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StartseiteInterview"Popularität Putins stark gefallen"25.09.2014

Kreml-Kritiker Chodorkowski"Popularität Putins stark gefallen"

Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin chauvinistische Absichten im Ukraine-Konflikt unterstellt. Chodorkowski sagte im Deutschlandfunk, allein die stark gesunkenen Popularitätswerte hätten Putin zu den Interventionen gedrängt.

Michail Chodorkowski im Gespräch mit Sabine Adler

Der frühere russische Ölmagnat Michail Chodorkowski spricht vor Studenten an der Polytechnischen Universität in Kiew. (AFP / Dimitar Dilkoff)
Der frühere russische Ölmagnat Michail Chodorkowski kritisiert Präsident Wladimir Putin. (AFP / Dimitar Dilkoff)
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Die Annexion der Krim und die Aggression in der Ost-Ukraine sei ein Versuch des russischen Präsidenten Wladimir Putins, seiner drohenden Götterdämmerung entgegenzutreten. "Da muss man sich vor Augen führen, dass die Popularitätswerte Putins sehr stark gefallen waren", sagte Chodorkowski. "Irgendwie musste er aus dieser Situation herauskommen und hat zu diesem Instrument gegriffen, in der Bevölkerung chauvinistische Stimmungen zu wecken, um seine Popularitätswerte aufzuwerten. Chodorkowski zufolge hat Putin es nicht verstanden, politisch und wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Eine weiterführende Aggression Russlands über die Grenzen der Ukraine hinaus stehe derzeit nicht zur Debatte, sei aber eng geknüpft an Putins Popularität im eigenen Land.

Chodorkowski kritisierte, dass Europa wohl nicht bereit sei der Ukraine zu helfen. In der gegenwärtigen Energiekrise des Landes würde eine Summe von 50 bis 70 Milliarden Euro genügen; das Geld werde aber nicht bereitgestellt.

Mit seinem Stiftung "Open Russia" wolle Chodorkowski künftig mehr Einfluss auf die Politik im Kreml nehmen. Damit wolle er auch für die zwölf Prozent der russischen Bevölkerung sprechen, die europäische Werte verträten. Dabei geht es etwa darum, Demonstrationen zu organisieren. Dieses Projekt solle jedoch keine Partei werden, sagte Chodorkowski. Er wolle damit auch nicht das Präsidentenamt anstreben; in Krisenzeiten wäre bereits, das Amt übergangsweise anzunehmen.

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