Kultur heute 

Neue CoronabeschränkungenMuseen kritisieren Schließungen als Symbolpolitik

Ein Schild mit der Aufschrift "Kein Durchgang - no passage" steht in der geschlossenen Alten Nationalgalerie. (picture alliance/Jens Kalaene)

In einem offenen Brief kritisieren zahlreiche Museumsdirektoren die erneute Schließung ihrer Einrichtungen. Museen seien sichere Orte der kulturellen Bildung mit funktionierenden Hygienekonzepten. „Ich verstehe nicht ganz, was da passiert", sagte Mitverfasser Stefan Berg, Direktor des Kunstmuseum Bonn, im Dlf.

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Corona und KulturKhuon: "Wir sind mehr als Unterhaltung"

Das Foto zeigt in Großaufnahme leere rotsamtene Sitze in der Sitzreihe eines Theatersaals. Ein Sitz trägt die Nummer 23. (Unsplash / Kilyan Sockalingum)

Ulrich Khuon hat die erneute Schließung von Theatern, Opernhäusern und Museen im Rahmen des für November von Bund und Ländern verabredeten Lockdowns als "verheerenden Vorgang" bezeichnet. Die Kultureinrichtungen hätten bewiesen, dass ihre Hygienekonzepte funktionierten, sagte er im Dlf.

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Proteste gegen BolsonaroFilmarchiv Brasiliens droht das Aus

Auf einer Demonstration in Sao Paulo in Brasilien gegen den Präsidenten Jair Bolsonaro halten Demonstranten Plakate hoch (picture alliance / ZUMA Wire / Dario Oliveira)

Am Welttag des audiovisuellen Erbes protestieren in São Paulo zahllose Kulturschaffende gegen die Regierung Bolsonaro. Ihre Kulturpolitik bedroht die Existenz der Cinemateca Brasileira, des bedeutendsten filmhistorischen Zentrums in Brasilien. Auch die UNESCO fordert eine Lösung.

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BekennervideoBeuys' Capri-Batterie zurück

Eine junge Frau betrachtet die Plastik "Capri-Batterie" von Joseph Beuys in der Galerie Thomas Modern in München. (picture alliance / dpa / Sven Hoppe)

Der vermeintliche Kunstraub im Theater Oberhausen war eine gemeinsame Dekolonisierungs-Protestaktion von Afrikanern und Deutschen. Man will auf die zu zögerliche Rückgabe der sterblichen Überreste des tansanischen Hehe-Volkes hinweisen.

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Sisi-Ausstellung in KölnFotoalben einer faszinierenden Kaiserin

Ausschnitt aus Ludwig Angerers Fotoporträt von Elisabeth von Österreich-Ungarn mit ihrem Irischen Wolfshund "Horseguard", 1864. Das Foto ist in der Ausstellung "Sisi privat. Die Fotoalben der Kaiserin" im Museum Ludwig ausgestellt. (Museum Ludwig, Köln / Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln / Ludwig Angerer)

Kaiserin Elisabeth, genannt Sisi, war begeistert von der Fotografie. Mit 31 Jahren beschloss sie allerdings, sich nicht mehr fotografieren zu lassen. Dafür sammelte sie Fotos von anderen schönen Frauen. Das Kölner Museum Ludwig gewährt jetzt einen Einblick in die privaten Fotoalben der Monarchin.

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Demonstration in MünchenKulturschaffende fordern mehr Hilfe in der Coronakrise

Hunderte Personen haben sich am Königsplatz zu einer Demonstration versammelt. Unter dem Motto «Aufstehen für die Kultur» erinnern Künstler an die schwierigen Lebenssituationen, die aus der Coronakrise für viele Kulturschaffende entstanden sind. (Lino Mirgeler/dpa)

Keine Finanzhilfen, keine Anlaufstellen, keine Unterstützung. Die Münchener Kulturschaffenden fühlen sich von der Politik allein gelassen. Achthundert gingen heute auf die Straße. "Aufstehen für Kultur!", so der Titel der Veranstaltung, bei der auch ein ehemaliger CSU-Kultusminister auftrat.

