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StartseiteInformationen am MorgenSondersitzung zum Fall des toten Syrers05.10.2018

Landtag Nordrhein-WestfalenSondersitzung zum Fall des toten Syrers

Im nordrhein-westfälischen Landtag beschäftigen sich heute sowohl der Rechts- als auch der Innenausschuss mit dem Fall des fälschlicherweise verhafteten Syrers in Kleve, der an den Folgen eines Feuers im Gefängnis gestorben ist. Die Opposition spricht von einem Justizskandal.

Moritz Küpper im Gespräch mit Jasper Barenberg

Notarzt vor der JVA Kleve (dpa/Feuerwehr Kleve)
Notarzt vor der JVA Kleve (dpa/Feuerwehr Kleve)

Der 26-jährige Syrer hatte mehr als zwei Monate zu Unrecht im Gefängnis gesessen, berichtet Dlf-Korrespondent Moritz Küpper. Der Mann war im Juli verhaftet worden - der Verhaftung liegt allerdings eine Namensverwechslung zugrunde. Ein gesuchter Dieb aus Mali hatte sich in Hamburg zufälligerweise mit dem Namen des Syrers ausgegeben. Im Haftbefehl war der Name als sogenannter Alias-Name angegeben. Dennoch wurde der Syrer festgenommen. Auf einen Abgleich weiterer Punkte zur Feststellung der Identität des Syrers wurde verzichtet. Bereits seit Wochen sei bekannt gewesen, dass man anstelle eines Afrikaners einen Araber festgenommen hatte, so Küpper.

Am 17. September brach dann aus noch ungeklärten Gründen in der Zelle des Mannes ein Feuer aus. Er konnte zunnächst gerettet werden. Am 28. September wurde er offiziell entlassen - da lag er allerdings schon im künstlichen Koma und verstarb einen Tag später.

 

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