Dienstag, 16. April 2024

Archiv

Kritikergespräch
Von "poet’s poets" zu zeitlosen Klassikern

Zwei lyrische Stimmen von Weltrang: Elizabeth Bishop, die 1911 geborene verblüffend feministische und radikale US-amerikanische Dichterin und der Tscheche Jan Skácel, der melancholische Dichter des Schweigens. Durch neue Lese-Ausgaben sind beide nun erneut zu entdecken.

Alexandru Bulucz und Michael Braun im Gespräch mit Insa Wilke | 19.02.2019
    Buchcover links: Elizabeth Bishop: „Gedichte“, Buchcover rechts: Jan Skácel: „Für alle die im Herzen barfuß sind. Lyrik und Prosa“
    Weltklang: Elisabeth Bishop und Jan Skácel lösen mühelos Sprach- und Kulturgrenzen auf (Buchcover links: Carl Hanser Verlag, Buchcover rechts: Wallstein Verlag)
    Es gibt sie, diese Stimmen, die Dichtung zu einer Weltsprache erweitern. Die US-amerikanische Dichterin Elizabeth Bishop und der tschechische Dichter Jan Skácel haben beide Gedichte geschrieben, die so tief ins Innere der menschlichen Existenz sehen, dass sie Sprach- und Kulturgrenzen mühelos auflösen. Beide waren lange Zeit eher "poet’s poets". Nach ihrem Tod 1979 und 1989 sind ihre schmalen, unverwechselbaren lyrischen Werke inzwischen auch für eine weitere Lesergemeinde klassisch geworden. Und das heißt auch: zeitlos. Nun sind beide Werke in neuen Lese-Ausgaben erneut zu entdecken.
    Elizabeth Bishop: "Gedichte"
    Zweisprachige Ausgabe
    aus dem Englischen, herausgegeben und mit einem Nachwort von Steffen Popp
    Carl Hanser Verlag, München. 352 Seiten, 32 Euro.
    Jan Skácel: "Für alle die im Herzen barfuß sind. Lyrik und Prosa"
    aus dem Tschechischen übersetzt von Reiner Kunze, Christa Rothmeier, Felix Philipp Ingold und Urs Heftrich
    Herausgegeben von Peter Hamm
    Wallstein Verlag, Göttingen. 176 Seiten, 20 Euro.