Kultur heute 

Gobelin-Ausstellung MünchenDie Fäden der Moderne

Bilderteppich in einer Werkstatt, Gobelin-Fabrik, Paris, Frankreich (imago stock&people)

Teppiche dienen seit der Antike den Mächtigen, Reichen und Herrschern. Heutzutage werden in den Tapisserien aber auch Bildmotive moderner Künstler wie Picasso oder Miró verwoben. Die Teppichweberinnen bleiben dennoch meist unsichtbar.

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Zum Tod von Anna KarinaIkone des Nouvelle Vague-Kinos

Die Schauspielerin Anna Karina im Film "Chinesisches Roulette" 1976 von Rainer Werner Fassbinder. (www.imago-images.de)

Eine Dänin mit Kurzhaarschnitt verkörperte in den sechziger Jahren ein neues Frauenbild im Film. Eine Frau, der ihr eigener Mann, der Regisseur Jean-Luc Godard, starke, selbstbewusste Dialoge auf den Leib schrieb. Der Filmkritiker Rüdiger Suchsland erinnert an Anna Karina.

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250. GeburtstagBeethoven als Projektionsfläche

Das Gemälde zeigt den jüngeren Ludwig von Beethoven. Er sitzt, gekleidet in eine schwarze Jacke mit weißem Hemd und hat die rechte Hand wie zum Gruß mit ausgestreckten Fingern leicht erhoben. Im Hintergrund eine dunkle Kulisse mit grauer Regenwolke und einem abgebrochenen Baum. (Wien Museum / Birgit und Peter Kainz)

Beethoven ist überall: Im Jubiläumsjahr kommt in seiner Geburtsstadt Bonn niemand an dem berühmten Komponisten vorbei. Auch die Bundeskunsthalle ehrt Ludwig mit einer großen Ausstellung - verpasst es aber, den "Mythos Beethoven" zu dekonstruieren.

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Sprachkritik: Green Deal"Grün ist immer gut"

FridaysForFuture Demonstration mit einen Plakat "The Green New Deal For Europe" (imago )

Ist der Begriff Green Deal in der Klimadebatte zielführend? Ja, sagte der Germanist Jochen Hörisch im Dlf: Das Wort Deal habe zwar einen negativen Beigeschmack – sei aber ein angemessener Begriff, wenn man von der Wirtschaft gehört werden wolle, denn die verstehe nur "die Sprache der Preise".

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Theaterstück "The Vacuum Cleaner"Selbstisolation als Flucht aus dem kapitalistischen System

Drei kleinere rechteckige Bühnenräume sind aus japanischen Wänden gebildet und wie Kartons aufeinander gestapelt. Darin stehen oder liegen vier Schauspieler. (Foto: Julian Baumann)

Sie verlassen die Wohnung jahrelang nicht mehr, arbeiten nicht und leben extrem zurückgezogen bei ihren Eltern: sogenannte "Hikikomori" in Japan. Der Theatermacher Toshiki Okada zeigt in München das Leben solcher Menschen - und interpretiert die Isolation als Folge des kapitalistischen Drucks.

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Zum Tod von Martin WarnkeDer Modernisierer der Kunstgeschichte

Eine Fotographie des Kunsthistorikers Martin Warnke aus dem Jahr 2006. Er trägt eine Anzug-Jacke und Krawatte und blickt leicht lächelnd in die Kamera (Gerda Henkel Stiftung)

Politische und gesellschaftliche Umstände müssen beim Blick auf die Kunst mitgedacht werden. Mit dieser Einstellung hat Martin Warnke die Kunstgeschichte verändert. Nun ist er mit 82 Jahren gestorben. Warnke habe gegen große Widerstände kämpfen müssen, sagte Kunsthistoriker Horst Bredekamp im Dlf.

