Reformvorschläge
Kanzleramtschef Frei lobt SPD-Chef

Kanzleramtschef Frei hat die Reformvorschläge von Bundesfinanzminister Klingbeil begrüßt. In Berlin sprach der CDU-Politiker von vielen ⁠positiven Ansätzen, ⁠auf denen man aufbauen könne. Klingbeil hatte erklärt, man werde als Gesellschaft insgesamt mehr arbeiten müssen.

    Kanzleramtschef Thorsten Frei im Anzug und mit Krawatte spricht.
    Kanzleramtschef Thorsten Frei (picture alliance / dts-Agentur)
    Frei betonte, es sei gut, wenn es jetzt eine gemeinsame Position in der Koalition gebe, das Arbeitsvolumen zu steigern. Es müsse schnell gehen. Die deutsche Wirtschaft stagniere seit Jahren, während andere Länder ​deutlich zulegten.
    Klingbeil hatte sich mit Blick auf mögliche Reformen kompromissbereit gezeigt. Alte Gewohnheiten müssten aufgegeben, Blockaden aufgelöst werden, sagte der Vizekanzler in einer Grundsatzrede zur Modernisierung Deutschlands bei der Bertelsmann-Stiftung.

    Klingbeil: "Ehegattensplitting ist Fehlanreiz"

    Klingbeil sprach sich unter anderem dafür aus, das sogenannte Ehegattensplitting abzuschaffen. Er wolle einen Fehlanreiz beseitigen, der vor allem Frauen in der Teilzeitfalle halte, betonte der SPD-Politiker. Eine solche Reform könne zehntausende Vollzeitstellen schaffen.
    Man werde aber als Gesellschaft insgesamt mehr arbeiten müssen. Auch gebe es Anreize, früh aus dem Arbeitsmarkt auszuscheiden oder im Sozialsystem zu bleiben. Klingbeil griff damit Positionen von Bundeskanzler Merz auf, der sich wiederholt für eine höhere Arbeitsleistung ausgesprochen hatte. Der Finanzminister plädierte zudem für eine geringere Einkommenssteuer für Beschäftigte und eine Vermögensteuer.
    Der SPD-Vorsitzende äußerte sich vor Gesprächen der schwarz-roten Koalition über Reformen in den nächsten Wochen. Die Bundesregierung plant Veränderungen etwa bei der Rente und der gesetzlichen Krankenversicherung.
    Diese Nachricht wurde am 25.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.