Kultur heute 

Hotel am Obersalzberg"Kein Wallfahrtsort für Neonazis"

Das Hotel „Zum Türken“ am Obersalzberg, direkt neben dem Berghof, Hitlers Feriendomizil. 1933 erfolgte die Enteignung des Hotels, es wurde zum Quartier des Reichssicherheitsdienstes, der für Hitlers Personenschutz zuständig war (Peter Kneffel/dpa)

Am Obersalzberg steht ein Hotel mit dunkler Vergangenheit zum Verkauf. Dort übernachtete die NS-Prominenz, die Hitler in seinem Berghof besuchte. Für den Historiker Sven Keller ist wichtig, dass das Haus in verantwortungsvolle Hände kommt, damit der Obersalzberg kein Wallfahrtsort für Neonazis wird.

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Aktionskunst in ParisSex-Video gegen Scheinheiligkeit

Der russische Performancekünstler Pjotr Pawlenski mit seiner Anwältin in Paris am 10.01.2019 (imago stock&people / Aurelien Morissard)

Der russische Künstler Pjotr Pawlenski steht für drastische Aktionen: Aus Solidarität mit der Band "Pussy Riot" nähte er sich den Mund zu. Jetzt hat er mit einem Masturbationsvideo einen Pariser Bürgermeisterkandidaten zu Fall gebracht. Ob die Aktion Kunst ist, fragt in Frankreich aber keiner.

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Die CDU und ihre WerteDie Suggestion vom "Fähnlein der letzten Aufrechten"

Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen (CDU) vor einem Plakat der Werteunion (picture alliance/ dpa/ Patrick Pleul)

Die CDU debattiert über die Werte, für die sie stehen will. Eine Werteunion sollte ein möglichst breites Spektrum abdecken, verschiedenste Werte inkludieren, sagte der Philosoph Andreas Urs Sommer im Dlf. Stattdessen sei zu beobachten, dass der Bezug auf Werte häufig dazu diene, andere auszuschließen.

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Ausstellung in DüsseldorfPicasso im Krieg

Installationsansicht "Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945", K20, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Achim Kukulies / Kunstsammlung NRW)

Pablo Picasso revolutionierte mit seinem einzigartigen Malstil die Kunst. Über seine Zeit in Paris während des Zweiten Weltkrieges ist wenig bekannt. Die Ausstellung „Pablo Picasso. Kriegsjahre 1939 bis 1945“ zeigt ein Leben zwischen Bedrohung, Humanität und Entbehrungen.

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Schauspiel BochumHarold Pinters "Asche zu Asche"

Die Schauspielerin Elsie de Brauw steht in einen langen blauen Mantel gekleidet in den Zuschauerreihen im Schauspielhaus Bochum. Ihr Kopf ist gesenkt. (Copyright: Isabel Machado Rios)

Das Schauspielhaus Bochum ist zur Zeit sehr erfolgreich. Gerade wurde es zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Doch die neueste Inszenierung des niederländischen Regisseurs Koen Tachelet über eine eigentümliche Mann-Frau-Beziehung bleibt etwas zu rätselhaft.

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Geschichtspolitik in Polen Entscheidung im POLIN Museum

Der Direktor des Museums der Geschichte der polnischen Juden (Polin) in Warschau, Dariusz Stola. (Stach Leszczyñski/dpa)

Der Historiker Dariusz Stola wird voraussichtlich aus politischen Gründen nicht mehr Direktor des POLIN Museums in Warschau. Der Fall sei nur ein weiteres Beispiel für die Fortsetzung der Geschichtspolitik der nationalkonservativen Regierung in Polen, glaubt Martin Sander.

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César-Präsidium tritt wegen Polanski zurück"Der Weg ist frei für einen Neuanfang"

Eine Filmszene aus Roman Polanskis Film "Intrige". (www.imago-images.de)

Roman Polanskis Werk "Intrige" ist zwölf Mal für den französischen Filmpreis César nominiert. Die Proteste sind zahlreich, denn gegen den Regisseur gibt es Vergewaltigungsvorwürfe. Jetzt ist das César-Präsidium zurückgetreten. "Der Rücktritt bringt eine Menge", sagte Dlf-Korrespondent Jürgen König.