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Anschlag auf Berliner Museumsinsel"Das ist eine neue Bedrohungslage"

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, steht an der Treppe der Villa von der Heydt. (dpa / Christoph Soeder)

Die Angriffe auf Kunstwerke auf der Berliner Museumsinsel bezeichnet der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, als unglaublichen, schockierenden Vandalismus. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Kulturschätze zu schützen, sagte er im Dlf.

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Berliner MuseumsinselAnschlag auf die Weltkultur

Wahrzeichen und Unesco-Weltkulturerbe Pergamonmuseum Berlin  (Getty Images /  iStock Unreleased)

Ägyptische Statuen und griechische Götterbildnisse, Sarkophage und europäische Gemälde: Am 3. Oktober wurde auf der Berliner Museumsinsel einer der umfangreichsten Angriffe auf Kunstwerke und Antiken in der Geschichte Nachkriegsdeutschlands verübt. Täter und Motiv: unbekannt.

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Corona-HilfeHoffnung auf Unternehmerlohn für die freie Kulturszene

 Bindeswirtschaftsminister Peter Altmaier, CDU  (imago images/ Reiner Zensen)

Wer keine Betriebskosten hat, geht bei den Corona-Hilfen bisher leer aus. Eine Erfahrung, die viele freie Künstlerinnen und Künstler machen mussten. Ein Konzept des Bundeswirtschaftsministeriums gibt Hoffnung und könnte diesen Solo-Selbständigen einen Unternehmerlohn ermöglichen.

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Jüdisches Museum FrankfurtNeueröffnung mit Storytelling

17.09.2020, Hessen, Frankfurt/Main: Die aus zwei Bäumen bestehende Skulptur "Untitled" von Ariel Schlesinger bestimmt den Innenhof des Neuen Jüdischen Museum in Frankfurt. In jahrelangen Umbauarbeiten wurde der historische Bau um einen Neubau erweitert, der ab dem 21. Oktober für Besucher zugänglich sein soll. (Boris Roessler/dpa )

Das Museum in Frankfurt ist das älteste jüdische Museum Deutschlands. Mit einem neuen Gebäudeensemble wird das üppige Ausstellungsangebot noch einmal entscheidend bereichert. „Das Jüdische Frankfurt“ – so der Titel der neuen Dauerausstellung – hat eine lange Geschichte.

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Autor zu Frankfurter Buchmesse 2020"Das Popstargefühl fehlt mir"

Menschenleeres Messegelände während der Frankfurter Buchmesse 2020. (picture alliance / dpa / Arne Dedert)

Leere Hallen, keine Verlagsparties, kein Publikumsverkehr - Corona bringt die Buchbranche um die Feier des Jahres. Er vermisse die Menschenmenge auf dem Messegelände und das Gefühl, Teil einer Verlagsfamilie zu sein, sagte der Schriftsteller Christoph Peters im Dlf.

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Neuregelung für Theater in NRWIntendantin: Viel Arbeitsaufwand für wenige Zuschauer

Kathrin Tiedemann, Intendantin des Forum Freies Theater in Düsseldorf (Forum Freies Theater, Düsseldorf. Foto: Sonja Rothweiler)

Nur noch 20 Prozent der Sitzplatzkapazität dürfen für Veranstaltungen vergeben werden, so sieht es die Corona-Verordnung in NRW vor. Die Düsseldorfer Intendantin Kathrin Tiedemann wundert die Neuregelung: "Bislang sind bundesweit keine Infektionen in Theaterhäusern nachgewiesen", sagte sie im Dlf.

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Philosophin über Beherbergungsverbot"Das Kriterium vom Wohnort ist moralisch irrelevant"

Eine Menschenschlange steht am 9.10.2020 vor dem Zentrum für Infektiologie im Prenzlauer Berg in Berlin, um sich auf eine mögliche Corona-Infektion testen zu lassen. Ein negativer Test ist Voraussetzung für einige Urlaubsgebiete in Deutschland, da Berlin als Risikogebiet gilt (dpa / Lothar Ferstl)

Darf der Wohnort ein Grund sein, Menschen nicht reisen zu lassen? Dass man von Mainz nach Köln fahren dürfe, aber nicht umgekehrt, nennt die Philosophin Sabine Döring im Dlf "föderalen Tribalismus" und sagt: "Sippenhaft ist aus moralischer Sicht ein Schlag ins Leere".

