Kultur heute 

Henzes "Bassariden"-Oper in BerlinKampf zwischen Rausch und Verstand

Eine Szene aus Barrie Koskys "The Bassarids" an der Komischen Oper Berlin. Auf dem Bild: Günter Papendell (Pentheus), Chorsolisten, Orchester und Tanzensemble der Komischen Oper Berlin (Komische Oper Berlin / Monika Rittershaus)

In Hans Werner Henzes Oper "Die Bassariden" steht der Konflikt zwischen Exzess und Kontrolle im Zentrum. Regisseur Barrie Kosky zeigt an der Komischen Oper Berlin einen Nahkampf zwischen dem verführerischen Dionysos und dem nüchternen Pentheus. Vor allem musikalisch ein beeindruckender Abend.

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PionierkunstKraftvoll und unbeirrbar

Ausstellungsansicht mit verschiedenen Werken der US-amerikanischen Malerin und Collage-Künstlerin Lee Krasner in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt. (Schirn Kunsthalle / Norbert Miguletz)

Eine der Vorreiterinnen des abstrakten Expressionismus, die amerikanische Malerin und Collagistin Lee Krasner, ist keine ganz Unbekannte, aber eine Malerin, die sehr lange im Schatten ihres berühmten Mannes Jackson Pollock stand. Die Frankfurter Schirn widmet ihr nun eine umfassende Retrospektive.

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Museumschefin WenzelMehr Empathie und Sensibilität für jüdische Kultur

Ein Mann auf der Berliner Unteilbar-Demonstration trägt einen riesigen hölzernen Davidstern durch die Menge. (Imago / epd / Christian Ditsch)

Die Vorstellung, dass Juden und Jüdinnen übermächtig seien und etwas im Geheimen steuerten, ziehe sich durch die Geschichte des Antisemitismus, sagte Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums in Frankfurt. Doch es gebe auch Unterschiede zum Antisemitismus früherer Zeiten.

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Kulturexperte zu Polen-WahlLoew: "Die Kulturszene in Polen ist sehr gespalten“

Der Museumsbau des Architekturbüro Kwadrat in Gdynia in Form eines schräg aus dem Boden ragenden und teilweise verglasten Würfels in nächtlicher Beleuchtung. (imago images / Jan Huebner)

Viele Intellektuelle in Polen hingen eher linken Werten an und wollen sich von der PiS-Partei absetzen, sagte Peter Oliver Loew, Direktor des Deutschen Polen-Instituts, im Dlf. Aber es gebe auch einen nicht unerheblichen Teil der Kulturszene, der sich auf die Seite der Regierung geschlagen habe.

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Ausstellung über Einfluss islamischer DenkerGelungenes Spiel mit alten Klischees

Das Gemälde von John Frederick Lewis aus dem Jahr 1868 (A Memlook Bey, Egypt), zeigt einen Mann (Selbstportrait) mit Turban und Kleidung des Mittleren Ostens. (picture alliance / dpa)

Über Jahrhunderte schaute die westliche Welt bewundernd auf den Orient. Seit die Islamophobie auf dem Vormarsch ist, hat sich der Blick verändert: Statt satter Farben denken viele an Gotteskrieger. Die Londoner Schau "Inspired by The East" will mit diesen Vorurteilen aufräumen.

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Filmkritik: "Dunkel, fast Nacht" Alptraumhafter Thriller

Es ist dunkel. Im Hintergrund ist ein brennendes Haus, im Vordergrund läuft ein nackter Mensch davon. (Camino Filmverleih, Foto: Adam Golec / Aurum Film)

Der polnische Regisseur Borys Lankosz verwebt in seinem neuen Film "Dunkel, fast Nacht" Traum und Wirklichkeit. Die Literaturverfilmung spricht aktuelle Themen an: Fremdenhass, rechte Demagogie, die Suche nach Sündenböcken und die Rolle der Medien.

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Ausstellung im Linden-Museum"Neuer Blick auf die Azteken"

Freilegung der monolithischen Steinskulptur der Göttin Tlaltecuhtli am Fuße des Templo Mayor (© Proyecto Templo, Mayor, Foto: Leonardo)

Im allgemeinen Bewusstsein sind sie fest als grausames Volk verankert. Tatsächlich, sagt Museumsleiterin Inés de Castro, habe die Hochkultur der Azteken aber Erkenntnisse in Wissenschaft, Medizin und Kosmologie hervorgebracht - und sei durchaus mit europäischen Gesellschaften vergleichbar.