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Stasi und KunsthandelEchtes Geld für falsche Kunst

Kopie des Selbstportraits mit Sonnenblume nach Anthonis van Dyck (Antwerpen 1598/9-1641 London) (Stiftung Schloss Friedenstein)

Der Devisenbeschaffer der DDR, Alexander Schalck-Golodkowski, verkaufte Kunst in den Westen - auch Fälschungen. Ein neuer TV-Film geht den Methoden von damals auf den Grund. Bei der Premiere in Gotha wurde auch die Frage diskutiert, ob die Stasi womöglich am Kunstdiebstahl von 1979 beteiligt war.

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Literaturnobelpreise verliehen"Handke ist ein theatralischer Typ"

Menschen demonstrieren in Stockholm gegen die Vergabe des Literaturnobelpreises 2019 an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke. (dpa-Bildfunk / Steffen Trumpf )

Verbale Entgleisungen und täglich neue Vorwürfe begleiteten die Verleihung der Literaturnobelpreise. "Ich glaube die schwedische Akademie hat sich immer noch nicht grundlegend reformiert", so Literaturkritiker Helmut Böttiger im Dlf.

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Proteste gegen GesetzentwurfNeuer Schub im ungarischen Kulturkampf

Demonstranten in Budapest, die gegen ein umstrittenes Kulturgesetz protestieren. (AFP / Attila Kisbendek)

Tausende haben am Montagabend in Budapest gegen ein geplantes Kulturgesetz protestiert. Damit will die Regierung Orbán unter anderem mehr Macht über Stadt-Theater gewinnen - Bühnen, die bisher noch ein Forum der Meinungsvielfalt seien, sagte der Literaturwissenschaftler und Ungarn-Experte Wilhelm Droste im Dlf.

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Autor Sansal über AlgerienAngst vor Gewalt

Algerische Demonstranten halten die Nationalflagge während ihrer Proteste in der Hauptstadt Algier (RYAD KRAMDI / AFP)

Viele Intellektuelle haben Algerien verlassen - der Schriftsteller Boualem Sansal ist geblieben. Von den anstehenden Präsidentschaftswahlen hält er wenig: "Es gibt immer mehr Streiks. Alle sind sehr beunruhigt." Die Hoffnung liegt für ihn auf vernünftigem Handeln der Armee.

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Klassik und InformatikKI soll Beethoven-Sinfonie schreiben

Gemälde von Beethoven bei einem Spaziergang bei windigem Wetter. (picture alliance / Mary Evans Picture Library / H. Wulff)

Neun Sinfonien schuf Beethoven - die zehnte ist unvollendet. Jetzt haben Forscher einen Algorithmus entwickelt, der sie zu Ende komponieren soll. "Das kann interessant sein, um Technologie zu verstehen - sicherlich nicht, um Beethoven zu verstehen", urteilt Musikjournalist Raoul Mörchen im Dlf.

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"Die Verdammten" am Schauspiel KölnTäter aus dem Reich der Untoten

Die Verdammten (La Caduta Degli Dei) nach dem gleichnamigen Film von Luchino Visconti. Auf dem Bild sehen Sie: hinten: Nicolas Lehni und Elias Reichert; Masken: Dennis Bodenbinder, Antonia Bockelmann, Campbell Caspary, David Kösters und Paul Langemann; vorne: Benjamin (Schauspiel Köln / Birgit Hupfeld)

Sehr bereitwillig machten deutsche Industrielle mit den Nationalsozialisten gemeinsame Sache. Davon erzählt Luchino Viscontis Film "Die Verdammten". In der Theateradaption von Regisseur Ersan Mondtag am Schauspiel Köln bleiben die politischen Hinter- und Abgründe des Geschehens jedoch erstaunlich fern.

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"Iphigenie auf Tauris"Die Semperoper tanzt Pina Bausch

Sanguen Lee als griechischen Prinzessin Iphigenie. (Semperoper Ballett / Ian Whalen)

Fliegendes Haar, erstarrtes Schreiten, angstvolles Laufen: Pina Bauschs Tanzoper "Iphigenie auf Tauris" ist fast fünfzig Jahre alt. In Dresden tanzt jetzt Aaron Watkins Semperoper Ballett die Inszenierung der verstorbenen Choreografin. Das Ergebnis ist schlicht, schön und sehr zeitgemäß.

