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IS-HinrichtungCameron will "Mörder" zur Strecke bringen

Angebliche Kämpfer der Terrorgruppe IS in der syrischen Stadt ar-Raqqa sitzen bewaffnet in und auf einem Auto. (afp / WELAYAT RAQA)
Angebliche Kämpfer der Terrorgruppe IS in der syrischen Stadt ar-Raqqa. (afp / WELAYAT RAQA)

Die Enthauptung eines britischen Entwicklungshelfers durch die Terrorgruppe "Islamischer Staat" hat international Empörung ausgelöst. Großbritanniens Premierminister Cameron bezeichnete die Täter als "Monstren" und erklärte, sie zur Strecke bringen zu wollen.

In einem Video, das im Internet kursiert, ist zu sehen, wie ein Mann durch einen angeblichen Kämpfer der IS geköpft wird. Nach Einschätzung des britischen Außenministeriums ist das Video mit hoher Wahrscheinlichkeit echt, bei dem Toten handele es sich um den 44-jährigen Entwicklungshelfer David Haines aus Schottland. Er war im März vergangenen Jahres in Syrien verschleppt worden.

Premierminister David Cameron berief sein Sicherheitskabinett ein, um über den Fall zu beraten. Großbritanniens Linie im Kampf gegen die Terrorgruppe IS dürfte nun härter werden. "Wir werden alles in unserer Macht Stehende unternehmen, um diese Mörder zur Strecke zu bringen", teilte Cameron nach der Sitzung mit. Er bezeichnete die Hinrichtung zudem als "Akt des Bösen". Vor allem nach dem in dem Video auftretenden Täter wird bisher gefahndet. Er spricht mit einem Londoner Akzent und ist offenbar derselbe wie in den beiden zuvor aufgetauchten Hinrichtungsvideos.

Der britische Regierungschef steht mit dem Tod des Entwicklungshelfers unter wachsendem innenpolitischen Druck. Es gibt Forderungen, dass sich Großbritannien an Luftangriffen im Kampf gegen die Terroristenmiliz beteiligt, so wie sie die USA derzeit schon fliegen.

Bisher hat Cameron lediglich den Einsatz von Bodentruppen ausgeschlossen, sich mit der Androhung von Luftschlägen aber zurückgehalten.

Tat wird international verurteilt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zeigten sich schockiert über die Enthauptung des Briten. Steinmeier forderte, dass morgen bei der Irak-Konferenz in Paris eine Strategie im Kampf gegen die Terroristengruppe erarbeitet werden müsse. Ähnlich äußerte sich der französische Präsident François Hollande: "Dieser abscheuliche Mord zeigt erneut, wie dringend sich die internationale Gemeinschaft gegen den IS mobilisieren muss", sagte er in Paris. Auch US-Präsident Barrack Obama und der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu verurteilten die Tat.

Der Brite David Haines ist der dritte Ausländer, der vom IS vor laufender Kamera getötet wurde. In den vergangenen Wochen waren bereits zwei ähnliche Videos aufgetaucht, in denen angebliche IS-Kämpfer die US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff enthaupteten. Unter anderem die beiden Morde veranlassten US-Präsident Obama dazu, nach IS-Stellungen im Irak auch Ziele in Syrien angreifen zu lassen.

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