Betreuer und Verantwortlichen seien laut BBL-Angaben entweder geimpft oder genesen. Nur ein Spieler sei nicht geimpft.

"Wir mussten nicht viel Überzeugungsarbeit leisten", sagte Marco Baldi, Geschäftsführer von Alba Berlin im Dlf mit Blick auf seinen Verein. "Wir haben eineinhalb Jahre hinter uns. Die Reisen waren schwieriger, man konnte teilweise die Hotels nicht verlassen, die Reisepläne waren viel komplizierter. Wenn man das so intensiv erlebt hat wie unser Team und dann gibt es eine Möglichkeit, sich und andere zu schützen, dann muss man da nicht mehr viel Überzeugungsarbeit leisten."

 BAMBERG 12.01.2020 --- Basketball ---- magentasport Pokal ---- Halbfinale: Brose Bamberg vs Alba Berlin --- Marco Baldi Geschäfstführer Alba Berlin happy nach Finaleinzug und Heimrechtsauslosung --- Foto: Hans-Martin Issler/isslerimages ---- Brose Bamberg vs Alba Berlin (IMAGO / isslerimages)Marco Baldi, Geschäftsführer von Alba Berlin. (IMAGO / isslerimages)

Dazu hatte Alba zu Beginn der Pandemie auch Erfahrungen mit dem Virus gemacht. "Insofern hat es vielleicht auch noch einmal einen Einfluss gehabt, dass man gesehen hat, wie gefährlich und mit welchen Ausprägungen dieses Virus auftreten kann", so Baldi.

Baldi: Sport sollte vorangehen

Der Sport sollte laut Baldi zudem auch als Teil der Gesellschaft vorangehen. "Natürlich gibt es bei einigen, aus welchen Gründen auch immer, Manschetten, sich impfen zu lassen. Und das muss man auch respektieren. Auf der anderen Seite merken wir gerade sehr deutlich, dass wir alle in einem Boot sitzen. Und das ist gerade für Teamsportler eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Welchen Beitrag kann ich leisten, damit wir alle gemeinsam möglichst gut aus dieser Situation herauskommen?"

Nun müsse man diskutieren, inwieweit auf Druck gebaut werden soll. "Letztlich finde ich es schon richtig, es per Überzeugung zu versuchen. Sicher gibt es auch einige Nischen, in denen so ein Kontakt mit Menschen ist, die sich nicht schützen können. Und da muss man es eben auch vorschreiben, oder man kann eben diesen Beruf oder diese Tätigkeit nicht ausüben. Generell denke ich aber, sollte man versuchen, den Überzeugungsweg einzuschlagen."

Mit dem Start der neuen Saison sind auch die Zuschauerinnen und Zuschauer zurück in die Hallen der BBL gekommen. Alba Berlin begrüßte zum Auftakt gegen die Baskets Bonn 3.700 Menschen und setzte dabei auf ein 3G-Modell, obwohl die Berliner auch ein 2G-Modell hätten anwenden können. "Das ist alles noch etwas unausgegoren", sagte Baldi.

Unterschiedliche Ligen, unterschiedliche Regeln

Ein Grund dafür seien die unterschiedlichen Regeln in den Ligen. Wenn Alba Berlin in der Euroleague auf den FC Barcelona trifft und dort Spieler nicht geimpft seien, dürfte das Spiel bei einer 2G-Regelung nicht stattfinden, was wiederum die Euroleague verbiete, erklärte Baldi.

Im Moment besagt die Corona-Schutzverordnung in Berlin, dass bei einer 2G-Regelung alle Menschen in der Halle geimpft oder genesen sein müssen, also auch alle Spieler, Schiedsrichter und Betreuer. Fußball-Bundesligist Union Berlin verzichtet daher aufgrund des organisatorischen Aufwands genauso wie Alba auf eine 2G-Regelung.

"Das wird sich noch alles verfeinern und ich kann mir auch vorstellen, dass es Richtung 2G geht. Aber dann muss man auch entsprechende Fälle berücksichtigen, wo sich Menschen nicht impfen lassen können", sagte Baldi. "Wir müssen es kompatibel kriegen."

Die BBL sieht Baldi hier nicht in der Pflicht. "Selbst wenn die BBL eine einheitliche Regelung finden will, sie kann es gar nicht, weil in Hamburg die Regeln anders sind als in Berlin und die Regeln der Euroleague wiederum andere sind als die der BBL. Deshalb ist jetzt so wichtig, dass man das synchronisiert. Da sind wir jetzt dran. Und manchmal ist es leider so, dass erst entschieden wird und dann werden die Betroffenen gefragt. Es wäre schon schlauer, wenn man sich da vorher informiert. Und dann kann man auch die besseren Entscheidungen treffen."

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