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KulturverlusteDebatte über die schwierige Frage der Restitution

Holzobjekte, vermutlich aus einer Grabplünderung in den 1880er Jahren. Das Ethnologische Museum Berlin hat die Objekte 2018 zurückgegeben. Bei der Restitution an die Chugach Alaska Corporation handelte es sich um die erste Rückgabe in der mehr als 100-jährigen Geschichte des Ethnologischen Museums an eine Herkunftsgesellschaft. (imago / Christian Ditsch)

Die Debatte um die Rückführung von außereuropäischen Kulturobjekten wird kontrovers geführt. Eine Konferenz in Berlin hat nun den Umgang mit verlagerten Kunstobjekten weltweit untersucht - und fordert mehr Dialog und eine stärkere Zusammenarbeit anstelle einer systematischen Restitution.

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"Glaube und Heimat" am Berliner EnsembleGott spaltet und versöhnt

Eine Szene aus Karl Schönherrs "Glaube und Heimat" am Berliner Ensemble in der Regie von Michael Thalheimer (Berliner Ensemble / Matthias Horn)

Will Regisseur Michael Thalheimer mit seiner Inszenierung von „Glaube und Heimat“ am Berliner Ensemble den Autor Karl Schönherr rehabilitieren? Der hatte 1938 den so genannten „Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich“ begrüßt. Aber im Zentrum der Inszenierung steht das spaltende Potential von Religion.

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Schlossmuseum GothaGemälde aus spektakulärem DDR-Kunstdiebstahl wieder da

Gemälde Heilige Katherina von Hans Holbein d.Ä. (Augsburg um 1465-1524/1534 Basel oder Isenheim) (Stiftung Schloss Friedenstein)

Genau 40 Jahre nach dem Einbruch in das Schlossmuseum Gotha in der damaligen DDR im Dezember 1979 sind die fünf damals gestohlenen Altmeistergemälde wieder aufgetaucht. Nach Recherchen von ZEIT und Deutschlandfunk befinden sie sich zurzeit in der Obhut der Berliner Museen. Viele Fragen sind noch offen.

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Neuer Woody-Allen-FilmRegen, Reue und Romantik

Ein Filmstill mit den Schauspielern Selena Gomez und Timothee Chalametaus in Woody Allens "A RAINY DAY IN NEW YORK", 2019 Jessica Miglio - Gravier Productions - Perdido Productions (imago images / Prod.DB)

Naive Frauen, verwirrte Männer, Großstadtkulisse und Menschen, die ohne Therapeuten nicht lebensfähig sind - so sehen Woody Allen Filme häufig aus. Nicht alles Meisterwerke, aber einige. Seit den Missbrauchsvorwürfen gegen Allen kann man sie nicht mehr unbefangen sehen.

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Aktion des Zentrums für Politische Schönheit"Ein inakzeptables Spiel mit Gefühlen von Überlebenden"

Eine Säule des Zentrums für Politische Schönheit, in die Asche von Auschwitzopfern eingegossen worden sein soll, steht vor dem Reichstag.  (picture alliance/ dpa/ Christophe Gateau)

Der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck hat Strafanzeige gegen das Zentrum für Politische Schönheit gestellt. Mit dem Mahnmal, das angeblich Asche von Opfern des Nazi-Regimes enthält, instrumentalisierten die Aktivisten die Ermordung der Jüdinnen und Juden für ihre Zwecke, sagte er im Dlf.

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Konferenz "translocations"Was passiert, wenn Kunst entführt wird?