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Neues Becher-Denkmal in JenaSchwieriges Gedenken

DDR-Kultusminister Johannes R. Becher während der Pressekonferenz am 20.02.1957 in Ost-Berlin, auf der er die Verhaftung des Regimekritikers Harich rechtfertigte. (dpa / Günter Bratke)

In Jena haben Bürger ein Denkmal wieder errichten lassen, das den Dichter und Stalinisten Johannes R. Becher ehrt. Der Becher-Biograf Jens-Fietje Dwars hofft, dass es Anstoß geben wird, sich mit dem Werk und Leben Bechers näher zu beschäftigen. Eine Debatte sei dringend nötig, sagte er im Dlf.

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Anschlag in Halle"Es gibt virulenten, gewaltbereiten Antisemitismus"

Menschen legen Blumen vor der Synagoge in Halle ab (dpa /  Jan Woitas)

Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle wird die Frage laut, wie verbreitet Judenfeindlichkeit in Deutschland ist. Der Antisemitismus-Forscher Uffa Jensen sagte im Dlf, man müsse gegen ein Klima vorgehen, in dem sich Radikale ermutigt fühlten, solche Taten zu begehen.

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Tag der Friedlichen RevolutionPlädoyer für einen neuen Einheitsfeiertag

Bild von der Montagsdemonstration in Leipzig am 9. Oktober 1989 (dpa / Volkmar Heinz)

Am 9. Oktober 1989 begann die Friedliche Revolution mit einer Demonstration in Leipzig. Hier entstand jenes Video, das die Bilder der Protestbewegung weltweit verbreitete. Einen Monat später war die Mauer offen. Der 9.10. ist der wahre Tag der Einheit, meint Vladimir Balzer.

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Ziviler UngehorsamExtinction Rebellion "auf jeden Fall legitim"

07.10.2019: Aktivisten der Extinction Rebellion werden bei einer Blockade auf der Stadhouderskade vor dem Rijksmuseum in Amsterdam von der Polizei festgenommen. (picture alliance / Niels Wenstedt)

In demokratischen Gesellschaften gebe es eine lange Tradition des zivilen Ungehorsams, sagte der Philosoph Robin Celikates im Dlf. Typisch daran sei, dass er den Gesetzesbruch mit einschließe. Demokratien seien jedoch auf diese Form des Protestes angewiesen, um sich selbst zu regulieren.

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Kirchner-Ausstellung in New YorkZu viel des Guten

Eine Fotografie aus dem Auktionshaus Christie's zeigt den Auktionär Christopher Burge, wie er während der Versteigerung von Ernst Ludwig Kirchners Werk "Berliner Strassenszene" in die Menge blickt. Das Gemälde ist links im Bild zu sehen. (EPA/ Justin Lane/ picture alliance)

Für stolze 30 Millionen Euro wechselte die "Berliner Straßenszene" von Ernst Ludwig Kirchner einst den Besitzer. Jetzt präsentiert der neue Eigentümer das Bild in seinem New Yorker Museum. Die große Kirchner-Schau ist allerdings eine verpasste Chance: Sie zeigt zu viel Kunst auf zu kleinem Raum.

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Birthler zur DDR-Debatte"DDR war auf Unrecht gegründet"

DDR-Bürgerrechtlerin Marianne Birthler blickt seitlich in die Kamera. (imago images / Seeliger)

Die DDR, ein Unrechtsstaat? Die Meinungen dazu sind 30 Jahre nach dem Mauerfall geteilt. Marianne Birthler, ehemalige Beauftragte für die Stasi-Unterlagen, findet den Begriff angemessen. Die Debatte sei ein "untauglicher Versuch, das Selbstbewusstsein der Ostdeutschen aufzumöbeln", sagte Birthler im Dlf.

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Carsten Nicolai in DüsseldorfGanzkörpererlebnis

Eine blau-lila Lichtfläche führt durch eine lange Fluransicht. Installationsansicht der Arbeit "unicolor" (2014) von Olaf Nicolai (Kunstsammlung NRW / Achim Kukulies, Düsseldorf)

Carsten Nicolai macht Musik und Kunst: für die Ohren, für die Augen, für Hirn und Bauch. Ideen und Inspirationen liefern ihm Naturwissenschaften und Träume. Im Düsseldorfer K21 zeigt eine sehenswerte Überblicksschau jetzt Nicolais Arbeiten unter dem Titel "Parallax Symmetry".

