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StartseiteSternzeitGroß-Astronomie für die Lausitz13.07.2021

Ideenwettbewerb "Wissen schafft Perspektiven für die Region"Groß-Astronomie für die Lausitz

Derzeit sind Hightech-Teleskope in Planung, deren Datenmengen mit heutiger Technologie gar nicht zu bewältigen sind. Daher schlagen Fachleute ein "Deutsches Zentrum für Astrophysik" vor, eine Art Hirn der Himmelskunde – und zwar in der Lausitz.

Von Dirk Lorenzen

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Das Radioteleskop SKA (Square Kilometre Array) wird in Südafrika und in Australien gebaut – die Datenanalyse könnte in der Lausitz erfolgen. (SKAO)
Das Radioteleskop SKA (Square Kilometre Array) wird in Südafrika und in Australien gebaut – die Datenanalyse könnte in der Lausitz erfolgen. (SKAO)

Hintergrund ist ein Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums und des Freistaats Sachsen. In den Kohleregionen des Landes sollen zwei neue Großforschungseinrichtungen helfen, die Folgen des Strukturwandels zu bewältigen. Das Konzept des Teams um Günther Hasinger, Wissenschaftsdirektor der ESA, vereint drei Aspekte:

Erstens sollen die riesigen Datenströme etwa das Radioteleskops SKA nach Sachsen laufen und dort verarbeitet werden. In Südafrika und Australien hat gerade der Bau der riesigen Anlage begonnen.   

Zweitens bräuchte man eine Abteilung, in der Halbleitersensoren, Silizium-Optiken und die Regelungstechnik für die künftigen Observatorien entwickelt werden.

Und drittens könnte man an die Bergbau-Tradition der Lausitz anknüpfen. Denn die beiden dreißig Kilometer langen Arme des geplanten "Einstein-Teleskops" ließen sich im Granitgestein der Region errichten – das neue Instrument registriert noch genauer die Gravitationswellen aus dem Kosmos, die zum Beispiel beim Verschmelzen Schwarzer Löcher entstehen.

Die langen Messtunnel des Einstein-Teleskops könnten in der Lausitz gebaut werden (Animation)  (NIKHEF) Die langen Messtunnel des Einstein-Teleskops könnten in der Lausitz gebaut werden (Animation) (NIKHEF)

Egal, wo das neue Zentrum für Astrophysik stehen wird: Die Erforschung des Universums bringt viel Hochtechnologie in die Region und beschleunigt die Digitalisierung. Noch sind Heidelberg und Garching hierzulande himmlisch das Maß aller Dinge – bald ist es vielleicht die Lausitz.

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