(Deutschlandradio)

Von morgen an diskutieren Fachleute aus aller Welt in Berlin, welche Geschichten in Herkunfts- und Zielländern über Verlust und Erwerb von Kunstwerken entstehen. Die Forschung darüber zielt auf ein Verständnis dieser Vorgänge und die Entwicklung von Maßstäben für die Zukunft.

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Poetik-Vorlesung in TübingenKnausgard: "Schriftsteller wissen nicht, was sie tun!"

10.10.2019, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Karl Ove Knausgard, Bestsellerautor, steht in der Kunstsammlung NRW. Die Ausstellung «Edvard Munch - gesehen von Karl Ove Knausgard» ist dort vom 12.10.2019 bis zum 1.3. 2020 zu sehen. (dpa / Federico Gambarini)

Bestsellerautor Karl Ove Knausgard lässt es beim Schreiben frei heraus fließen. Und wenn es einmal hakt, verlässt er den Schreibtisch und widmet sich der Hausarbeit. Bei seiner Poetik-Vorlesung in Tübingen zeigte sich Knausgard als großer Freund der Intuition.

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Werk von Josep Renau in ErfurtEin Mosaik kehrt zurück

29.10.2019, Thüringen, Erfurt: Ein Element vom Wandmosaik "Die Beziehung des Menschen zu Natur und Technik" (1980-1984) des Spaniers Josep Renau (1907-1982) wird montiert. Nach vierjähriger Planungs- und Restaurierungszeit kehrt das Großmosaik wieder zurück. Das Wandbild konnte 2012 noch vor dem Abriss des Kultur- und Freizeitzentrums am Moskauer Platz vor der Zerstörung bewahrt werden, wurde fachgerecht abgenommen und bis zu seiner Restaurierung in Containern eingelagert. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa | Verwendung weltweit (ZB)

In Erfurt wurde ein Wandmosaik von Josep Renau restauriert und wieder aufgestellt. Für Philip Kurz von der Wüstenrot-Stiftung ist dieses "besondere Kunstwerk" der Beweis, dass in der DDR Künstler große schöpferische Leistungen vollbracht haben. Es sei wichtig, das in das Bewusstsein zu rücken.

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Uraufführung von John NeumeierZerbrechlichkeit des Glücks

weiß gekleidetet Tänzer mit Hüten, tanzen über die Bühne, im oberen Bildrand hängen rote Ballons (Kiran West)

Bürgerliche Glücksvorstellungen und Homosexualität, harte Arbeitswelt und träumerische Reisen: John Neumeiers Hamburger Ballettadaption von Tennessee Williams' berühmter "Glasmenagerie" ist eine gelungene Wanderung zwischen zerbrechlichen Sehnsüchten und gesellschaftlicher Realität.

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Historiker zu Hohenzollern-Debatte"Sagbarkeits-Regeln gegenüber der Geschichte verändern sich"

(l-r) Major a.D. von Neufville, Joseph Goebbels und Kronprinz Wilhelm von Preussen beim Polizeisportfest 1933 in Berlin. (picture-alliance / dpa)

Die Hohenzollern forderten schon vor 25 Jahren von der Bundesregierung Schlösser und Kunstwerke zurück. Aber erst seit wenigen Monaten ist dieser Streit zu einer öffentlichen Debatte geworden. Dies sage viel über die großen Unsicherheiten in unserer Gegenwart aus, sagte der Historiker Jörn Leonhard im Dlf.

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Zum Tod von Mariss JansonsDirigieren als eine Art Hypnose

Der Dirigent Mariss Jansons am 02.08.2018 während der Generalprobe der Oper Pique Dame im Festspielhaus Salzburg/Österreich. (imago images / Ernst Wukits)

Er galt als einer der bedeutendsten Dirigenten und Musiker unserer Zeit: Mariss Jansons. Nun ist er im Alter von 76 Jahren in St. Petersburg gestorben. Jansons leitete unter anderem das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Weltweit trauert die Musikwelt um einen großen Künstler.