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Antisemitismus-VorwürfeVeranstaltungsreihe der Kunsthochschule Weißensee abgesagt

Der Grünen-Politiker Volker Beck spricht am 15.01.2017 im Islamischen Zentrum in Hamburg, während einer Konferenz der SCHURA, Rat der Islamischen Gemeinschaften Hamburg. (Bodo Marks/dpa)

Die Debatte um Achille Mbembe, dem antisemitische Vorurteile vorgeworfen wurden, hat gezeigt: Wer Israel von außen kritisiert, wird schnell als Antisemit bezeichnet. Jetzt trifft der Vorwurf die Kunsthochschule Weißensee - und eine Veranstaltungsreihe, die von jüdischen Israelis organisiert wurde.

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"Sudetendeutsches Museum" eröffnetGeschichte der Deutschen im östlichen Europa

Ilse Aigner, Landtagspräsidentin, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, Carolina Trautner (CSU), Staatsministerin für Familie, Arbeit, Soziales, Monika Grütters (CDU), Kulturstaatsministerin, und Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, nehmen an der Eröffnung des Sudetendeutschen Museums teil (dpa / picture alliance / Peter Kneffel)

Das Kulturerbe des Sudetenlandes hat im neuen Münchner Museum auf 1.200 Quadratmetern einen zeitgemäßen Erinnerungsort bekommen. Erhitzte Debatten oder revisionistische Töne der Vergangenheit blieben aus. "Es ging mehr um die Kultur", sagte Dlf-Landeskorrespondent Michael Watzke über die Eröffnung.

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Zur Konjunktur von „Risikogebieten“Im Innersten einer COVID-Matrjoschka

Die Corona-Warn-App mit der Seite zur Risiko-Ermittlung ist im Display eines Smartphone vor der Kuppel des Reichstags zu sehen. (Michael Kappeler/dpa)

Jeden Tag steigt die Zahl der Risikogebiete - der Begriff "Risiko" ist im Herbst 2020 das Synonym für Corona, meint Dlf-Kolumnist Arno Orzessek. Zugleich lebt es sich jedoch auch im gefährlichsten Corona-Risikogebiet ungefährlicher als in jedem Kriegsgebiet.

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Endlich mal erklärtIst die Kultur noch unabhängig vom Sponsoring?

Aus einem Museum fließt Öl, darin Menschen und Exponate. (Culture Unstained / Art Not Oil)

Niemand im Kulturbetrieb tut etwas ohne Eigeninteresse: Sponsoren wollen sich als Wohltäter der Menschheit profilieren, nebenbei den Namen ihrer Firma und deren Produkte ins Spiel bringen. Sponsoring ist Werbung. Wie abhängig macht sich die Kultur damit von Sponsoren?

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Kritik an Literaturnobelpreis"Es sieht mau aus, was andere Regionen angeht"

Anita Djafari, Geschäftsleiterin von litprom in Frankfurt am Main (am 05.06.2016) (Salome Roessler)

Die Litprom-Chefin Anita Djafari bedauert die Vergabe des Literaturnobelpreises an die amerikanische Lyrikerin Louise Glück. An der Person und ihrem Werk sei nichts auszusetzen, sagte sie im Dlf. Es sei aber enttäuschend, dass erneut keine Schriftsteller etwa aus Afrika oder der Karibik bedacht worden seien.