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Internationale PEN-Tagung in Manila Das Recht auf eine eigene Sprache

Regula Venske lächelt in die Kamera. (dpa, Bernd Thissen)

Die Vielfalt der Sprachen ist bedroht: Einige Hauptsprachen verdrängen die Muttersprachen kleinerer Gemeinschaften. Für Sprachgerechtigkeit setzt sich die Schriftstellervereinigung PEN ein. Ihr jüngstes Treffen fand auf den Philippinen statt, wo rund 170 verschiedene Sprachen gesprochen werden.

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Milo Raus PassionsspektakelSchwarzer Jesus mit Migrationshintergrund

Milo Raus "Die Revolte der Würde" (Kampagne) und "Das Neue Evangelium" (Performance und Film): Milo Rau (stehend im schwarzen T-Shirt) probt mit Jesus (Yavn Sagnet, Mitte mit Flasche) und seinen Aposteln die Filmszene "das letzte Abendmahl" (Fotograf / Copyright: Armin Smailovic)

Die italienische Höhlenstadt Matera erschien dem Schweizer Theaterregisseur Milo Rau die geeignete Kulisse für seine radikale Neuverfilmung des Evangeliums. Nicht nur wegen der spektakulären Felsen, auch deshalb, weil man in direkter Nähe auf verdeckte Parallelgesellschaften stößt.

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Buchenwald und Mittelbau-Dora"Klima der Angst und Unfreiheit in KZ-Gedenkstätte"

In der Dauerausstellung "Buchenwald. Ausgrenzung und Gewalt 1937 bis 1945" steht der Direktor der Stiftung Buchenwald und Mittelbau-Dora, Volkhard Knigge, am 13.04.2016 in Buchenwald bei Weimar (Thüringen) vor einer Vitrine mit Häftlingskleidung (dpa)

In den KZ-Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora herrscht laut dem "Spiegel" ein Klima der Angst. Schwere Vorwürfe gegen den Gedenkstättenleiter Volkhard Knigge stehen im Raum. Dlf-Thüringen-Korrespondent Henry Bernhard nennt die Vorgänge im Stiftungsrat einen "politischen Skandal".

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Fotografie der Weimarer Republik Dokumente einer rasanten Zeit

Die schwarz-weiß-Aufnahme einer jungen lachenden Frau, die mit einer alten Fotokamera aus einem Schacht herausschaut. Deutsches Reich: Aufnahme: B. Federmeyer - Erschienen in: 'Blatt' 26/1929 Originalaufnahme im Archiv von ullstein bild (ullstein bild - Federmeyer )

Travestieshows mit Charleston und Champagner sowie Frauen in Hosen mit Bubiköpfen: Das war die eine Seite der Weimarer Republik. Die andere bestand aus Armut, Klassenkampf, Hunger und erneuter Kriegsfurcht. Das LVR Landesmuseum Bonn zeigt nun Fotos aus der ersten deutschen Demokratie.

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Digitalisiertes Kulturerbe"Bertolt Brecht wollte ins Kino"

Ausschnitt aus dem Film "Baal" von Bertolt Brecht, verfilmt von Volker Schlöndorff 1969. Zu sehen sind im schwarzweiß Portrait zwei Personen, Rainer Werner Fassbinder und Hanna Schygulla, die an der Kamera vorbei schauen. (Volker Schlöndorff)

Das Brecht-Archiv hat filmisches Material aus der Frühzeit des Berliner Ensembles digitalisiert. Das Kino war für den Dramatiker Brecht ein willkommenes Ausdrucksmittel, seine Kunst unter die Leute zu bringen. Man sehe wie "lebendig, witzig, klug" diese Theaterkunst war.

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Else-Lasker-Schüler-AusstellungAutonome Gegenwelten

Die Dichterin und Zeichnerin Else Lasker-Schüler (1869-1945) (picture alliance / dpa / Ullstein)

Als Dichterin war sie brillant, und trotzdem verbrachte sie große Teile ihres Lebens in Armut. In ihrer Heimatstadt Wuppertal würdigt nun aus Anlass des 150. Geburtstag zum ersten Mal eine Retrospektive Else Lasker-Schüler – und räumt mit einigen Mythen auf.