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Hölderlinturm in TübingenPoetischer Sehnsuchtsort

Eine Fotografie des Hölderlinturmes in Tübingen aus dem Jahre 2019 (Pressestelle Stadt Tübingen: Gudrun de Maddalena)

Gedichte sehen, hören und fühlen. Das verspricht ein Besuch im neu gestalteten Hölderlinturm. Zum 250. Geburtstag des Dichters wurde seine einstige Wohnung saniert. Der Ort erzählt nun auch viel über die Entstehungsgeschichte von Poesie. Keine Mythenbildung, sondern eine fantasievolle Annäherung.

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Neues Buch von Peter HandkeStrafe durch Missachtung

Der Schriftsteller Peter Handke in seinem Garten in Chaville in der Nähe von Paris am 10. Oktober 2019.  (picture alliance/AP/Francois Mori)

"Das zweite Schwert" heißt das neue Buch von Peter Handke. Darin bricht der Erzähler zu einem Rachefeldzug gegen eine Journalistin auf, die seine Mutter in einem Artikel beleidigt hat. Für Literaturkritiker Jörg Magenau spiegelt sich in dem Werk Handkes gespanntes Verhältnis zur Öffentlichkeit.

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"Peer Gynt" an der SchaubühneAntiheld zwischen Einsamkeit und Größenwahn

Schauspieler Lars Eidinger liegt mit weiß geschminktem Gesicht und blonder Perücke am Boden, vor sich ein Mikrofon (Benjakon)

Es ist Lars Eidingers erste Premiere seit fünf Jahren an der Berliner Schaubühne. Mit dem Performancekünstler John Bock hat der Schauspieler einen Solo-Abend nach Henrik Ibsens Drama "Peer Gynt" entwickelt. Ein psychedelisches, bildstarkes, anrührendes Gesamtkunstwerk.

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Zum Tod von Joseph Vilsmaier"Poesie der Bodenständigkeit"

Porträt des Filmemachers Joseph Vilsmaier aus 2012 (Picture Alliance / dpa / Tobias Hase)

"Er war ein Urbayer", sagt Filmkritikerin Katja Nicodemus über den Regisseur Joseph Vilsmaier. Das Thema Heimat sei für ihn zentral gewesen. In "Herbstmilch" und "Rama dama" zeichnete er das Leben von Bäuerinnen und Trümmerfrauen. Im Spätwerk sei er an ästhetische Grenzen gekommen.

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Zum Tod von Claire BretécherFeminismus mit dem Zeichenstift

Porträtfoto der französischen Comic-Zeichnerin Claire Bretécher (AFP / Derrick Ceyrac)

Ihr Thema waren meist die Frauen - und deren Emanzipation von den Erwartungen einer männlich dominierten Gesellschaft. Mit Feder und Farbe karikierte Claire Bretécher die linksliberale französische Bohème, ließ sich dabei aber nie vereinnahmen. Im Alter von 79 Jahren ist sie nun gestorben.

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Theater in EuropaNationale Themen statt Vielfalt

Widerstand gegen rechts: Milo Rau leitet das Nationaltheater Gent (imago / Tagesspiegel / Doris Spiekermann-Klaas)

Rechtskonservative, völkische, nationalistische Politiker versuchen in ganz Europa seit einiger Zeit, das Theater zum Kulturkampfplatz zu machen: in Flandern und Ungarn wie in Deutschland, wo die AfD immer wieder Angriffe aufs Bühnenprogramm versucht. Aber der Widerstand wächst.

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Zum Tod der Sopranistin Mirella FreniLieblingssängerin von Karajan

Undatiertes Foto der italienischen Sopranistin Mirella Freni und des Tenors Luciano Pavarotti bei der Inszenierung von Donizettis "La Fille du régiment" an der Mailänder Scala, vermutlich im Februar 1969 (picture-alliance/ dpa)

50 Jahre dauerte die Karriere von Mirella Freni. Entdeckt und gefördert von Herbert von Karajan trat die Sopranistin oft mit Luciano Pavarotti auf, einem Freund aus Kindheitstagen. "Sie waren ein Traumpaar der Oper", sagte Musikkritiker Uwe Friedrich im Dlf.

