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StartseiteNachrichten vertieftPegida "nichts anderes als Rassismus"30.12.2014

Integrationsbeauftragte ÖzoguzPegida "nichts anderes als Rassismus"

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), wirft der islamkritischen Pegida-Bewegung Rassismus vor. Sie sei das Argument leid, man dürfe nicht über Integrationsprobleme und Parallelgesellschaften reden, sagte sie der Zeitung "Die Welt".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (l.) und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD) nach dem 7. Integrationsgipfel (dpa / picture-alliance / Britta Pedersen)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (l.) und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD) nach dem 7. Integrationsgipfel (dpa / picture-alliance / Britta Pedersen)
Weiterführende Information

Ex-Innenminister - Friedrich macht Merkel für Pegida mitverantwortlich
(Deutschlandfunk, Informationen am Mittag, 28.12.2014)

Bischof Bedford-Strohm - EKD-Chef: Pegida ist "unerträglich"
(Deutschlandfunk, Interview der Woche mit Heinrich Bedford-Strohm, 28.12.2014)


(Deutschlandfunk, Themen der Woche, 27.12.2014)

In der am Mittwoch erscheinenden Ausgabe sagt Özoguz über die selbst ernannten "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes": "Es ist überhaupt nicht legitim, seinen Frust an Sündenböcken auszulassen und pauschal alle Angehörigen einer Religion zu diskriminieren - und genau das macht Pegida mit den Muslimen." Pegida gehe es nicht darum, Islamismus zu kritisieren, sondern es gehe um alle Muslime: "Und das ist nichts anderes als Rassismus." Über Probleme bei der Integration rede man seit Jahren, sagte sie weiter.

Aufklärung über Flüchtlinge

Sie zeigte sich besorgt wegen der Stimmung, die Pegida verbreite. Sie und Mitglieder ihrer Familie hätten die Erfahrung gemacht, dass Pöbeleien und Beschimpfungen offenbar salonfähig werden. Andererseits mache ihr Hoffnung, dass viele Menschen ihre Ängste überwunden hätten und Flüchtlingen helfen wollten. Es sei die Pflicht der Politik, zu erklären, woher die Flüchtlinge kommen und wieso Deutschland sie aufnehme. Zudem müsse man klarmachen, dass Deutschland klare Regeln für Einwanderung habe.

Ditib: Leidensgeschichte im Blick behalten

Die Türkisch-Islamische Union (Ditib) hat mit Blick auf Pegida-Demonstrationen mehr Solidarität mit Flüchtlingen gefordert. Jede Gesellschaft und Religion habe eine Leidensgeschichte, die mit Verfolgung, Flucht und Migration eng verwoben sei, schreibt der Ditib-Vorstandsvorsitzende Nevzat Yasar Asikoglu in einer heute veröffentlichten Neujahrsbotschaft. Sozialer Sprengstoff entstehe dort, wo diese Geschichte in Vergessenheit gerate und "diffuse Zukunfts- und Abstiegsängste, Unzufriedenheit und Wut" auf die vermeintlich Anderen projiziert würden.

Kölner Dom bleibt während Pegida-Demo dunkel

Das Erzbistum Köln kündigte an, die Beleuchtung des Kölner Doms während einer für den 5. Januar angekündigten Pegida-Demonstration abzuschalten. "Die Hohe Domkirche möchte keine Kulisse für diese Demonstration bieten", erklärte Dompropst Norbert Feldhoff. Damit folgt das Bistum dem Beispiel der Dresdner Semperoper, die während der Pegida-Demonstrationen die Außenbeleuchtung demonstrativ abgeschaltet hatte.

(vic/stfr)

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