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Saisonpremiere an der Berliner StaatsoperDie geschmacklosen Weiber von Windsor

Linard Vrielink als Junker Spärlich, David Oštrek als Dr. Cajus (Staatsoper Berlin / Monika Rittershaus)

Natürlich war Shakespeare das Vorbild für Otto Nicolais Oper "Die lustigen Weiber von Windsor". 1849 hatte sie in Berlin Premiere, danach wurde sie nicht allzu häufig aufgeführt. Die Neuinterpretation von David Bösch an der Staatsoper Unter den Linden setzt nun auf Plattitüden.

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Polnische KulturpolitikMuseum ohne Leitung

Im Vodergrund eine Statue, dahinter das Museum aus Glas. (imago images / BE&W)

Seit vier Monaten ist das Museum der jüdischen Geschichte in Warschau ohne Direktor. Der designierte Leiter gefällt den Verantwortlichen der PiS Partei nicht. Sie kann ihn aber nicht einfach austauschen, weil das Museum nicht in staatlicher, sondern in öffentlicher und privater Trägerschaft ist.

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Philosophie als AusstellungsobjektGroße Fragen am kleinen WG-Tisch

Georg Wilhelm Friedrich Hegel am Rednerpult, umgeben von drei jungen Männern, die Notizen machen. Litho von Franz Theodor Kugler, 1828 (Foto: DLA Marbach)

Eine fiktive Philosophen-WG, Texte, Archivfundstücke, kleine Inszenierungen: "Hegel und seine Freunde" heißt eine Schau im Literaturmuseum Marbach. Sie soll die Besucher zum Denken verführen - und dazu, die Hegelsche Philosophie an ganz praktischen Fragen erproben.

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Brâncuși-Ausstellung in BrüsselFunkelnde Gestalten

Besucher werden in Brancusis Skulptur "La Negresse Blonde" gespiegelt in der Ausstellung "Brancusi-Serra" im Guggenheim Bilbao Museum, October 2011 (RAFA RIVAS / AFP)

Dem Bildhauer Constantin Brâncuși konnte es kein Fotograf recht machen. Deshalb griff er selbst zur Kamera, um seine abstrakten Skulpturen abzulichten. In der Brüsseler Ausstellungshalle „BOZAR“ sind in einer großen Retrospektive jetzt sowohl Fotos als auch Plastiken von Brâncuși zu sehen.

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BDS-Bewegung„Nichts Stichhaltiges gegen Walid Raad gefunden“

Im Rahmen des internationalen Kunstprojekts "Synagoge Stommeln" hat der im Libanon geborene Künstler Walid Raad 2016 die ehemalige Synagoge in Pulheim-Stommeln für mehrere Monate mit Erde aufgeschüttet und die Fenster mit Holzlatten vernagelt. (Rolf Vennenbernd / dpa )

Der "Verein der Freunde des Ludwig Forums" will Walid Raad mit dem Aachener Kunstpreis würdigen – auch ohne Beteiligung der Stadt. Der Künstler unterstütze zwar die BDS-Bewegung, das Existenzrecht Israels stelle er aber nicht in Frage, sagte Vorstandssprecher Michael Müller-Vorbrüggen im Dlf.

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Zum Tod der Sängerin Jessye Norman"Ihre Stimme war einfach alles"

Die Opernsängerin Jessye Norman lächelt bei einer Pressekonferenz im Jahr 2012 in die Kamera. Ihre schwarzen Haare sind mit einem Stirnband nach obend gebunden.  (RIA Nowosti)

Jessye Normans Karriere begann in Deutschland: 1968 gewann sie den ARD-Musikwettbewerb, und anschließend bekam sie ihr erstes Engagement an der Deutschen Oper Berlin. Ihre unvergleichliche Stimme und ihr breites Repertoire trugen sie zu einer Weltkarriere, sagt Opernkritiker Uwe Friedrich im Dlf.

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Matisse und die FolgenDie Wirkung schöner Rücken

Mit groben Pinselstrichen gemaltes Öl-Bild einer im Wald sitzenden, nackten Frau. Sie ist von hinten zu sehen, ihr Kopf ist nach untengebeugt so das nur ihre Haare zu sehen sind (Succession H. Matisse/ VG Bild-Kunst, Bonn 2019)

Die Kunsthalle Mannheim zeigt zum 150. Geburtstag von Henri Matisse dessen weitreichenden Einfluss auf die europäische Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Auch die Vielfalt und die Widersprüche in Matisse' eigenem Schaffen werden in der Ausstellung auf beeindruckende Weise dargestellt.