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Premiere am Schauspiel Köln"Bomb" - Krieg und Kunst

Szene aus "Bomb" - Variationen über Verweigerung von Maya Arad Yasur in der Regie von Lily Sykes am Schauspiel Köln. Auf dem Bild hinten: Ines Marie Westernströer und Justus Maier, vorne: Campbell Caspary, Birgit Walter und Laura Friedmann (Schauspiel Köln / Birgit Hupfeld)

Welche Verantwortung hat Kunst im Kontext von Krieg? Das fragt die in Israel geborene Autorin Maya Arad Yasur in ihrer Bühnencollage "Bomb". Ohne dramatische Handlung verhandelt sie das Thema in bruchstückhaften Dialogen - eine Herausforderung für das Publikum.

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Jahrestagung der Dramaturgischen Gesellschaft"Die Theater müssen sich öffnen"

Portraitaufnahme des Dramaturgen und Vorsitzenden der Dramaturgischen Gesellschaft, Harald Wolff (Foto: Rolf K. Wengst )

Auf ihrer Jahrestagung suchten die Theater nach einem Zukunftsmodell. Theater wollten Orte für eine offene Gesellschaft sein, sagte der Vorsitzende der Dramaturgischen Gesellschaft, Harald Wolff, im Dlf. Die Geschichten dürften nicht allein von gut gebildeten, weißen Mittelschichtsmenschen erzählt werden.

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Alma Söderbergs "The Listeners"Gesang des Körpers

Tänzerinnen und Tänzer der schwedischen Kompanie "Cullberg" in einer Deutschlandpremiere von "The Listeners" inszeniert von Alma Söderberg am PACT Zollverein in Essen (PACT Zollverein / Photo: Urban Jörén)

Tanzen wird in den Arbeiten von Alma Söderberg zum Musizieren. Denn für die Choreographin sind Tanzkörper immer auch Klangkörper. Jetzt hat sie für die renommierte Kompanie „Cullberg“ ihr erstes größeres Gruppenstück choreographiert: "The Listeners" feierte Premiere in Essen.

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Architektur in den USA"Make Architecture Great Again"

Das Finanzministerium der Vereinigten Staaten von Amerika, eine Aufnahme vom 18.06.2012 in Washington D.C. (USA) (Rainer Jensen / dpa)

Das Impeachment-Verfahren ist überstanden, jetzt kann sich der US-Präsident wieder Schönerem zuwenden - der Architektur zum Beispiel. Donald Trump bereitet Medienberichten zufolge eine Anordnung vor, nach der Bundesgebäude nur noch pseudo-klassizistisch gebaut werden sollen.

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Film "Das freiwillige Jahr"Weg von zu Hause

Filmstill aus dem Kinofilm "Das freiwillige Jahr". Regie Ulrich Köhler und Henner Winckler (Grandfilm)

Gut gemeint ist manchmal auch daneben. Im Film "Das freiwillige Jahr" von Ulrich Köhler und Henner Winckler treffen die Wünsche eines Vaters auf die Träume seiner Tochter. Die Entscheidung über ihr Leben muss die Abiturientin schließlich allein treffen.

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Ministerpräsidentenwahl in ThüringenLeggewie: "Die bürgerliche Mitte hat sich blamiert"

"Wehret den Anfängen - Keine Regierung mit Hilfe der AFD" steht auf einem Transparent, das Demonstranten vor dem Theater und dem Goethe- und Schillerdenkmal halten. Die Menschen demonstrieren gegen den neuen Ministerpräsidenten von Thüringen. (dpa / Johannes Krey)

Das konservativ-liberale Lager habe sich in Thüringen aufs Glatteis gestellt, sagte der Politologe Claus Leggewie im Dlf. "Es ist ein Angriff von rechts auf die Republik im Gange." Dieser müsse von der bürgerlichen Mitte als solcher auch erkannt und benannt werden.

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Coronavirus in HongkongMuseen und Konzertsäle geschlossen

Ein Mann trägt eine Gesichtsmaske und blickt auf sein Smartphone. (imago images / ZUMA Press)

Wo sich keine Menschen versammeln, da kann sich kein Virus ausbreiten. Das ist die Strategie von Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam. Auch Museen und Konzertsäle bleiben deshalb geschlossen - und das Hong Kong Philharmonic Orchestra kann nicht proben, obwohl eine Tournee ansteht.