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RestitutionsgesetzFrankreich gibt Kunst an Benin und Senegal zurück

Große königliche Statuen des Königreichs Dahomey aus den Jahren 1890-1892 im Quai Branly Museum-Jacques Chirac im Jahr 2018. Dahomey war ein westafrikanisches Königreich, aus dem die heutige Republik Benin hervorgegangen ist. Kein Geschenk, sondern Beutekunst behauptete die beninische Regierung schon damals. (Sabine Glaubitz / dpa)

2017 hatte Frankreich angekündigt, Kulturgüter an afrikanische Staaten zurückzugeben – und eine Debatte in ganz Europa angestoßen. Jetzt hat die Nationalversammlung ein entsprechendes Gesetz beschlossen. Dies sei aber nur "ein erster Schritt", sagte Frankreich-Korrespondent Jürgen König im Dlf.

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Gegen Repressionen in der TürkeiKulturschaffende solidarisieren sich mit Regimekritikern

Porträt von Osman Kavala 2015. (laif/ Nar Photos/ Kerem Uzel)

Viele Regimekritiker sitzen in der Türkei im Gefängnis. Auch Kulturschaffende sehen sich Repressionen durch das Regime von Präsident Erdogan ausgesetzt. Daher haben deutsche Kulturinstitutionen wie das PEN-Zentrum und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zur Solidarität mit ihnen aufgerufen.

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Trumps Polittheater"Ein Zeichen äußerster Arroganz"

Präsident Trump mit Mundschutz winkt aus seiner Limousine. (ALEX EDELMAN / AFP)

Donald Trump zeigt sich in einer Limousine seinen Anhängern. Seit bekannt ist, dass er an COVID-19 erkrankt ist, beschäftigen sich Menschen weltweit mit seinem Gesundheitszustand. Sein aktueller Auftritt sei "die inszenierte Frechheit", sagte der Medienwissenschaftler Jochen Hörisch im Dlf.

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Artemisia Gentileschi in der National Gallery LondonVon Männern bedrängt

"Susanna und die Alten" von Artemisia Gentileschi (picture alliance/Heritage-Images)

Artemisia Gentileschi soll nach einer Vergewaltigung mit der Malerei begonnen haben. Feministische Kunsthistorikerinnen sahen in ihr eine Vorreiterin der Frauenbewegung. Mit ihren psychologisch intensiv ausgemalten Szenen gehört sie zu den Großen des italienischen Barock.

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Ausstellung zur Wiedervereinigung"Den Umbruch gab es nur im Osten"

Berlin: Der deutsche Denkmalsturz verläuft anders, als in den einstigen kommunistisch regierten osteuropäischen Ländern. Nach langen Verhandlungen, Absetzung von der Denkmalliste und gewissenhaften bautechnischen Vorbereitungen ging Lenins Kopf am 13.11.1991 wohlbehalten und sanft am Berliner Leninplatz zu Boden. Preußisch exakt zerlegt, soll das Denkmal des einstigen großen Revolutionärs in einer Kiesgrube zwischengelagert werden. (Bernd Settnik/ picture-alliance)

Der Alltag der deutschen Einheit ist Thema der Ausstellung „Umbruch Ost“, die der Leiter des DDR-Museums Stefan Wolle als Poster-Set konzipiert hat. Für die Menschen in Ostdeutschland sei der Umbruch "radikal und brutal" gewesen, sagte der Historiker - geprägt durch den Verlust von Lebens- und Arbeitswelten.

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Trump und Corona"In jedem von uns steckt ein Verschwörungstheoretiker"

US-Präsident Donald Trump ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch seine Frau Melania habe sich angesteckt. Eine enge Beraterin hatte sich zuvor mit dem Virus infiziert. Symbolbild, Themenbild, Montage (imago images / Future Image)

Kurz nach Bekanntwerden der COVID-19-Infektion von US-Präsident Donald Trump wurde diskutiert, ob diese nur vorgetäuscht sei. Das habe auch mit der stark polarisierten US-Gesellschaft zu tun, sagt der Amerikanist Michael Butter im Dlf. Politischen Gegnern traue man ganz schnell ganz viel zu.