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Macht und Missbrauch am Theater"Frauen sind definitiv schlechter gestellt"

Nadine Geyersbach, Irene Kleinschmidt und Martin Baum (v.l.) in "Aus dem Nichts" am Theater Bremen (Jörg Landsberg)

Frauen am Theater haben eine höhere Arbeitsbelastung, sind häufiger existenziell bedroht, erfahren öfter psychischen oder physischen Missbrauch als ihre Kollegen. Der Herausgeber der ersten deutsche Studie zu diesem Thema, Thomas Schmidt, sieht eine Ursache bei den Intendanten.

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Theater-Uraufführung in Cottbus"Warten auf Sturm"

Eine Szene aus Peter Thiers Theaterstück "Warten auf Sturm" am Staatstheater Cottbus (Staatstheater Cottbus / Marlies Kross)

Wer den "Kleistförderpreis" erhält, kann sich über Geld und Uraufführung des ausgezeichneten Theaterstückes freuen. Der Preisträger 2019, Peter Thiers, erzählt in "Warten auf Sturm" von der zerbrechenden Ordnung eines Bergwerkmilieus. Der Inszenierung in Cottbus fehlt jedoch jegliche Welthaltigkeit.

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Kunstmuseum Moritzburg in HalleComeback der Moderne

Eine junge Frau betrachtet am 18.04.2013 das Gemälde "Abendmahl", 1909, von Emil Nolde im Kunstmuseum Moritzburg in Halle (Saale) (Sachsen-Anhalt). Unter dem Motto "Farben heiß und heilig" zeigt das Museum 75 Arbeiten des Expressionisten. (dpa / Hendrik Schmidt)

Das Kunstmuseum Moritzburg war ein bedeutender Ort für moderne Kunst in Deutschland - bis zur NS-Aktion "Entartete Kunst". Die einzigartige Sammlung mit Hauptwerken von Kandinsky, Klee oder Kirchner wurde damals in alle Welt verstreut. Einige sind jetzt nach Halle zurückgekehrt.

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Berliner Appell an BrüsselMehr Beachtung für Kultur auf EU-Ebene gefordert

Statue der "Europa" vor dem Europaparlament in Brüssel. (dpa/ Daniel Kalker)

Die Fraktionen im Bundestag senden eine Botschaft nach Brüssel: Kultur muss in die EU-Kommission. Und zwar nicht versteckt hinter einem anderen Titel. Die Linkspartei fordert sogar ein eigenes Ressort. Fast alle Fraktionen sind sich beim Thema Kultur auf EU-Ebene einig. Nur die AfD sieht das anders.

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Ausstellung im Literaturarchiv Marbach"Schreiben ist demokratisch"

Die Direktorin des Literaturarchivs Marbach, Sandra Richter (Chris Korner, DLA Marbach)

Von Schiller über Goethe bis zu Hesse und Hoppe – erste Schreibversuche berühmter Schriftsteller des 18. Jahrhunderts bis heute zeigt eine Ausstellung im Literaturarchiv Marbach. „Schreiben ist eine Art Handorakel“, sagte dessen Direktorin Sandra Richter im Dlf.

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"Unendliches Schwarz" beim BeethovenfestDie Bühne bleibt dunkel

INFINITO NERO von Salvatore Sciarrino MUSIKALISCHE LEITUNG: Hermes Helfricht / INSZENIERUNG: Mark Daniel Hirsch / BÜHNE und KOSTÜME: Maria Strauch / LICHT: Max Karbe Premiere am 26. September 2019, WERKSTATT (Thilo Beu/ Theater Bonn)

Worte aus dem Nichts, Klänge aus der Stille. In seinem Musiktheater „Infinito Nero“ führt der sizilianische Komponist Salvatore Sciarrino das Publikum an die Schwelle der Wahrnehmung. Die Oper Bonn und das Beethovenfest zeigen eine beeindruckende Interpretation des Stückes.