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Max Pechstein und der Tanz Gemalte Lust in Bewegung

Zwei miteinander tanzende Frauen (2019 Pechstein - Hamburg/Tökendorf / Foto: Roman März)

Menschliche Körper waren für den expressionistischen Maler Max Pechstein anregender als eine Landschaft. Kein anderer „Brücke“-Künstler widmete sich so sehr dem Tanz als Bildinhalt. Die Kunsthalle Tübingen zeigt nun über 70 Arbeiten zusammen mit Werken von Zeitgenossen.

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Köln: 100 Jahre Theater-Sammlung Hinter den Kulissen

Das Schloss Wahn bei Köln von außen.  (imago images / sepp spiegl)

Die Theaterwissenschaftliche Sammlung der Universität zu Köln beherbergt Bühnenmodelle, Programmhefte, Nachlässe, Fotos und Dokumente. Neben konservatorischen Fragen geht es in der Zukunft um Teilhabe und Dialog mit außereuropäischen Kulturen, sagte Sammlungsleiter Peter Marx im Dlf.

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Barrie Kosky inszeniert in ParisWahnsinnsende für Prinz Igor

Der australische Theater- und Oper-Direktor Barrie Kosky possiert hier "on stage" für seine neue Inszenierung von "Prince Igor" (Alexander Porfiryevich Borodin), die in der Opéra Bastille in Paris aufgeführt wird ab dem 25. November 2019 (Eric Feferberg / AFP)

Regisseur Barrie Kosky deutet für die Bastille-Oper Alexander Borodins "Fürst Igor" um: Bei ihm verschwindet der Machthaber am Ende einfach von der Bühne, nur sein Mantel bleibt. Dlf-Kritiker Jörn Florian Fuchs findet, Koskys bunte Ästhetik passe bestens zu Borodins opulenter Musik.

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Pläne der Deutschen PostDas Geschenk der Langsamkeit

Ein Postkasten der Deutschen Post steht in Timmendorfer Strand vor einer grünen Hecke. (picture alliance / Wolfram Steinberg)

Die Deutsche Post überlegt, das Tempo ihrer Zustellungen zu drosseln - dem Klimaschutz zuliebe. Die Idee gehe in die richtige Richtung, meint Arno Orzessek in seiner Glosse. Er kennt sich mit der Langsamkeit von Postsendungen bereits aus und ist dankbar für die Lebensqualität, die ihm die Verzögerungen bescheren.

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Filmfestival zu 40 Jahre iranische RevolutionFarzanefar: Politische Rolle der Frau im Iran wird unterschätzt

Iranische Demonstranten vor der US-Botschaft in Teheran rufen anti-amerikanische Slogans und halten ein Bild des Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Khomeini hoch  (picture-alliance / dpa)

Martialisch aussehende Männer prägen weltweit das Bild von der iranischen Revolution. 40 Jahre danach will eine Kölner Filmreihe neue Perspektiven aufzeigen. "Jede politische Bewegung im Iran wurde auch von starken Frauen vorangetrieben", sagte Amin Farzanefar, Kurator der Reihe, im Dlf.

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NS-Dokumentationszentrum MünchenAlles in einem großen Nazi-Topf verrührt

The Deluge, Gemälde von Kent Monkman, 2019 (NS-Dokumentationszentrum München / Privatsammlung Kanada)

Durch die Kombination der Dauerausstellung mit aktuellen künstlerischen Positionen will das NS-Dokumentationszentrum in München Diskussionen anregen. Doch die Verbindung von Migration und aktuellen Problemen des Rassismus und Antisemitismus mit dem Nationalsozialismus geht schief.