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Kulturgeschichte des Neandertalers"Weit weg vom keulenschwingenden Grobian"

Der Neandertaler bekommt ein neues Gesicht. Die Künstlerin Elisabeth Daynès aus Paris hat auf Basis der Knochen, dem berühmtesten Rheinländer eine neue Gestalt gegeben. (Jürgen Vogel / LandesMuseum Bonn)

Das LVR-Landesmuseum in Bonn präsentiert anlässlich seiner Wiedereröffnung zum 200-jährigen Bestehen den Neandertaler neu. Der Eiszeit-Mensch habe durchaus schon einen Sinn für Ästhetik gehabt, sagte der Archäologe Ralf W. Schmitz im Dlf. Das Keulenschwinger-Image werde ihm nicht gerecht.

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Koloniale Raubkunst geraubtDer Aktivist Mwazulu Diyabanza vor Gericht in Paris

Kunst aus dem Kongo aus dem Musee du Quai Branly in Paris nur zurückgestohlen? (imago images / imagebroker)

Der afrikanische Aktivist Mwazulu Diyabanza hat das Thema Restitution von in der Kolonialzeit geraubtem Kulturgut in die eigene Hand genommen und ein Kunstwerk aus einem Museen entwendet - und steht dafür jetzt in Paris vor Gericht. Die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy versteht dies als politischen Akt.

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Verschiebung von Philip-Guston-Ausstellung"Beschämende Form der vorauseilenden Selbstzensur"

Das Bild "Riding Around", 1969, von Philip Guston im MoMa (imago stock&people/Rüdiger Wölk)

Vier große Museen verschieben eine lange geplante Ausstellung mit Werken des amerikanischen Künstlers Philip Guston. Seine Bilder zeigen unter anderem vermummte Ku-Klux-Klan-Figuren. Hier soll in vorauseilendem Gehorsam Kontroverse vermieden werden, sagte der Kunstwissenschaftler Jörg Heiser im Dlf.

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Hito-Steyerl-Ausstellung in DüsseldorfDigital wie die Realität

Hito Steyerl, How Not to Be Seen: A Fucking Didactic Educational, 2013; HD video, single screen in architectural environment; 15 minutes, 52 seconds (Image courtesy of the Artist, Andrew Kreps Gallery, NYC and Esther Schipper, Berlin #HitoSteyerl #K21)

Die Künstlerin Hito Steyerl setzt sich kritisch mit Datenerfassung und dem Einsatz von künstlicher Intelligenz auseinander. Für die Ausstellung "I Will Survive" in Düsseldorf hat sie eine neue multimediale Installation entwickelt. Eine Auseinandersetzung mit Corona und den Problemen der digitalen Welt.

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Neue Richterin am Supreme Court"Wenn sie die Wahl entscheidet, sieht es schwarz aus“

US-Präsident Donald Trump nominiert Amy Coney Barrett im Rosengarten des Weißen Hauses für den Supreme Court. Sie soll Nachfolgerin der kürzlich verstorbenen Richterin Ruth Bader Ginsburg werden.  (abaca/afp)

Die Frauenrechte würden mit einer Berufung der Juristin Amy Coney Barrett ans Oberste Gericht in der Zukunft stark beschnitten werden, sagte die amerikanische Philosophin Susan Neiman im Dlf. Die US-Gesellschaft werde nachhaltig verändert - die konservative Mehrheit am Supreme Court zementiert.

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Bedrohtes Weltkulturerbe"Sanaa schmilzt buchstäblich weg"

Wassermassen vor einem Gebäude in der zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden Altstadt von Jemens Hauptstadt Sanaa (AFP/ Mohammed Huwais)

In Jemens Hauptstadt Sanaa bedrohen Überschwemmungen ein einmaliges Ensemble tausender Häuser, das die Unesco zum Weltkulturerbe zählt. Sie wurden vor Jahrhunderten aus gestampftem Lehm gebaut. Erst zerstörte der Bürgerkrieg etliche von ihnen, jetzt lösen sich hunderte Häuser im Regen auf.