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Münchner KammerspieleAffentheater

mehrere Schauspieler agieren in einem leicht erhöt stehenden, gläsernen Kubus, nur mit hautfarbenen Hosen bekleidet, wie Affen in einem Käfig. (Gabriela Neeb / Münchener Kammerspiele)

Anta Helena Recke, der Shootingstar der deutschen Theaterszene, holt für "Die Kränkungen der Menschheit" Schauspieler als Affen auf die Bühne. Die engsten Verwandten des Homo sapiens und das Publikum starren einander an. Ein spielerischer Abend, der nach der angemessenen Perspektive fragt.

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Dresdner Paraderäume"Ein Vorschlag für die Phantasie"

Das 1719 eingerichtete Paradeschlafzimmer von August dem Starken (virtuelle Rekonstruktion) (SKD / mic-vis.de, Studio für Visualisierung Berlin / SIB D1 )

Im Dresdner Residenzschloss werden am Wochenende die im Krieg zerstörten Königlichen Paraderäume Augusts des Starken wiedereröffnet. 20 Jahre hat die Rekonstruktion gedauert. An ihrem Ende stehe aber keine rückwärtsgewandte Illusion, sagte Museumsdirektorin Marion Ackermann.

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Hannah Ryggen in der Frankfurter SchirnGewebter Widerstand

Auf dem Wandteppich an der Wand des Museums sieht man ein nacktes, sich umschlingendes Paar. Um dieses Paar herum ranken sich Köpfe, Hände, Werkzeuge. Rechts und links je ein Säugling. Es dominiert die Farbe blau, ein braunes Oval spannt sich wie ein großer Buchstabe O über die gesamte Fläche. Außerhalb erkennt man desweiteren Sterne und den Mond. (Foto: Norbert Miguletz)

Ihre Wandteppiche entstanden auf einem abgelegenen Hof an der norwegischen Küste – aus der Wolle ihrer eigenen Schafe. Wie hochpolitisch und engagiert die Textilkunst der Norwegerin Hannah Ryggen war und wie aktuell ihre Botschaften bis heute sind, zeigt nun eine große Retrospektive.

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Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2019Die Eifel als Spiegel der Welt

Der Schriftsteller Norbert Scheuer (Peter Linden)

Der Wilhelm-Raabe-Literaturpreis, gestiftet von der Stadt Braunschweig und dem Deutschlandfunk, geht in diesem Jahr an Norbert Scheuer. Der deutsche Schriftsteller mache das lokale Kleine zum Gegenstand höchster Aufmerksamkeit, lobte die Jury.

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Auszeichnung für Greta ThunbergZorn und glimmender Optimismus

Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg spricht vor der Nationalversammlung in Paris (AFP / Lionel Bonaventure)

Die junge Klima-Aktivistin Greta Thunberg bekommt den alternativen Nobelpreis. Ihre Stimme töne zur Zeit lauter als die aller Klima-Leugner. Eine preiswürdige Leistung, meint Arno Orzessek.

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Nach Treffen mit AfD-ChefHessenFilm-Geschäftsführer muss gehen

Hans Joachim Mendig, Film- und Fernsehproduzent und Geschäftsführer der neuen HessenFilm und Medien GmbH posiert am 28. März 2017, in Frankfurt. (picture alliance / Bernd Kammerer)

Der Geschäftsführer der hessischen Filmförderung HessenFilm, Hans Joachim Mendig, muss seinen Posten aufgeben, weil er sich im Juli 2019 mit dem Sprecher der Bundestagsfraktion der AfD, Jörg Meuthen und dem PR-Berater Moritz Hunzinger getroffen hatte. Die Filmbranche ging auf die Barrikaden.

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Theater-Premiere Nur die Harten kommen in den Garten

Judith Hofmann während der Fotoprobe zu "Der Hals der Giraffe" im Deutschen Theater Berlin, Box, 20. September 2019. Nach dem Roman von Judith Schalansky (imago images / Martin Müller)

Mit Darwinismus, Kapitalismus und Landflucht beschäftigt sich Judith Schalansky in ihrem Roman "Der Hals der Giraffe". Im Zentrum steht dabei eine Biologie-Lehrerin vom alten Schlag. Am Deutschen Theater Berlin kam der Roman jetzt als Bühnenstück heraus.