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Aufarbeitung des NationalsozialismusHistoriker Frei: SDS hat sich nicht abspeisen lassen

Eine Collage zusammengesetzt aus dem Ausstellungsplakat mit Werbung für die Berliner Ausstellung "Ungesühnte Nazijustiz" im März 1960 und das Cover der von Wolfgang Koppel, dem hiesigen Karlsruher SDS-Verantwortlichen für die Ausstellung 1959, der im Sommer 1960 herausgegeben Broschüre mit einer Auswahl der ausgestellten Urteile sowie Namenlisten. Das Exemplar befindet sich im Bestand des Stadtarchivs Karlsruhe. (Stadt Karlsruhe / Layout: Setzer / Foto: Stadtarchiv)

Mit der Ausstellung „Ungesühnte Nazijustiz“ begann vor 60 Jahren die Aufarbeitung der NS-Justizverbrechen. Die Veranstalter, Mitglieder des Studentenbundes SDS, hätten zum ersten Mal gezeigt, wie sich "die Justiz zum Büttel der Nationalsozialisten gemacht hatte", so der Historiker Norbert Frei im Dlf.

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Jüdisches Museum BerlinEinen Neuanfang wagen

Das Foto zeigt die Straßenansicht vom Jüdischen Museum in Berlin. (imago / Schöning)

Nach den Querelen um den früheren Direktor Peter Schäfer soll die niederländische Kunsthistorikerin Hetty Berg das Jüdische Museum in Berlin übernehmen. Zur umstrittenen Bewegung BDS hat sie sich bereits klar positioniert. Ein Balanceakt wird der neue Job dennoch.

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Meinungsfreiheit in der KunstDemokratie sichtbarer machen

Eine gläserne Leitung, die an eine Rohrpost erinnert, läuft durch nahezu alle Räume der Ausstellung. Dafür wurden Wände und Decken durchbrochen. Zu sehen sind darin Haare, Staub und weißes Granulat, spärlich verteilt. (Fred Dott)

Wie frei sind die Künste noch? Lassen sich Kunst und Künstler, Werk und Person voneinander trennen? Der Kunstverein Bielefeld zeigt in der neuen Ausstellung "Die Freiheit, die wir meinen“, wie Künstler sich mit dem Begriff und dem Verständnis von Freiheit in der Gegenwart auseinandersetzen.

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Flämische BühnenSparpläne als Kulturkampf

Belgische Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker bei der Aktion "Slow Walk" in Brüssel, 23.04.2016 (imago images / Belga)

Mit einem offenen Brief wenden sich flämische Kuratorinnen und Kuratoren gegen geplante Kürzungen im Kultursektor. Besonders betroffen sind die freie Szene und die Bühnen. Kritiker sehen in den drastischen Kürzungen Anzeichen für einen Kulturkampf der konservativen flämischen Regionalregierung.

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Juwelenraub im Grünen GewölbeSKD-Generaldirektorin: "Wir wähnten uns sicher"

Das Silbervergoldete Zimmer im Historischen Grünen Gewölbe im Dresdner Schloss der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (ZB)

Diebe haben aus dem Grünen Gewölbe in Dresden wertvolle Kunstgegenstände gestohlen. Dabei wurden Juwelen aus der Zeit August des Starken entwendet. Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen, spricht bei dem Verlust von bedeutenden Werken und einem "Stück sächsischer Identität".

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"Ballett am Rhein"Ein letzter stiller Tanz

Mehrere Tänzer stehen als Gruppe in einer aufrechten Pose mit erhobenen Armen auf der Bühne. (Deutsche Oper am Rhein / Foto: Gert Weigelt)

Als Choreograph hat Martin Schläpfer dem "Ballett am Rhein" zu großem Erfolg verholfen - ab der nächsten Spielzeit wird er allerdings in Wien arbeiten. Die letzte Uraufführung unter Schläpfers Leitung in Düsseldorf war kein pompöser Abschied, sondern ein Ballett des Innehaltens.

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Theaterstück "White Male Privilege" Ich bin kein Rassist, aber...