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Dresdner OpernballMaffays Machtwort

Der Sänger und Friedensaktivist Peter Maffay zu Gast in der M.Lanz (ZDF) Talkshow am 31.01.2018 in Hamburg  (imago)

Viele hatten dagegen protestiert, dass der Dresdner Opernball Ägyptens Machthaber al-Sisi den St. Georgs-Orden verliehen hat. Geändert hat das nichts - bis sich der Musiker Peter Maffay einschaltete und mit Absage drohte. Die Auszeichnung wurde zurückgenommen, und Deutschlands neue moralische Instanz heißt Showbusiness.

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Ausstellung zu russischer Kunst Nonkonforme Außenseiter

Ein Mann in dicker Winterkleidung und Stiefeln liegt auf dem Rücken im Schnee (Sammlung Breitscheidel, Foto: Wolfgang Pulfer)

Sozialistischer Realismus hieß der staatlich diktierte Kunststil in der Sowjetunion. Doch es gab auch Künstler, die ihren eigenen Weg gingen. Eine Ausstellung in Fürstenfeldbruck entdeckt diese "Nonkonformisten" wieder - und zeigt auch Werke der nachfolgenden Künstlergeneration.

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Diversität Theater von allen

Das "Good Chance Theatre" veranstaltet Theater in Flüchtlingscamps. In einem Erstaufnahmezentrum am Stadtrand von Paris führten Geflüchtete die "Hope Show" auf. (Kathrin Hondl / Deutschlandradio)

Mehr Mut zur Vielfalt - das wünschen sich Theaterregisseure, Wissenschaftlerinnen und Festivalleiter. In der Berliner Volksbühne diskutierten sie über Diversität im deutschen Theaterbetrieb. Auch die Forderung nach Quoten wurde laut - um damit Vorurteile zu verändern.

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NS-Biografien"Kontinuität bis zu einem gewissen Grad unvermeidlich"

 Der damalige Berlinale-Festspielleiter Alfred Bauer steht auf dem Flughafen Tempelhof (dpa/Konrad Giehr)

Die Berlinale und die Weltkunstausstellung documenta standen in den 1950er-Jahren für den künstlerischen Aufbruch der jungen Bundesrepublik. Sie sollten kulturelle Leuchttürme sein, die die düstere NS-Zeit überstrahlten. Nun sehen sich documenta und Berlinale mit den NS-Geschichten ihrer Gründerväter konfrontiert - und mit fehlender Aufarbeitung.

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Sophie Rois' Solo am Deutschen TheaterEin ernster Roman in fröhlicher Inszenierung

Die Darstellerin Sophie Rois in einer Szene aus "Sophie Rois fährt gegen die Wand im Deutschen Theater" nach dem Roman "Die Wand" von Marlen Haushofer in der Regie von Clemens Maria Schönborn (Arno Declair)

Marlen Haushofers Roman "Die Wand" ist zuvorderst eine große Einsamkeitsstudie. Sophie Rois macht daraus am Deutschen Theater in Berlin ein verspieltes Märchen, mit einem Stück Erdbeertorte als Sehnsuchtsort – so groß wie ein Gebirge. Ein feines, philosophisches Gedankenspiel.

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Bartók-Abend in München"Eine runde und gelungene Sache"

Nina Stemme und John Lundgren in "Judith", Katie Mitchells Neudeutung von Béla Bartóks "Herzog Blaubarts Burg" an der Bayerischen Staatsoper (Wilfried Hösl)

Ein Mann hält Frauen gefangen, mordet sie. Über die verstörende Geschichte von Herzog Blaubart hat Béla Bartók eine Oper geschrieben. Katie Mitchell inszenierte "Blaubart" mit Bartóks berühmten "Konzert für Orchester". "Wir sehen einen wahren Thriller" sagte Musikkritiker Jörn Florian Fuchs im Dlf.

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"Andi Europäer" von Philipp Löhle am Staatstheater Nürnberg"Völkerschau" mit versteckten Bösartigkeiten

Eine Szene aus "Andi Europäer" von Philipp Löhle am Staatstheater Nürnberg. Im Bild:  Nicolas Frederick Djuren (Andi), Amadeus Köhli (Tony), Raphael Rubino (Ansgar Bickel) und Stephanie Leue (Heike Landsberg). (Konrad Fersterer, Staatstheater Nürnberg)

Was ist hier Satire, und was ist Wirklichkeit? Afrikaner sollen davor abgehalten werden, nach Deutschland zu fliehen. Tatsächlich gab es 2015 Informationsveranstaltungen dazu vom Auswärtigen Amt. In seinem neuen Theaterstück dreht der Nürnberger Hausautor Philipp Löhle das Projekt ins Satirische.

