Sachsen-Anhalt
Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau kritisiert Wahlprogramm der AfD

Knapp fünf Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt will die AfD auf einem Landesparteitag in Magdeburg ihr Wahlprogramm beschließen. Laut dem Entwurf will die Partei eine "Task Force Abschiebungen" einrichten, Staatsleistungen für Kirchen einstellen und die Landeszentrale für politische Bildung abschaffen. Vereine sollen Fördermittel nur noch dann erhalten, wenn sie - wie es heißt - "ein glaubhaftes Bekenntnis zur demokratischen Ordnung und zu einer patriotischen Grundhaltung" abgelegt haben.

    Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, umgeben von Deutschlandflaggen bei seiner Rede vor den Teilnehmern des Landesparteitages.
    Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt (picture alliance/dpa | Heiko Rebsch)
    Am Rande des Parteitreffens werden Proteste erwartet. Die AfD Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.
    Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, Brockmeier, sagte im Deutschlandfunk, das Erstarken der AfD sei vor allem auf ungelöste Probleme in dem Bundesland zurückzuführen, etwa den Verlust von Industriearbeitsplätzen. Brockmeier betonte, die Pläne der AfD, Migration einzuschränken und Menschen vermehrt abzuschieben, würden für Sachsen-Anhalt angesichts des Fachkräftemangels massive Nachteile bedeuten. Wer eine solche Art von Nationalisierungsstrategie fahre, der lege die Axt an die Wurzel dessen, was Wohlstand ausmache.
    Diese Nachricht wurde am 11.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.