Eine Szene aus dem Theaterstück "White Male Privilege". Zu sehen sind zwei Frauen und ein Mann, alle drei stehen. Die Frau, die ganz rechts steht, hält ein Tablett mit Käse. Der Mann - zur Linken - schenkt gerade aus einer Flasche Weißwein in ein Weinglas ein. Die Frau, die in der Mitte steht, lacht herzlich. (Theaterhaus Jena / Joachim Dette)

Ein Magazin zeigt ein klischeehaftes Bild einer schwarzen Frau auf dem Cover - und handelt sich einen Shitstorm ein. War die Publikation ein Versehen - oder die Folge von strukturellem Rassismus? Die Frage stellt Annelies Verbeke in ihrem neuen Stück. Zu sehen im Theaterhaus Jena.

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Hito Steyerl und Joan Jonas Postapokalyptische Reise

Die Künstlerin Hito Steyerl in Venedig (Italien) auf der Biennale 2015. (picture alliance / dpa / Felix Hörhager)

Blick in die ungewisse Zukunft: Der Neue Berliner Kunstverein zeigt Videoinstallationen von Hito Steyerl. Zeitgleich läuft eine Ausstellung mit frühen Arbeiten von Joan Jonas. Die Gegenüberstellung beweist: Die 30 Jahre ältere Künstlerin nahm Steyerls Themen vorweg.

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Horst Janssen und die LiteraturDer Wörterer

Ein schwarz weisses Bild auf dem Horst Janssen an einem Tisch mit einem Stift in der Hand sitzt. Er und skizziert und schreibt einen Text. (Horst Janssen und Lemcke bei St. Gertrude © Verlag St. Gertrude)

Horst Janssen war ein begnadeter Zeichner und Grafiker. Daneben gab es für ihn als weiteres Ausdrucksmittel das Wort. Die Oldenburger Ausstellung „Kosmos Janssen – wie er schreibt_" präsentiert Essays, Gedichte, Briefe, Reden und Janssens ganz eigenen literarischen Stil.

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Boris Mikhailov in der Kunsthalle Baden-BadenFotograf des anderen Russlands

Eine Fotografie des Künstlers Boris Mikhailov aus der Ausstellung in der Kunsthalle Baden Baden (© Boris Mikhailov, VG Bild-Kunst, Bonn 2019)

Der ukrainische Fotograf Boris Mikhailov arbeitete in der früheren Sowjetunion eher im Untergrund und konnte seine provokanten Arbeiten nur privat ausstellen. Später wurde er zum Kronzeugen des Systemwechsels. „The Space between us“ zeigt das konzeptionelle Arbeiten des 81-Jährigen.

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"Marriage Story" von Noah BaumbachLiebe überlebt Trennung

Regisseur Noah Baumbach und seine Frau Greta Gerwig stehen auf einem dunklen Teppich. Hinter Ihnen ist das übergroße Filmplakat von "Marriage Story" zu sehen.   (imago images / UPI Photo)

Mit der fantastischen Schauspielkunst von Scarlett Johansson und Adam Driver erneuert Regisseur Noah Baumbach das Genre des Scheidungsfilms. "Marriage Story" ist intensives Gefühlskino.

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Ausstellung "about: documenta"Im Kasseler Weltkunst-Wohnzimmer

In einem Raum der Ausstellung "about:documenta" in der Neuen Galerie Kassel wird nicht in die Vergangenheit geschaut, sondern in die Zukunft. Denn diesen Raum hat "ruangrupa"  gestaltet- die indonesische Künstlergruppe, die die d15 im Jahr 2022 leiten wird. Ihr Blick in die Zukunft kommt allerdings im Retro-Stil der 60er Jahre daher. (Deutschlandradio / Ludger Fittkau)

Der Blick in die documenta-Zukunft führt in die Vergangenheit. Die Kuratoren der documenta 15 vom Künstler-Kollektiv ruangrupa präsentieren sich und ihre Arbeit in einer neuen Dauerausstellung zur Geschichte der Kasseler Kunstschau.