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Kunst-Star Jonathan Meese zum Brexit"Ich fühle mich kunstdeutsch"

Jonathan Meese, Maler und Aktionskünstler, steht bei einem Interviewtermin in dem noch geschlossenen Ausstellungsraum der Ausstellung "Die Irrfahrten des Meese". Die Ausstellung in der Neuen Pinakothek, welche Werke aus 25 Jahren zeigt. (dpa/Lino Mirgeler)

Er ist Sohn eines Briten, fordert als Künstler aber die weltweite Diktatur der Kunst, in der Nationen keine Rolle spielen. Das lebt Jonathan Meese seit Jahren konsequent schon einmal vor. Er sei über den Brexit nicht traurig, sagt der 50-Jährige: England solle sich künftig einfach auch der Kunst unterstellen.

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Neues Fotozentrum geplant"Barbara Klemm gehört auch da rein"

Der Leiter der Fotografischen Sammlung Dr. Ulrich Pohlmann in den Ausstellungsräumen des Münchner Stadtmuseums (imago / HRSchulz )

Die Debatte über den Standort für ein neues Fotozentrum ist in vollem Gange. Das sei grundsätzlich positiv, sagte Fotohistoriker Ulrich Pohlmann im Dlf. Es müsse aber noch geklärt werden, welche Art Fotografie dort gezeigt werden solle: künstlerische oder auch Reportage- und gewerbliche Fotografie.

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Brexit und klassische Musik"Nationalismus ist immer der Weg rückwärts"

Der Pianist und Dirigent Lars Vogt sitzt an einem Flügel (Aufnahme aus 2016) (Giorgia Bertazzi)

Musik kennt keine Grenzen. Trotzdem wissen viele Musikerinnen und Musiker durch den Brexit gerade nicht, wie eine Reise von oder nach Großbritannien künftig ablaufen wird. "Man kann nur weitermachen", sagte Lars Vogt, Pianist und zurzeit Chefdirigent im nordenglischen Gateshead.

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Zum Tod von Christoph Meckel"Er ist auch ein großes Kind gewesen und geblieben"

Portrait des Berliner Lyrikers, Schriftstellers und Grafikers Christoph Meckel aus 2014. Christoph Meckel ist am 29.01.20 mit 84 Jahren verstorben (dpa / picture alliance / Martin Schutt)

Gedichte, Erzählungen, Grafiken: Christoph Meckel wechselte spielerisch die Genres. Bei diesem Künstler sei auch "das Kindliche im gebildeten Leser auf seine Kosten" gekommen, sagte der Literaturkritiker und Lyriker Hans Hartung im Dlf. Meckel starb am 29. Januar 2020 im Alter von 84 Jahren.

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Berlinale-Direktor Alfred Bauer"Ein eifriger SA-Mann"

Der Berlinale-Festspielleiter Afred Bauer begrüßt die italienische Schauspielerin Gina Lollobrigida nach ihrer Ankunft auf dem Flughafen Tegel in Berlin am 02.07.1965 mit einem Glas Sekt (dpa picture-alliance)

Der erste Direktor des Filmfestivals Berlinale, Alfred Bauer, war vorher ein hoher NS-Kulturfunktionär und SA-Mitglied. Nach dem Krieg holte er internationale Stars nach Berlin - und log über seine braune Vergangenheit.

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Ausstellung in FrankfurtAntike in Rosa, Hellblau und Türkis

Statue der Muse in verkleinerter Form (Griechenland, 2. Jahrhundert v.Chr.) in der Liebieghaus Skulpturensammlung in Frankfurt am Main. Leihgabe der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Liebieghaus Skulpturensammlung / Norbert Miguletz)

In den Museen sind die Skulpturen der Antike meist weiß. Zur Zeit ihrer Entstehung waren sie aber häufig bunt. Der Archäologe Vinzenz Brinkmann forscht dazu seit Jahrzehnten - und zeigt die überraschenden Ergebnisse nun schon zum zweiten Mal im Frankfurter Liebieghaus.

