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StartseiteSternzeitDer da-Vinci-Schein auf dem Mond02.05.2019

Leonardo da Vinci und die AstronomieDer da-Vinci-Schein auf dem Mond

Vor 500 Jahren ist Leonardo da Vinci gestorben. In der Astronomie hat sich der italienische Universalgelehrte vor allem durch die Erklärung des aschgrauen Mondlichts einen Namen gemacht.

Von Dirk Lorenzen

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Zeichnung Vitruvianischer Mann, davor Leonardo da Vinci, italienischer Maler, Bildhauer, Architekt, Ingenieur, historische Illustration  (imago stock&people)
Leonardo da Vinci: Erfinder, Forscher und auch ein wenig Astronom (imago stock&people)

Als Maler war Leonardo stets von Licht und Schatten fasziniert – und über das blasse Licht, das während der Sichelphase den eigentlich unbeleuchteten Teil des Mondes sichtbar werden lässt, haben die Menschen lange Zeit spekuliert.

Etwa 1510 hat er in einem seiner Werke geschrieben, dass der Mond eine Atmosphäre habe und von Ozeanen bedeckt sei. Deshalb leuchte er so hell. Das "geisterhafte Leuchten" des Mondes stamme von Sonnenlicht, das von den Ozeanen der Erde reflektiert werde. Leonardo lag zwar zweimal falsch, aber der Grundgedanke war trotzdem richtig. Der Mond ist ein völlig trockener Ort. Die dunklen Flecken auf der Mondscheibe sind keine Meere sondern Lavaebenen. Und bei der Erde reflektieren vor allem die Wolken das Sonnenlicht.

Mondsichel mit Erdschein, aufgenommen von der Internationalen Raumstation (NASA)Mondsichel mit Erdschein, aufgenommen von der Internationalen Raumstation (NASA)

Dennoch hat Leonardo da Vinci das aschgraue Mondlicht korrekt erklärt: Wenn wir eine Sichel am Himmel sehen, leuchtet auf dem Mond eine fast volle Erde – die dort fast fünfzigmal heller scheint als der Mond für uns. Daher beleuchtet das von der Erde reflektierte Sonnenlicht die stockfinstere Mondnacht. Dank des Erdscheins ist der Mond auch in der Sichelphase komplett zu sehen.

Die Astronomen haben Leonardo da Vinci diese Erkenntnis wenig gedankt: Zwar gibt es auf dem Mond einen Krater, der nach dem Gelehrten benannt ist. Doch der ist keine zwanzig Kilometer groß und sein Rand ist schon ziemlich zerfallen.

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