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Privatfilme zeigen DDR-AlltagGegen die Gräben zwischen Ost und West

Ein Bild aus dem neuen Online-Archiv "Open Memory Box", die über 415 Stunden DDR-Alltag auf Schmalfilm enthält - www.open-memory-box.de (Open Memory Box)

Die DDR war mehr als SED und Stasi: Das Digitalarchiv "Open Memory Box" gewährt Einblick in den ganz normalen Alltag der DDR-Bürger. Die privaten Filmaufnahmen, die jetzt online abrufbar sind, wurden zwischen 1947 und 1990 von 150 Familien gemacht.

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Neues Museum in MadridEin Mini-Prado im Palacio de Liria

Die Fassade des Liria-Palasts (Palacio de Liria), entworfen von A. Guilbert und Ventura Rodriguez (1762-1783), in Madrid, Spanien  (imago / Gerhard Hagen / Bildarchiv Monheim)

Die spanischen Herzöge von Alba haben künftig ein Museum im eigenen Haus. Mitten in Madrid steht der imposante neoklassizistische Palast, der Werke von Tizian, Velázquez, Rubens, Goya und El Greco aus Familienbesitz beherbergt. Jetzt dürfen auch Besucher die Privatsammlung bestaunen.

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Zum Tod von Günter Kunert"Ein politisch denkender und beobachtender Mensch"

11.02.2019, Schleswig-Holstein, Kaisborstel: Günter Kunert, Schriftsteller, sitzt während eines Interviews anlässlich seines neunzigsten Geburtstages in seinem Haus. (dpa / Georg Wendt)

Schreiben bedeutete für Günter Kunert immer einen Versuch mit der Welt, in der er lebte, fertig zu werden, sagte Verleger Jo Lendle im Dlf. Geprägt durch die NS-Zeit und die DDR habe er die Welt schonungslos betrachtet. Für das Multitalent sei die Lyrik aber immer das Wichtigste gewesen.

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Dantons Tod im sanierten Schauspielhaus DüsseldorfMüde Revolution auf der Baustelle

Ein Mann in blutverschmierter Kleidung liegt am Boden. Menschen stützen ihn, recken die Hälse, um einen Blick auf den gestürzten zu erhaschen.    (D'haus/ Thomas Aurin)

1970 wurde das Düsseldorfer Schauspielhaus mit "Dantons Tod" eröffnet – höchst umstritten und begleitet von studentischen Protesten. Fast 50 Jahre später verläuft die Rückkehr in das sanierte Haus deutlich ruhiger, fast ein wenig langweilig.

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Afrikanisches KulturerbeGeraubte Kunst wieder zum Leben erwecken

Zuhörer bei den Museumsgesprächen, sitzen auf Stühlen und hören aufmerksam zu. (CreativeLab for Goethe Institut Namibia)

In Namibia diskutierten Kuratoren, Wissenschaftler und Künstler aus ganz Afrika die Zukunft ihres Kulturerbes, das teilweise bis heute in Europa lagert. Radikale Stimmen und Rückgabe-Forderungen waren auf der Konferenz selten zu hören. Stattdessen überwog der Wunsch nach einem Dialog auf Augenhöhe.

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Hessische FilmförderungGeschäftsführer ist angezählt

Ein Porträt von Hans Joachim Mendig. (imago stock&people)

Nach Treffen mit AfD-Chef Meuthen: Der Druck auf Hans Joachim Mendig, Geschäftsführer der hessischen Filmförderung, wächst. Jetzt schaltet sich auch die hessische Kunstministerin ein - Mendigs Tage im Amt scheinen gezählt.

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Film "Systemsprenger"Sozialer Härtefall im Kino

Ein blondes, sitzendes Mädchen guckt trotzig in die Kamera. Sie hat einen Lutscher im Mund und eine rote Jacke an. (Yunus Roy Imer / Port au Prince Pictures )

Die neunjährige Benni ist voller Wut und Aggressionen - eine explosive Mischung, an der Mutter, Lehrer und Sozialarbeiter verzweifeln. Keine Schule oder Wohngruppe hält es lange mit dem Mädchen aus, dabei sehnt sich Benni eigentlich nach Nähe. "Systemsprenger" ist der deutsche Vorschlag für den Oscar.