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50. Todestag von Erich Maria Remarque"Seine Inhalte haben leider nichts an Aktualität verloren"

Der Autor Erich Maria Remarque während eines Interviews in München am 8. August 1954 (imago images / ZUMA/Keystone)

Mit seinem Roman "Im Westen nichts Neues" wurde der Schriftsteller Erich Maria Remarque weltberühmt. Seine Aussagen sind weiterhin aktuell, erklärte der Literaturwissenschaftler Thomas Schneider im Dlf: "Remarque gilt weltweit als ein sehr glaubwürdiger Vertreter eines Humanismus."

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Rautenstrauch-Joest-MuseumKühne Aufarbeitung der Kolonialzeit

Eine Vogelmaske aus Kanada in der Ausstellung "Die Schatten der Dinge #1" im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln, 11. September 2020 bis 3. Januar 2021. (RJM © RBA )

An vier ausgewählten Objekten zeigt das Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum auf, wie aktuell die Kolonialzeit auch für deutsche Sammlungen nach wie vor ist. In der Ausstellung "Der Schatten der Dinge" wird deutlich, wie sehr sich der Umgang mit Ausstellungsstücken in den letzten Jahren gewandelt hat.

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Zum Tod von Rossana RossandaDie letzte Kommunistin

Die italienische Intellektuelle und Publizistin Rossana Rossanda in ihrer Wohnung in Rom (das geschätzte Aufnahmedatum ist 1987) (Marcello Mencarini / Leemage / imago)

Rossana Rossanda verstand sich als Marxistin in der Tradition Rosa Luxemburgs: Die italienische Intellektuelle war Mitbegründerin der Tageszeitung "il manifesto", prägte in den 70er-Jahren mit ihren Beiträgen und Büchern die politischen Debatten Italiens. Nun ist sie mit 96 Jahren gestorben.

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CoronakriseBerlins Kultursenator: "Der Bund lässt uns hängen"

Der Zuschauerraum im Berliner Ensembles mit teilweise abgebauten Sitze als Schutzmaßnahme in der Coronapandemie (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)

Rücksichtnahme und eine größere Wertschätzung für den Kultursektor fordert Berlins Kultursenator Klaus Lederer vom Bund. In der Hauptstadt werden Soloselbstständigen und Freiberuflern Liquiditätshilfen in der Coronakrise angeboten. "Kredite helfen am Ende nicht", sagte Berlins Kultursenator Klaus Lederer im Dlf.

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Umstrittene Erinnerungsorte"Denkmäler erklären statt stürzen"

Das Mahnmal für die Toten der 110. Infanterie-Division auf dem Friedenspfad in Lüneburg. Dieser Einheit werden auch Kriegsverbrechen nachgesagt. Deshalb ist das Lüneburger Denkmal immer wieder Ziel von Zerstörung. Derzeit ist es mit Beton überdeckt und mit roter Farbe übergossen. Ein Prozess vor dem Verwaltungsgericht soll klären, ob das Mahnmal verhüllt werden muss. (imago images / Martin Bäuml Fotodesign)

Der Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen, Jens-Christian Wagner, sprach sich im Dlf gegen den Sturz umstrittener Denkmäler aus. Diese seien zeithistorische Dokumente und erzählten von verdrängten Themen. Sie müssten aber erklärt und kontextualisiert werden. Doch es gebe auch Grenzen.

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Konzertbetrieb in Corona-ZeitenDOV plädiert für Sitzpläne im Schachbrettmuster

Ein Orchester, von schräg oben betrachtet, spielt vor leeren Zuschauerrängen. (Gürzenich-Orchester Köln © Alexander Roll/DuMont)

In NRW dürfen bis zu 1.000 Menschen in ein Konzert, in Bayern meist nur 200. "Mindestens 50 Prozent Auslastung muss möglich sein", sagte Gerald Mertens im Dlf. Mit einem offenen Brief hofft der Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung (DOV), die Ministerpräsidenten zum Umdenken zu bewegen.

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Last Night of the PromsPatriotische Gassenhauer

Fahnenschwenkendes Publikum bei der "Last Night of the Proms", dem Abschluss der BBC-Konzertreihe "The Proms" in der Royal Albert Hall in London 2014  (picture alliance/ empics/ Guy Bell)

Nach heftigen Debatten um die Kolonialismusbezüge in „Rule Britannia“ und „Land of Hope and Glory“ hatte die BBC zunächst angekündigt, die Stücke in diesem Jahr ohne Gesang zu spielen. Nun wurde die Hymne doch von einigen ausgewählten Chorsängern vorgetragen.