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Berliner Theatertreffen 2020Ausgewogenheit als oberstes Ziel

Sandra Hüller als "Hamlet" in der Regie von Johan Simons am Schauspielhaus Bochum. (JU Bochum)

In diesem Jahr sollten Produktionen von Männern nicht mehr das Berliner Theatertreffen dominieren. Deshalb hatten die Berliner Festspiele eine Quote eingeführt. Mit ihrer Auswahl übererfüllt die Jury sogar die neue Anforderung: Sechs von zehn Produktionen stammen von Theatermacherinnen.

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NS-Gräuel im Dokumentarfilm Medienhistorikerin: "Die Bilder sind bis heute verstörend"

Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz verlassen das Lager und machen dabei Siegesgesten. (imago/Reinhard Schultz)

Leichenberge und ausgezehrte Überlebende: Filmbilder aus den befreiten Konzentrationslagern, aufgenommen von den Alliierten, sollten die Deutschen mit ihren Taten konfrontieren und Verharmlosung verhindern. Für die Schule seien sie heute weniger geeignet, so die Medienhistorikerin Ulrike Weckel.

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Picasso-Ausstellung in LondonFrühkindlicher Zeichner

Mitarbeiterinnen der Londoner Royal Academy of Arts stehen vor Pablo Picassos "Femmes à leur toilette" von 1937-38, wenige Tage vor der Eröffnung der Ausstellung "Picasso and Paper"  (imago / Stephen Chung)

Er wurde berühmt als Maler der großen bunten Bilder. Wie wichtig aber das Zeichnen auf Papier für den Jahrhundertkünstler Pablo Picasso war, zeigt nun eine Ausstellung in London - und dass er auch dabei keine Angst vor dem großen Format hatte.

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Schoah-Gedenken in DeutschlandAntisemitismusforscher: "Es bedarf der Aufklärung!"

Lichter von vorbeifahrenden Autos sind vor dem Eingangsportal des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau zu sehen.  (picture alliance / dpa-Zentralbild / Robert Michael)

Während die Welt an die Auschwitz-Befreiung vor 75 Jahren erinnert, gibt es in Deutschland erneut eine Gedenkdebatte: Sollte in Berlin ein Denkmal allein an die ermordeten Polinnen und Polen erinnern? Der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz findet, ein Denkmal sei nicht genug.

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Fotografie von Evelyn RichterKunst und Alltag im Sozialismus

Der Geiger David Oistrach auf einer Schwarz-Weiß-Fotografie von Evelyn Richter (© Evelyn Richter Archiv der Ostdeutschen Sparkassenstiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig)

Evelyn Richter war Chronistin der DDR und gehört zu den bedeutendsten Fotografinnen Deutschlands. Das Albertinum in Dresden widmet Richter nun zu ihrem 90. Geburtstag eine Ausstellung mit Fotografien aus dem eigenen Bestand und konzentriert sich dabei auf ihre Portraits von Künstlern und Kunstinteressierten.

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Edward Hopper Ausstellung in Basel"Einer der unbekanntesten bekannten Maler der Moderne"

Das Bild zeigt Wim Wenders vor einem Bild von Edward Hopper in der Ausstellung in Basel. (www.imago-images.de)

Einsame Menschen in Restaurants oder Hotelzimmern - mit solchen Bildern ist der amerikanische Maler Edward Hopper berühmt geworden. Jetzt zeigt eine Ausstellung in der Fondation Beyeler die in Europa eher unbekannte Seite des Künstlers: Edward Hopper als Landschaftsmaler.

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Kunst am Bau in der DDRVölkerverständigung an der Fassade

Plattenbau mit der Aufschrift "Berlin Stadt des Friedens" am Spreeufer, Nikolaiviertel, Berlin, Deutschland (imago images / Schöning)

In der DDR konnte man an ihr gar nicht vorbeischauen: An jedem öffentlichen Gebäude, auf jedem Stadtplatz gab es Kunst. Mit klarem Auftrag: Sie sollte die Ziele des sozialistischen Staates sichtbar machen. Die Bedeutung dieses künstlerischen Nachlasses der DDR wollte eine Tagung in Berlin klären.

