Medienbericht
Iran lagert hochangereichertes Uran in Isfahan an - USA ziehen Botschaftspersonal aus Israel ab

Der Iran lagert hochangereichertes Uran in der unterirdischen Anlage in Isfahan. Das geht aus einem vertraulichen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde hervor. Unterdessen legte die US-Botschaft in Israel Mitarbeitern die Ausreise nahe.

    In der Luftaufnahme sind Zerstörungen an Gebäuden zu erkennen.
    Ein von Maxar Technologies zur Verfügung gestelltes Satellitenbild zeigt die Atomanlage nahe der iranischen Stadt Isfahan nach den US-Angriffen am 22. Juni 2025. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Uncredited)
    Unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht der Atomenergiebehörde einsehen. Demnach lagert der Iran in Isfahan Uran, das bis zu 60 Prozent angereichert ist. Für Atomwaffen sind rund ⁠90 ⁠Prozent nötig. Weiter heißt es, die Inspektoren der Behörde hätten seit den Luftangriffen der USA und Israels im Juni keinen Zugang mehr zu den bis dahin bekannten Urananreicherungsanlagen.
    Die Anlage in Isfahan war im Juni vergangenen Jahres von US-Flugzeugen bombardiert worden. Dabei wurde Diplomaten zufolge zwar der Eingang des Tunnelsystems getroffen, die Anlage ⁠selbst sei aber weitgehend ‌unbeschädigt geblieben. US-Präsident Trump hatte nach der Bombardierung behauptet, die Atomanlagen seien "komplett zerstört" worden.

    USA legen Botschafterpersonal in Israel Ausreise nahe

    Die USA und der Iran hatten zuletzt mehrfach über ein mögliches neues Atomabkommen verhandelt. US-Präsident Trump hat dem iranischen Regime mit Angriffen gedroht und zwei Flugzeugträger und weitere Kriegsschiffe in der Region zusammengezogen.
    Die US-Botschaft in Israel legte Mitarbeitern nun die Ausreise nah. Nicht dringend benötigte Beschäftigte und ihre Familien "sollten erwägen, Israel zu verlassen, solange noch Linienflüge verfügbar sind", erklärte die Botschaft am Freitag. Für den Fall eines US-Angriffs auf den Iran wird damit gerechnet, dass die iranische Armee Israel unter Raketenbeschuss nimmt.

    Atomgespräche zwischen USA und Iran

    Die USA und der Iran hatten am Donnerstag ihre Atomverhandlungen in Genf fortgeführt. Der Iran sowie der Vermittler Oman sprachen anschließend von Fortschritten. Die Gespräche sollen in der kommenden Woche in Wien fortgesetzt werden, dem Sitz der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA. Von den USA gab es bisher keine Stellungnahme.
    Diese Nachricht wurde am 27.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.