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Zum Tod von Shere HiteMit Forschung zum Orgasmus

Shere Hite im Porträt. (dpa/ efe / epa / Ballesteros)

Um sexuelle Lust zu empfinden, brauchen Frauen keine Männer – diese Erkenntnis machte die nun verstorbene Shere Hite und ihren „Hite Report“ zu einer Ikone weiblicher Selbstermächtigung. Mit ihrem Buch habe Hite die Welt verändert, sagte die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal im Dlf.

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Leere Säle wegen CoronaHimmel, schick Zuschauer!

Das Foto zeigt in Großaufnahme leere rotsamtene Sitze in der Sitzreihe eines Theatersaal. Ein Sitz trägt die Nummer 23. (Unsplash / Kilyan Sockalingum)

Theater ohne hustende, raschelnde, raumgreifende Störenfriede? Nicht so schön wie gedacht, findet unsere Theaterkritikerin und wünscht sich die von ihr sonst Verwünschten wieder ins Publikum.

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Kultureller Neustart in der Coronakrise"Buchhandlungen als Anker der Belebung"

Ein Mann und eine Frau stöbern in einer Buchhandlung und tragen dabei Mundschutz (picture alliance/dpa/Sven Hoppe)

Die Buchbranche verzeichnete in der Coronakrise teilweise 65 Prozent Umsatzeinbußen. Nun wird auch die Buchmesse nur rein digital stattfinden. Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sprach im Dlf dennoch von "enormen Kräften der Branche".

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NS-Geschichte von Kühne + NagelUnaufgearbeitete Vergangenheit

Klaus-Michael Kühne, Unternehmer und Manager (Axel Heimken/dpa)

Beim Hamburger Harbour Front Literaturfestival wird der Klaus-Michael-Kühne-Preis vergeben. Kultur-Sponsor Kühne ist Konzernerbe des Logistik-Unternehmens Kühne + Nagel. Ihm wird vorgehalten, die NS-Vergangenheit des Unternehmens - anders als andere - nicht öffentlich aufzuarbeiten.

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Frankfurter Buchmesse Schau der Bücher ohne Publikum

Blick in eine Ausstellungshalle der Frankfurter Buchmesse 2019, die Gänge sind voller Menschen, die zwischen den Ständen der Verlagen laufen und diese betrachten. (Picture Alliance / dpa / Wolfgang Minich)

Keine Ausstellerinnen und Aussteller, kein Austausch zwischen Verlegern und Schriftstellerinnen. Die größte Buchmesse der Welt in Frankfurt am Main findet in diesem Jahr fast nur virtuell statt. Ein herber Schlag für Verlage, Autorinnen und Autoren und die Besucher. Immerhin wird der Deutsche Buchpreis verliehen.

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Urbanes Leben"Stadt gesamtheitlich denken"

 Ein Besucher fährt auf dem als Tempelhofer Freiheit bezeichneten ehemaligen Flughafen Tempelhof in Berlin mit einem Windsegel Longboard (imago images / Andreas Prost)

Die Stadt müsse als "gesamtheitlicher Organismus" gedacht werden, sagt Stadtplaner Matthias Sauerbruch im Dlf. Die Zeit der autogerechten Stadt sei vorüber. Klimawandel und Baukosten lassen den Ruf nach neuen Baustoffen und nachhaltigem Bauen lauter werden. Aber ist das auch wirtschaftlich?