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Opernhaus des Jahres"Ein elsässisch-europäisches Haus"

Das Operngebäude im klassischen Stil mit Säulen am Eingangsbereich und einer breiten Treppe die zum Haupteingang führt. (Klaus Nowottnick/ dpa)

Der Titel "Opernhaus des Jahres" geht diesmal an die Opéra national du Rhin im Elsass. Das Haus ziehe ein sehr junges Publikum aus Frankreich und Deutschland an, sagte Opernwelt-Redakteur Jürgen Otten im Dlf. Die Dirigentin Joanna Mallwitz wurde überraschend zur "Dirigentin des Jahres" gekürt.

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Symposium „Klagenfurt revisited“„Eine starke Zeit der deutschsprachigen Literatur“

Der aus der DDR stammende Schriftsteller Uwe Saeger, aufgenommen während der Internationalen Frankfurter Buchmesse im Oktober 1993 (dpa - Report)

In den Jahren 1986 bis 89 ging der Ingeborg-Bachmann-Preis an Autorinnen und Autoren aus der DDR. Das österreichische Klagenfurt war offensichtlich ein neutraler Ort für die deutsch-deutschen Literaturbeziehungen. Ein Symposium in Berlin erinnert an die Jahrgänge unmittelbar vor der Wende.

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Lateinamerika beim Literaturfestival BerlinDie Rückkehr der Geschichte

Autor Rafael Cardoso bei der Lit.Cologne in Köln. (dpa / Henning Kaiser)

Wie begegnet die Literatur dem Populismus in Brasilien, der Staatskrise in Argentinien und der Gewalt in El Salvador? Die Krisenländer in Süd- und Mittelamerika sind ein wichtiges Thema auf dem Internationalen Literaturfestival Berlin. Teilnehmer sehen eine "Struktur der Unterdrückung".

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Koloniale LeihgabenKooperation zwischen Stiftung und Namibias Museen

Dolch mit reich verzierter Messingscheide (Onkonda), gefertigt von einer Ondonga Künstler*in, dessen Name nicht dokumentiert wurde, ca. 1900, Ankauf: Hermann Tönjes, 1909, Inventarnummer: 3647a,b (Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz / Martin Franken, 2019)

Wie umgehen mit Artefakten aus ehemaligen Kolonien in unseren Museen? Über diese Frage wird seit einigen Jahren gestritten. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz glaubt, dass Leihgaben eine gute Lösung sind. Heute wurde in Berlin eine Kooperation mit Namibias Museen vorgestellt.

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Denkmalstreit um D'AnnunzioDichter des Faschismus

Gabriele D'Annunzio (picture-alliance / dpa)

Ein Denkmal für Gabriele D´Annunzio in Triest verstimmt Kroatien. Der Dichter besetzte 1919 mit gewaltbereiten Freischärlern die Stadt Rijeka und errichtete den Piratenstaat Fiume. Für Osteuropahistoriker Oliver Jens Schmitt ist D´Annunzio "Vordenker einer präfaschistischen Praxis."

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Neustart am Schauspielhaus ZürichFaustischer Pakt mit dem Publikum

Michael Neuenschwander und Sebastian Rudolph in der Faust-Inszenierung von Nicolas Stemann am Schauspielhaus Zürich (© Zoé Aubry)

Sich und dem Publikum Zeit lassen, um ins Gespräch zu kommen, das will Zürichs neuer Theater-Intendant Nicolas Stemann. Also nicht aus vollen Rohren schießen und Tam-Tam zu Beginn der Spielzeit machen. Christian Gampert hält den Start für gelungen.

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Bilanz des ARD-MusikwettbewerbsMehr Schostakowitsch wagen

Riesenerfolg für Weimarer Celloklasse: Friedrich Thiele gewinnt 2. Preis und Publikumspreis beim 68. Internationalen Musikwettbewerb der ARD Mit diesem Erfolg rundet sich ein überragendes Wettbewerbsjahr für die Celloklasse von Prof. Wolfgang Emanuel Schmidt an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar: Der Weimarer Bachelorstudent Friedrich Thiele gewann am Wochenende den mit 7.500 Euro dotierten 2. Preis und den Publikumspreis im Fach Violoncello beim 68. Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München. (Sima Dehgani)

Der internationale Musikwettbewerb der ARD ist eng mit Künstlern wie Sharon Kam, Sol Gabetta oder Ivan Rebroff verknüpft – sie zählen zu den Preisträgern. 2019 waren in München die Fächer Klarinette, Cello, Fagott und Schlagzeug dran. Es gab 185 Teilnehmer und eine ungewöhnliche Juryentscheidung.

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