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Siemens-Musikpreisträgerin Tabea ZimmermannFurchtlose Wunderbratscherin

Die Bratschistin Tabea Zimmermann (dpa / picture alliance / Hermann Wöstmann)

Sie ist erst die dritte Frau, die mit dem renommierten Ernst-von-Siemens-Musikpreis ausgezeichnet wird. Doch die Rolle als Vorreiterin ist Tabea Zimmermann vertraut: Die Bratschistin hat ihr Instrument aus seinem Aschelbrödeldasein befreit. Ganz neue Strahlkraft habe sie ihm verliehen, so die Jury.

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Weltwirtschaftsforum Davos"Krankheitsbilder der Moderne"

Das Logo des Weltwirtschaftsforums in Davos  (picture alliance / dpa / Laurent Gillieron)

Eine abgeschiedene Welt, große Probleme und Menschen, die viel reden - aber nicht miteinander: Findet Thomas Manns Roman "Der Zauberberg" gerade beim Weltwirtschaftsforum in Davos seine Aktualisierung? Durchaus, sagte der Mann-Experte Tilmann Lahme im Dlf. Selbst die Protagonisten ließen sich wiedererkennen.

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Deutsch-französische FreundschaftEnde einer Ära

Librairie Allemande - Eingangstür und Schaufenster der deutschen Buchhandlung in Paris mit dem Schild "Fermé" (Foto: Nora Karches)

Die deutschen Buchhandlungen in Paris waren einst intellektuelle Botschaften. Ausgerechnet am Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags schließt nun die letzte "Librairie Allemande" ihre Türen: Paris verliert mehr als nur ein Geschäft.

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Streit zwischen Russland und PolenEs geht um "die Herrschaft über die richtige Geschichtserzählung"

Ein Blick in das Holocaust-Memorial Yad Vashem. In einem Betonkegel sind unzählige Fotos von Überlebenden der Shoah zu sehen. (Getty Images/Lior Mizrahi)

Beim Streit zwischen Russland und Polen gehe es um die Deutungshoheit über die richtige Geschichtserzählung, sagte der Historiker Peter Oliver Loew im Dlf. Polen sei im Zweiten Weltkrieg vor allem Opfer gewesen. Die Vorwürfe von Wladimir Putin seien aus Sicht der Geschichtswissenschaft letztlich Humbug.

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Festival "Poetica"Der Widerstand der Dichter

Widerstand gibt es auch im Gedicht selbst: "Poetica"-Kurator Jan Wagner  (dpa/picturealliance/Jens Kalaene)

Wie vertragen sich Dichtung und Politik? "Schwierig ist es, wenn die Sache der Poesie zugunsten einer politischen Aussage aufgegeben wird", sagte der Lyriker Jan Wagner. Der Büchner-Preisträger ist Kurator des Kölner Festivals "Poetica", das sich in diesem Jahr der Kunst des Widerstands widmet.

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Ausstellung im Düsseldorfer K21Große Künstlerin statt nettes Mädchen

Mierle Laderman Ukeles Touch Sanitation Performance, 1979-80 July 24, 1979-June 26, 1980: Die Künstlerin und ein Müllmann geben sich die Hand auf einer Mülldeponie, im Hintergrund sind ein Müllwagen und Müllberg zu sehen. (Foto: Vincent Russo, © Mierle Laderman Ukeles, Courtesy the artist and Ronald Feld-man Gallery, New York )

Von Michelangelo bis Gerhard Richter: Die Kunstgeschichte kennt viele große Künstler - und deutlich weniger große Künstlerinnen. Woran das liegt, zeigt die Ausstellung "I'm not a nice girl". Im Fokus stehen vier Konzeptkünstlerinnen und ihre gesellschaftskritischen Werke.

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Umgang mit DDR-GeschichteDer lange Weg vom Stasi-Gelände zum Lernort

Zu sehen ist das Haus 1 des Stasi-Museums in der Normannenstrasse in Berlin-Lichtenberg (imago images / Schöning)

Die frühere DDR-Stasi-Zentrale in Berlin soll zum einem "Campus für Demokratie" werden. Doch von diesem Lern- und Erinnerungsort - ein Vorschlag des DDR-Bürgerrechtlers Roland Jahn - ist 30 Jahre nach der Stürmung der Stasi-Zentrale wenig zu sehen. Problem: Die unterschiedlichen Eigentümer des Geländes.

