Vorbereitung von Klimagipfel COP31
Konferenzauftakt in Bonn: UNO-Klimachef sieht Welt im "Würgegriff" fossiler Brennstoffe

Der Chef des UNO-Klimasekretariats, Stiell, hat zum Auftakt einer zweiwöchigen Konferenz in Bonn einen schnellen Übergang zu erneuerbaren Energien angemahnt. Das Treffen hat die Hauptaufgabe, die nächste UNO-Klimakonferenz vorzubereiten.

    Bonn: Blick in die Veranstaltungshalle der UN-Klimakonferenz
    In Bonn finden regelmäßig Klimakonferenzen statt. (Archivbild) (Christoph Driessen/dpa )
    Stiell sagte, fossile Brennstoffe hielten die Welt im Würgegriff. Die Staatengemeinschaft müsse in der Klimapolitik jetzt endlich weiter gehen und schneller vorankommen: "Wir müssen unsere Verpflichtungen aus dem Pariser Abkommen und die beschlossenen Pläne vollständig umsetzen." Die Bewältigung der globalen Klimakrise sei die schwierigste, aber auch wichtigste Aufgabe, die die Menschheit jemals gemeinsam in Angriff genommen habe. 
    Mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten sagte Stiell, eine fortgesetzte Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bedeute, weiterhin Inflation und wirtschaftliche Instabilität zu importieren.

    Schneider: UNO ist unverzichtbar

    Bundesumweltminister Schneider betonte im Vorfeld der Konferenz, gerade bei den Bemühungen um weltweiten Klimaschutz sei die UNO unverzichtbar. Er versicherte zugleich, Deutschland werde auch künftig seinen Beitrag leisten - "verlässlich, konstruktiv und mit dem klaren Ziel, die internationale Energiewende weiter voranzubringen".

    Mehr als 6.500 Teilnehmer

    Bonn ist der Sitz des UNO-Klimasekretariats, das die internationale Klimapolitik koordiniert. Für die Konferenz sind mehr als 6.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 186 Ländern angemeldet. Die nächste UNO-Klimakonferenz, die COP 31, wird im November im türkischen Antalya ausgerichtet, wobei Australien die Konferenzleitung übernimmt.

    Für die Inselstaaten geht es um das Bestehen der Staatlichkeit

    Deutschlandfunk-Umweltredakteurin Ann-Kathrin Büüsker, die über die Klimakonferenz berichtet, weist in ihrem Beitrag vor allem auf die Bedeutung der kleinen Inselstaaten hin. Für diese gehe es im Kampf um die Erderwärmung um nichts weniger als das Bestehen ihrer Staatlichkeit: "Haben ihre Bürgerinnen und Bürger in den nächsten Jahren noch ein Zuhause, wenn Extremwetter und der steigende Meeresspiegel sich in die Küste hineinfräsen?"

    Weiterführende Informationen

    Vor UN-Klimakonferenz - Verhandlungen in Bonn sollen Weichen stellen
    Diese Nachricht wurde am 08.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.