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StartseiteInformationen am MorgenUS-Allianz gegen Präsident Trump03.06.2017

KlimaschutzUS-Allianz gegen Präsident Trump

Den Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen hat US-Präsident Trump damit begründet, dass er die Bürger von "Pittsburgh, nicht von Paris" vertritt. Nicht nur der Bürgermeister der einstigen US-Stahlmetropole ist sauer auf Trump. In den USA formiert sich ein breites Bündnis für Klimaschutz.

Von Martina Buttler

Windkraftpark in Tehachapi in Kalifornien, USA (picture alliance / dpa)
US-Präsident Trump bekommt nach dem angekündigten Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen Gegendwind von Bürgermeistern, Gouverneuren, Wissenschaftlern und Unternehmern (picture alliance / dpa)
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Nicht mit uns. Wir machen weiter. Das ist die Botschaft zahlreicher Tweets von Bürgermeistern quer durch die USA, nachdem Donald Trump den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen verkündet hatte. Von Austin über Milwaukee, St. Louis, Charlotte bis nach San Diego. Der Bürgermeister von Pittsburg, Bill Peduto, war in Paris dabei und sagt: Auf die Hauptstadt kommt es gar nicht so sehr an: "Die praktische Umsetzung sollte sowieso nicht in Washington passieren. Das läuft in den Städten quer durchs Land und wir geben jetzt Gas, dass das auch so bleibt."

In den USA wird gerade eine neue Allianz geschmiedet. 30 Bürgermeister, mehrere Gouverneure, Uni-Chefs und mehr als 100 Unternehmen tun sich zusammen unter der Führung des ehemaligen New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg. Sie wollen einen Plan vorlegen, wie sie die Ziele des Klimaabkommens trotzdem erreichen wollen.

Pariser Ziele übertreffen

Ein Zurück gibt es nicht, erklärt auf CNN auch Robert Cullick vom Energieunternehmen Austin Energy: "Wind- und Solarenergie, öffentliche Ladestationen - das gibt es nicht wegen des Pariser Klimaabkommens. Wir hatten einfach die Nase vorn. Und das wird auch so bleiben."

Die Gouverneure von Washington State, Kalifornien und New York haben am Donnerstag angekündigt eine Gruppe von Bundesstaaten zusammenzubringen, die das Pariser Abkommen umsetzen wollen. Der Gouverneur von Massachussetts will die Zielsetzung sogar übertreffen.

GE-Chef: Industrie muss jetzt führen

Der Chef von General Electric hat gefordert, dass nun die Industrie die Führung übernehmen muss und sich nicht auf die Regierung verlassen soll. Dem stimmt auch der Chef der Virgin Group Richard Branson auf NPR zu: "Unternehmen und Gouverneure werden das weiter vorantreiben und wir erreichen hoffentlich, dass wir bis 2050 eine CO2-neutrale Bilanz haben."

Städte und Bundesstaaten können ihren Spielraum nutzen, um den Klimaschutz voranzubringen. Infrastrukturprojekte, der Ausbau öffentlicher Transportmittel, der Einsatz von mehr erneuerbaren Energien - es gibt die unterschiedlichsten Stellschrauben.

Und die nutzen sie auch, erklärt der Bürgermeister von Youngstown, Ohio, John McNally: "In den vergangenen Jahren haben wir drei Appartmentkomplexe gebaut, die sehr energieeffizient sind. Auch unser neues Gerichtsgebäude wird sehr energieeffizient sein. Wir alle müssen unseren CO2-Fußabdruck verringern. Und gerade wir kleineren Städte, die nicht die Mittel der Metropolen haben, müssen sicherstellen, dass wir bei dem Prozess mitmachen."

Ein Amerika der zwei Geschwindigkeiten

Das Signal aus vielen Städten in den USA: Wenn nicht mit Trump, dann eben ohne ihn. Sie wollen auch ohne Steueranreize und Unterstützung aus Washington diesen Weg gehen und damit ihren Arbeitsmarkt und ihre Zukunft voranbringen.

Am Ende des Tages wird das auf ein Amerika der zwei Geschwindigkeiten hinauslaufen. Das Land wird gespalten - auch im Energiesektor. Zwischen denen, die mitmachen und denen, die ihre Hoffnung auf Trump setzen und seiner Entscheidung folgen.

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