
Die Koalition verständigte sich auf Ausgabenbegrenzungen bei Arztpraxen, Kliniken und der Pharmabranche - aber auch auf höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der Mitversicherung von Ehepartnern. Zudem wollen Union und SPD den Berichten zufolge die Beitragsbemessungsgrenze anheben. Vorgesehen sei laut Entwurf auch der Einstieg in die kostendeckende Finanzierung der Gesundheitsversorgung von Bürgergeldbeziehern. Dafür sollen im nächsten Jahr 250 Millionen Euro zusätzlich aus dem Bundesetat bereitgestellt werden. Eine generelle Kürzung des Krankengeldes ist nicht mehr vorgesehen. Diese Maßnahme war vor allem aus Reihen der SPD kritisiert worden.
Die gesetzlichen Krankenkassen kritisierten die Änderungen. Das ursprünglich ausgewogene Reformpaket drohe aus dem Gleichgewicht zu geraten, sagte der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Blatt. Nach wie vor sollten Zuzahlungen erhöht und die Pharmaindustrie geschont werden, kritisierte er.
Kassenärztliche Bundesvereinigung gegen Teilkrankschreibungen
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat die von Bundesgesundheitsministerin Warken erwogene Idee einer Teilkrankschreibung als "einen absurden Ansatz" abgelehnt. Der Vorstandsvorsitzende Gassen erklärte in der Rheinischen Post, alle würden von Entbürokratisierung sprechen und diese Regelung wäre das genaue Gegenteil.
Die Teilkrankschreibung bezeichnet ein Modell, das Beschäftigten trotz Krankheit ermöglicht, stundenweise zu arbeiten, statt vollständig auszufallen. Gassen führte aus, für eine Teilkrankschreibung müssten Ärzte eine Art Gutachten erstellen und dafür viele Details des Arbeitsverhältnisses beleuchten. Dafür wäre eine genaue Kenntnis von Arbeitsplatz und Arbeitsumständen erforderlich. Das sei kaum zu leisten.
Gassen fügte hinzu, gleichzeitig werde die Vergütung gekürzt. Das klinge nicht nur wie ein schlechter Witz, das sei auch einer. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung bekräftigte indes Vorschlag, die Karenztage auszubauen und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erst ab dem vierten Arbeitstag verpflichtend zu machen.
Diese Nachricht wurde am 28.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