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Cage-Projekt in HalberstadtOrgelpfeifen als Ereignis

Der amerikanische Komponist und Schriftsteller John Cage am 29. April 1982 im Frankfurter Theater am Turm. Cage, einer der bedeutensten Avantgardisten des 20. Jahrhunderts, wurde am 5. September 1912 in Los Angeles geboren und ist am 12. August 1992 in New York gestorben. (picture alliance / dpa / Jörg Schmitt)

Wie langsam kann langsam sein? Im Fall des Stücks „ORGAN²/ASLSP“ so langsam wie möglich. John Cage schrieb für seine Aufführung 639 Jahre vor. Jeder Klagwechsel ist ein Ereignis. Nun steht nach sieben Jahren wieder einer an. Musikkritiker Uwe Friedrich bilanziert: "Sehr unterhaltsam."

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Gesprächsreihenah und fern

In einer Glaskugel spiegelt sich die Adriaküste, die im Hintergrund nur unscharf zu sehen ist. (imago images / Shotshop)

Nähe und Distanz sind keine feststehenden Größen. Wo das eine aufhört und das andere beginnt, empfindet jeder anders. Und jede Disziplin, jede Kunstgattung geht auf ihre Weise damit um. Im Corona-Sommer 2020 blicken wir aus anderer Perspektive auf Abstandhalten und Annäherung.

Kunsthändler Tobias Meyer über den Reiz teurer Bilder"Auch der Kunstmarkt ist Moden unterworfen"

Der Auktionator Tobias Meyer versteigert 2012 Edvard Munchs Bild "Der Schrei" bei Sotheby´s (imago images / Xinhua)

104 Millionen für einen Picasso, 120 für ein Bild von Edvard Munch. Reiche Sammler und Sammlerinnen hängen sich die Stars der Szene ins heimische Wohnzimmer. Ihre Motivation ist häufig ähnlich: "Sie möchten an der Großartigkeit dieses Kunstwerks teilhaben", sagte Kunsthändler Tobias Meyer im Dlf.

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Reichsflaggen vor dem Bundestag"Symbolpolitische Flanke ist offen"

 Anti Corona Demonstranten am  29.08.2020 vor dem Berliner Reichstag (imago images / Christian Thiel)

Die Reichsflagge steht für einen "autoritären Machtstaat und nicht für Demokratie", sagte der Politikwissenschaftler Jens Hacke im Dlf. Die Bundesrepublik habe einen Verfassungspatriotismus entwickelt. Sie gehe relativ defensiv mit Symbolen um - und sei von rechts angreifbar.

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Historiker Drecoll über Gedenkstätten"Orte und persönliche Begegnung sind für Erinnerungskultur wichtig"

Axel Drecoll, Leiter der Gedenkstätte Sachsenhausen (25.1.2018). (dpa / picture alliance / Ralf Hirschenberger)

Orte seien so etwas wie Garanten des „Hier ist es gewesen“, sagte Axel Drecoll, Leiter der Gedenkstätte Sachsenhausen, im Dlf. Dazu sei das persönliche Gespräch mit Überlebenden oder Familienangehörigen eine Konfrontation mit dem menschlichen Gegenüber - und somit eine einzigartige Form der Geschichtsvermittlung.

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Stücke von Sybille Berg und Falk RichterTop und Flop beim Auftakt in Weimar

( Kunstfest Weimar 2020 / Candy Welz)

Die Inszenierung von Sibylle Bergs Uraufführung auf dem Kunstfest Weimar beschädigt im Grunde den guten Ruf aller Beteiligten, findet Michael Laages. Ganz anders Falk Richters Inszenierung eines in Paranoia abgleitenden Schauspielers, der schließlich zum Corona-Leugner wird: ein richtig gutes Stück.

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Sigmund-Freud-MuseumDas Phänomen Freud als kultureller Fixpunkt

Sigmund Freud seated in his study contemplating a carved figurine possibly Javanese on his desk in 1937 photography by Princess Marie Bonaparte. Courtesy Everett Collection PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xCourtesyxEverettxCollectionx HISL006 EC196 (imago images / Everett Collection)

Sigmund Freud steht im Mittelpunkt einer Netflix Serie, taucht regelmäßig in den Romanen von Robert Seethaler auf und am Wochenende wird das Sigmund-Freud-Museum in Wien nach einer Renovierung wiederöffnet. "Er ist ein Anker auch für junge Leute", sagte Direktorin Monika Pessler im Dlf.

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