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Akademie der Wissenschaften in BerlinWahrheiten über unsere Weltbilder

Sonnenaufgang über der Erde (imago/Science Photo Library)

Was ist Leben? Welche Rolle spielt der Mensch? Und können Computer irgendwann unsere grundlegenden Fragen beantworten? Über ihre Weltbilder haben Wissenschaftler, Künstler und Soziologen bei einer Nacht der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften diskutiert.

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Stendhal in BaselBärfuss überschreibt erstmals Klassiker

zwei Schauspieler umarmen sich sitzend, der eine scheint verletzt, er hat Blut an seinem Hemd. Die Szene ist in rotes Licht getaucht (Sandra Then)

Die Theaterstücke des Schweizer Dramatikers Lukas Bärfuss werden weltweit gespielt. Jetzt hat er sich zum ersten mal einen Klassiker der Weltliteratur vorgenommen. In "Julien - Rot und Schwarz" erzählt er die Geschichte von Stendhals Protagonisten neu. Die Regisseurin Nora Schlocker hält das Ganze aber weniger farbig.

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Iran-USA KonfliktKampf der Narrative?

Ein Mann hält bei Protesten in der iranischen Hauptstadt Tehran eine verannte Fahne der USA hoch. (imago images / ZUMA Press / Rouzbeh Fouladi)

Antiwestliche Haltungen haben im Iran eine lange Tradition. Besonders die globale Unterhaltungskultur habe einen zersetzenden Einfluss, glauben konservative Kreise. Aber es gibt auch andere Narrative, wie zum Beispiel, die der ewigen Opferrolle des Iran, meinte der Publizist Robert Chatterjee im Dlf.

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Kunstraub von GothaRückgabe der gestohlenen Gemälde "unvergleichlich"

Vor einem grauen Vorhang stehen fünf Holzstaffeleien. In den Staffeleien werden die gestohlenen Gemälde aus Gotha präsentiert (Deutschlandradio / Stefan Koldehoff)

Spektakulärer Kunstraub mit Happy End: Fünf Gemälde alter Meister wurden vor 40 Jahren aus dem Schlossmuseum in Gotha gestohlen. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Doch im Dezember 2019 tauchten die Bilder wieder auf - und wurden nun in Berlin präsentiert. Zweifel an ihrer Herkunft gibt es nicht.

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Olafur Eliasson in ZürichKunst mit Algen für den Klimaschutz

Symbiotic seeing im Kunsthaus Zürich, 2020. Ausstellungsbesucher stehen in einem abgedunkelten Raum und schauen nach oben auf die Decke wo eine erdähnliche Oberfläche zu sehen ist. (Foto: Franca Candrian / courtesy of the artist; neugerriemschneider, Berlin; Tanya Bonakdar Gallery, New York / Los Angeles / © 2020 Olafur Eliasson)

"Symbiotic Seeing" heißt die große Olafur Eliasson-Ausstellung im Kunsthaus Zürich. Dem Künstler geht es um das Zusammenspiel von Natur und Mensch, er will zum Perspektivwechsel verführen. Ein höchst sinnliches Erlebnis, so der Kunstkritiker Christian Gampert im Dlf.

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Künstlerproteste in Iran"Jetzt ist die Zeit, einfach zu trauern"

Man sieht von oben, wie sich Demonstranten und Polizisten auf einer Straße gegenüberstehen. Die Polizisten in Kampfmontur und mit Stöcken bilden zwei rechtwinklig angeordnete Reihen. In der Bildmitte geht ein Polizist gegen einen Demonstrenten vor. (AP / dpa)

Die Kulturschaffenden in Iran melden sich gerade lautstark zu Wort. Sie protestieren gegen das Regime und wollen sich dem staatlichen Druck widersetzen. Der Widerstand sei "gegen eine Politik gerichtet, die zusehends Risse aufweist", so der Filmjournalist Amin Farzanefar im Dlf.

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Denkfabrik: Dekolonisiert Euch!"Konstruktiv mit der Vergangenheit beschäftigen"

Tahir Della von der "Inititiative Schwarze Menschen in Deutschland". (dpa/ Larissa Schwedens)

In Berlin finden sich zahlreiche Spuren der Kolonialzeit. Mit dem Modellprojekt "Dekolonisierung der Stadt" sollen sie sichtbar gemacht werden. Das Thema beträfe alle gesellschaftlichen Ebenen, sagte Tahir Della von der "Initiative Schwarze Menschen in Deutschland" im Dlf.

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