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Musikhochschule MünchenMissbrauch vorbeugen

Nahaufnahme von zwei Mädchen, die Klavier spielen (imago )

Nach dem Missbrauchsskandal um ihren ehemaligen Präsidenten Siegfried Mauser, bemüht sich die Münchner Musikhochschule um einen Kulturwandel. Auf einem Aktionstag lernen Studierende, sich gegen sexuelle Übergriffe zu wehren.

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Ausstellung über Humboldt-BrüderGanzheitliche Denker

Denkmäler: Alexander (r.) und sein Bruder Wilhelm von Humboldt vor der Humboldt-Universität in Berlin. (picture-alliance / Wolfram Steinberg  )

Der eine ein Vordenker der Klimadebatte, der andere ein Reformer des Bildungssystems: Eine Ausstellung in Berlin widmet sich den vielseitig begabten Brüdern Alexander und Wilhelm von Humboldt. Manche ihrer Ideen sind auch heute noch aktuell - aber nicht alle.

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Wajdi Mouawad in ParisDie Leiden des alternden Sängers

Wajdi Mouawad in "Inflammation du verbve vivre". Regie: Wajdi Mouawad (Pascal GELY)

Auf der Suche nach einem neuen Bühnenstoff sind der Theatermann Wajdi Mouawad und der Chansonnier Arthur H. weit gereist. Fündig wurden sie jedoch in der heimischen Musikszene: Das neue Stück erzählt von einem abgehalfterten Sänger und ist ein modernes Märchen mit handlungsreicher Story.

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UNESCO-Generalkonferenz in ParisWarme Worte, wenig Inhalt

Eröffnung der 40. UNESCO-Generalkonferenz in Paris am 12. November 2019. (imago / Michael Baucher)

An drängenden Themen mangelt es eigentlich nicht. Aber bei der UNESCO-Generalkonferenz verlieren sich viele der kulturpolitischen Vertreterinnen und Vertreter aus aller Welt in Floskeln und Dankesformeln. Momente der Eindringlichkeit sind selten.

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Zum Tod des Architekten Gustav PeichlDer Baumeister der Sinnlichkeit

Der österreichische Architekt Gustav Peichl: Goldenes Ehrenzeichen aus KA Schröder Wien, Rathaus, 19.03.2014 (imago images / SKATA)

Der Wiener Gustav Peichl gehörte einer Generation von österreichischen Architekten an, die die Moderne bauten: aus Form und Material, Farbe und Licht - und ohne die Tradition zu verleugnen. Im Alter von 92 Jahren ist der Künstler nun in seiner Heimatstadt gestorben.

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Reform der NS-Raubkunst-Kommission"Je unabhängiger, desto besser"

Goldene Bilderrahmen hängen an einer Wand (picture alliance / Daniel Kalker )

Seit ihrer Gründung hält die Kritik an der "Beratenden Kommission" für NS-Raubkunstfälle an. Nun hat der Bundestag Geld für Reformen bereitgestellt. Der Kunsthistoriker Stephan Klingen sieht positive wie negative Auswirkungen.

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Kulturgeschichtliche Tagung in BerlinMüll als Gegenarchiv der Menschheit

Eine Mülldeponie bei Köln (imago / Felix Jason )

Wertloser Abfall oder kostbarer Rohstoff? Was als Müll gilt, ist Ansichtssache und vor allem eine Frage der jeweiligen Zeit. Sogar Kunst und Müll haben etwas gemein: Sie sind nicht nützlich. Aber wertvoll? Eine kulturwissenschaftliche Tagung in Berlin beschäftigte sich mit dem Phänomen Müll.

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Hochwasser in VenedigEnormer Schaden für das kulturelle Erbe

Das Bild zeigt einen Mann, der den überfluteten Markusplatz in Venedig überquert. (www.imago-images.de)

Unzählige Kulturschätze in Venedig sind von dem schweren Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Wahrzeichen Markusdom hat enorme Schäden abbekommen. "Gerade das Salzwasser ist eine Gefahr für Denkmäler", sagt der Kulturbeauftragte der Stadt Venedig Giovanni Giusto.

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